Modellflugzeuge düsen durch die Turnhalle

Zum siebten Mal fand am Sonntag das Schlierbacher Indoormeeting statt. Etwa 40 Piloten präsentierten dort ihre Modellflieger und Flugkünste.

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Basti Hummel zeigt hier eines seiner Modellflugzeuge. Er nahm auch am Quadrocopterrennen in der Schlierbacher Halle teil.  Foto: 

Die Schutznetze werden herunter gefahren, um die Sicherheit der Zuschauer nicht zu gefährden. Sie sitzen auf der Tribüne der Schlierbacher Turnhalle Bergreute und warten darauf, dass das Quadrocopterrennen endlich losgeht. "Quadrocopter sind landläufig Drohnen", erklärt Dieter Gölz, Vorstand des Modellflug-Clubs (MFC) Schlierbach. "Wir Modellflieger mögen den Ausdruck Drohne aber nicht, da er oft mit Krieg in Verbindung gebracht wird und davon möchten wir uns distanzieren."

Bei dem Rennen müssen die Piloten ihre Fluggeräte quer durch die Turnhalle um verschiedene Hindernisse herum lenken. Jeweils zwei Piloten treten gegeneinander an. Sie tragen spezielle Brillen. Die Quadrocopter sind mit Kameras ausgerüstet, welche die Bilder aus der Flugperspektive auf diese Brillen übertragen. So steuern die Piloten indirekt aus der Flugperspektive und das scheint gar nicht so einfach zu sein. Immer wieder streift ein Quadrocopter an einem Hindernis und fällt mit einem lauten Knall auf den Boden. Für den ein oder anderen Renn-Teilnehmer bedeutet dies das Aus. Die Zuschauer fiebern bei dem Spektakel richtig mit.

"Normalerweise fliege ich selbst auch", sagt Helmut Plass aus Kirchheim, "aber heute bin ich zum Zuschauen da. Ich habe auch einen kleinen Quadrocopter, mit dem ich immer zu Hause fliege", berichtet der begeisterte Pilot. Frank Laier, der seinen Modellflieger mitgebracht hat, erzählt: "Ich flieg' nachher auch noch ein bisschen. Hier ist es einfach besser als im Wohnzimmer."

Piloten aus ganz Baden-Württemberg sind bei dem Indoormeeting vertreten. "Jeder kann mitmachen", sagt Dieter Gölz, "eine Anmeldung ist nicht nötig, nur versichert sollte man sein. Wir haben heute sogar Piloten vom Bodensee da". 500 bis 600 Zuschauer werden an diesem Tag erwartet, die von den Frauen des MFC bewirtet werden. Zuerst habe man eine Ausstellung machen wollen, daraus sei dann die Idee für das Indoormeeting entstanden, erklärt Gölz und auch im kommenden Jahr finde die Veranstaltung auf jeden Fall wieder statt. Dass drinnen geflogen wird, hat einen Grund: "Am Volkstrauertag ist draußen fliegen verboten", berichtet Gölz, "Es ist auch gar nicht so einfach in der Halle zu fliegen, weil der Platz begrenzt ist." Außerdem sei man nicht vom Wetter abhängig.

Man sieht Modellflugzeuge in verschiedenen Farben und Größen bis zu einem Meter Spannweite. Die meisten Flieger seien aus Depron, einem leichten Styropor, erklärt Andreas Schade vom MFC. Auf die Frage, ob die Flieger für das Publikum nicht gefährlich seien, antwortet Gölz: "Wir haben eine Grenze von 500 Gramm, schwerer dürfen sie nicht sein, sonst wird die kinetische Masse zu hoch." Modelle von 200 Gramm würde man aber nicht mal merken, wenn man sie sich selbst an den Kopf flöge. Man kann als Zuschauer also beruhigt sein.

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