Naturerlebnis beim Wald- und Wasserweg

Beim "Sommer der Ver-Führungen" haben sich 30 Wanderer auf dem Wald- und Wasserweg rund um Bad Überkingen 16 Kilometer weit zur Kahlensteinhöhle und einem eindrucksvollen Naturerlebnis leiten lassen.

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Der Anstieg zum Kahlenstein hatte es in sich beim "Sommer der Ver-Führungen" in Bad Überkingen. Der Schweiß floss in Strömen. Doch keiner der 30 Wanderer zeigte Schwächen oder machte schlapp. Angeführt von Lisbeth Buck, die seit 24 Jahren Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins Bad Überkingen ist, erklommen alle den steilen Serpentinenpfad am Albtrauf, der zum Wald- und Wasserweg rund um die Badgemeinde gehört.

Oben angekommen, wurden sie nicht nur mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Filstal und die umliegenden Berge und Täler entlohnt. Dieter Domke vom Kahlensteiner Höhlenverein hatte die vergitterte Tür der ansonsten geschlossenen Höhle geöffnet.

In der Kahlensteinhöhle erwartete die verschwitzten Wandersleut nicht nur die erhoffte Abkühlung, sondern auch eine fachkundige Führung ins Innere der Schwäbischen Alb. Die acht Grad kalte Luft gleich nach dem Betreten des 72 Meter langen, begehbaren Lochs sorgte für Gänsehaut.

Wie Domke sagte, diente die Höhle schon vor 3000 Jahren als Rast- und Übernachtungsplatz. Dies konnte durch verschiedene Funde wie Münzen und Scherben belegt werden. Auch Knochen von Wölfen, Luchsen, Bären und Menschen seien gefunden worden. Für längere Aufenthalte oder gar als Wohnung sei sie von Menschen dagegen nie genutzt worden. Heute überwintern Fledermäuse in dem unterirdischen Kalkgestein. Ansonsten ist die Höhle lediglich von einigen Insekten wie Spinnen und Schnaken bewohnt.

Ganz im Gegensatz dazu tummelt sich am Albtrauf eine Vielzahl von Tierarten, wie Lisbeth Buck anhand der zahlreichen Informations-Tafeln entlang des Wald- und Wiesenwegs erläuterte. Vom Feuersalamander über den Erd- und Baumspecht bis zu verschiedenen Wild- und Vogelarten reicht die Palette. Interessantes wusste Buck auch über den Wald und dessen ökologische Bedeutung zu sagen. Er spiele eine wichtige Rolle für das Klima, die Immissionen, den Boden- und den Naturschutz. So produziere eine 115 Jahre alte Buche an einem Sonnentag 10 000 Liter Sauerstoff. Sie regeneriere 4500 Liter Luft und und verdunste 600 Liter Wasser.

Wasser sei ohnehin eine Ressource, die auf der Alb und besonders in Bad Überkingen einen herausragenden Stellenwert genieße, erklärte Buck. Der Kurort verdanke seine Popularität den über 25 Heil- und Mineralquellen, deren Wasser mit einer Schüttung zwischen zehn und 400 Liter pro Minute aus bis zu 1000 Meter Tiefe komme.

1971 gab es 190 Bohrungen, bei denen sechs verschiedene Quellen in ganz voneinander getrennten Grundwasserstockwerken angezapft wurden. Mittlerweile seien viele Quellen stillgelegt, und das Geschäft mit hochwertigem Mineralwasser habe deutlich abgenommen. Dagegen sei der Verbrauch von Trinkwasser auf der Albhochfläche und in Türkheim seit 1881 deutlich gestiegen. Mit der Albwasserversorgung sei ein Pumpwerk zwischen Bad Überkingen und Hausen in Betrieb gegangen, das von nun an das kostbare Nass auf die Alb pumpte. Der beschwerliche Wassertransport zu Fuß oder mit Pferdefuhrwerken hatte ein Ende.

Nach drei Stunden informativer Wanderung gab es Abkühlung für die heißgelaufenen Füße. Die Wanderer drehten einige Runden im eiskalten Natur-Kneipp-Tretbecken, um mit neuem Schwung den Kahlenstein und die Albhochfläche zu erklimmen.

Und bei einbrechender Dämmerung präsentierte Lisbeth Buck auf dem Burgstall von Türkheim das Highlight der Wanderung. In gleißend gelbem Licht versank die Sonne am Horizont und tauchte das Goißatäle, die Wacholderheiden, Wiesen und Wälder in eine märchenhafte Stimmung.

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