Munition im Keller: Rat macht keine Ausnahme

Der Bad Überkinger Rat macht keine Ausnahme: Die Herstellung von Munition ist für das Gremium ein Gewerbe und kein Handwerk.

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Schon mehrmals hat sich der Bad Überkinger Gemeinderat mit dem Bauvorhaben einer Bürgerin beschäftigt, die im Keller ihres Hauses an der Aufhauser Straße einen Tresorraum sowie Werkstatträume einbauen will, um darin Munition (für Büchsen-, Schrot- und Kurzwaffen) sowie Patronen für Behörden herzustellen. Im Gremium gab es Bedenken, zumal das Haus direkt gegenüber der Grundschule liegt. In ihrer September-Sitzung stimmten die Ratsmitglieder dennoch mehrheitlich dem Projekt zu, in der Annahme, dass sich das Gebäude in einem Mischgebiet befindet. Inzwischen hat das Landratsamt das Gebäude aber einem allgemeinen Wohngebiet zugeordnet, in dem "nicht störende Handwerksbetriebe" zulässig sind - aber keine gewerblichen Betriebe. Letzteres sieht das Landratsamt aber durch die Nutzungsänderung gegeben. Deshalb müsse der Gemeinderat nun entscheiden, ob er hierfür eine Ausnahme erteilt.

Wie Bürgermeister Matthias Heim in der jüngsten Ratssitzung erklärte, sehe der Anwalt der Bauherrin im Gegensatz zum Landratsamt in der Herstellung von Munition eher einen Handwerksbetrieb. Dieser Streit gehe die Gemeinde aber nichts an, sie müsse lediglich über eine Ausnahmeregelung entscheiden. Für Werner Straub kam dies nicht infrage: "Wir dürfen kein Fass aufmachen." Bislang gebe es im Ort keinerlei Ausnahmen für Gewerbetreibende. So sah es auch Heino Clauß, der eine "klare Linie" forderte. Auch Dieter Clauß wollte keinen Präzedenzfall schaffen - "dann haben wir nichts mehr im Griff". Einstimmig lehnte der Gemeinderat es ab, für den Gewerbebetrieb eine Ausnahme zu machen.

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