Mostprämierungen abgesagt

Solche Absagen lassen aufhorchen: In Eislingen und Bad Boll fielen die Mostprämierungen erstmals seit Jahrzehnten aus. Die Resonanz war zu gering. Warum, weiß keiner.

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In Roßwälden hat es an Mösten nicht gefehlt. Anderswo sind zwei traditionsreiche Mostwettbewerbe in die Knie gegangen.  Foto: 

Für die Leiterin der Eislinger Volkshochschule, Ute Schwendemann, ist es ein Rätsel. Seit 1982 macht sich die VHS für das Kulturgut Most stark, das nicht nur die schwäbische Identität stärkt, sondern auch zum Erhalt der Streuobstwiesen beiträgt. Bei solchen Prämierungen, stilvoll garniert mit Mundart und Musik, war die Stadthalle bisher voll, berichtet Schwendemann. Bis zu 100 Mostproben wurden aufgefahren, 60 bis 80 waren es immer. Aber jetzt brach das Interesse dramatisch ein. "Gerade mal zwei Anmeldungen hatten wir bis Weihnachten, sonst sind es 20 bis 25", klagt die VHS-Leiterin. Sie hat daraufhin die Reißleine gezogen, weil sie nur noch 25 bis 30 Möste für erreichbar hielt - bei einem kreisweiten Einzugsgebiet.

Einen Reim darauf kann sie sich nicht machen. Es sei ja ein gutes Obstjahr gewesen. Hat die Ernte vielleicht nicht die gewohnte Qualität hergegeben? Blieben die Interessenten allzulange hinterm Ofen? Oder steckt eine schrumpfende Mosterzeuger-Gemeinde dahinter? "Wir grübeln", sagt sie. Was sie ausschließt: dass es am Sparkurs beim Verteilen des VHS-Semesterprogramms in Eislingen gelegen hat. "Das hängt überhaupt nicht damit zusammen", winkt sie ab.

In Bad Boll ein ähnliches Bild: Statt 25 bis 30 Anmeldungen warens unter zehn, sagt Bürgermeister Hans-Rudi Bührle. Auch er weiß nicht, woran das gelegen hat, findet aber letztlich eine Terminüberschneidung problematisch: Bad Boll, Dürnau und Schlat legten ihren Mostwettbewerb allesamt auf den heutigen Freitag, 8. März. Und da sei Bad Boll ins Hintertreffen geraten, weil es das aufwändigere Programm biete und andere Eintrittspreise habe, so Bührle - schwäbisches Kabarett für zehn Euro.

Anderswo ist die Mostwelt noch in Ordnung. In Roßwälden und Krummwälden, Schlat und Dürnau gibt es Möste genug, auch im Nassachtal sieht es gut aus. "Wir haben 30 bis 40 Anmeldungen, wie üblich," sagt der Schlater Organisator Günter Prüfer. Dabei schadet ihm die Terminüberschneidung auch. "Die Dürnauer fallen weg." Außerdem hätten just an diesem Abend die Erwerbsobstbauern einen Pflichttermin. Deswegen hätten einige abgesagt.

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