Nachhaltig gejagte Wildsau im Oktoberlager zerlegt

Noch bis zum 3. Oktober lädt die „Ritterschaft zu Gmünd“ ins Wäscherschloss nach Wäschenbeuren.

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Mitglieder der „Ritterschaft zu Gmünd“ hängen das Wildschwein vor dem Wäscherschloss auf und zerlegen es.  Foto: 

47 Kilogramm bringt die Wildsau auf die Waage, die vor dem Wäscherschloss zerlegt wird. Selbstredend ist sie zuvor „nachhaltig und regional“ von einem Jäger erlegt und geliefert worden. Den Besuchern zeigen, dass das Fleisch nicht ursprünglich vom Metzger oder abgepackt aus der Tiefkühltruhe kommt, ist mit ein Grund, warum Mia Fischer mit dem Messer an der Wildsau zur Sache geht, „ganz vorsichtig, damit das Fell heile bleibt“. Fast behutsam geht sie vor, will die Sehnen nicht verletzen und stellt fest: „Die Kinder sind da ganz ohne Vorurteile.“

Immer wieder erklärt Mia Fischer, was sie gerade tut, und flicht dabei ein, dass das früher nicht viel anders gehandhabt wurde. Natürlich sei das nichts für Veganer der Stufe 5, die in einem bekannten Comic von sich behaupten: „Ich esse nichts, was einen Schatten wirft.“

Nicht ganz so aufregend geht es wenige Meter entfernt beim sogenannten „Nadelbinden“ zu, wo Brigitte, Viktoria und Waltraud einen etwa ein- bis zwei Meter langen Faden aus Filzwolle spiralförmig in Schlingenketten legen. Im Grunde sei das der Vorläufer von Stricken, verraten die Frauen, die mit ihren warmen Socken schon gut für den kommenden Winter gerüstet sind.

Interessant ist zudem, wie früher gefärbt wurde. So versprechen die gelben Blüten des Johanniskrauts einen lila Farbton, Brennesseln färben grün und Walnüsse sind für Brauntöne zuständig. „Schwieriger wird es, ein Purpurrot hinzubekommen“, weiß Waltraud, die sich schon lange mit diesem Thema beschäftigt.

Im Innenhof des Wäscherschlosses lauschen neun Kinder ganz gespannt den Ausführungen von Simone Schneider, die einiges von früher zu berichten weiß: „Die Lebensmittel im Vorratskeller mussten früher ein ganzes Jahr oder länger reichen.“ Die Mama von Geburtstagskind Gregor aus Schwäbisch Gmünd hatte die Idee, ihm zu seinem achten Wiegenfeste diese Führung zu schenken. Noch bis zum Feiertag am 3. Oktober ist das mittelalterliche Heerlager der „Ritterschaft zu Gmünd“ vor Ort. Etwa 30 bis 35 Rittersleute gewähren Einblicke in das Leben von früher, gleichfalls zu sehen sind Schaukämpfe aus der staufischen Periode, hierzu bedienen sich die Schwertkämpfer Nahkampftechniken mit Blank- und Schutzwaffen.

Sabine Ackermann

Info Die Ritterschaft zu Gmünd ist eine feste Gruppierung des Vereins Staufersaga mit dem Ziel, das kämpfende Schauspiel der Ritter, Bogenschützen und Schwertkämpfer aus der staufischen Periode zu trainieren und zu präsentieren. Die Burg mit den Rittersleuten ist am morgigen Dienstag (Tag der deutschen Einheit) nochmal von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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