Melancholie vom Corcovado

Mit den Liedern des bekannten Bossa-nova-Komponisten Antonio Carlos Jobim begeisterten die Musiker von "BossaLibre" bei ihrem Konzert am Freitag bei der Rätsche im Geislinger Schlachthof.

BIRGIT REXER |

Schon in den ersten Tönen schwingt die Kraft und Leidenschaft, aber eben auch die Leichtigkeit und Melancholie des Bossa nova mit. Beim ersten Stück der Gruppe "BossaLibre", die am Samstag bei der Rätsche gastierten, stehen zuerst die beiden Stuttgarter Jazzmusiker Boris Kischkat (Gitarre) und Jochen Feucht mit seinem Saxofon auf der Bühne der Rätsche.

Bei "Vivo Sonhando" kommt der ausgezeichnete Schlagzeuger Mauro Martins dazu. Selten ist ein Schlagzeuger zu hören, der sich so gefühlvoll, intuitiv und harmonisch in das Ensemble aus Kischkats Gitarre und Jochen Feuchts Querflöte einpasst. Vollständig ist "BossaLibre" mit dem Auftritt der "Perle aus Rio de Janeiro", wie Feucht die Sängerin Viviane De Farias ansagt.

Mit ihrem Lächeln und ihrer ungewöhnlichen zarten und doch zugleich kraftvollen Stimme bezaubert die brasilianische Sopranistin die rund 50 Besucher in der Rätsche im Geislinger Schlachthof. Gefühlvoll und ausdrucksstark interpretiert sie die Lieder des bekannten brasilianischen Komponisten Antonio Carlos (Tom) Jobim. Dabei legen die Musiker von "BossaLibre" ihren Schwerpunkt nicht auf die weltbekannten Klassiker wie "Garota de Ipanema", sondern haben bewusst eher unbekannte Stücke des Mitbegründers des Bossa nova ausgewählt.

Elegant verbindet Jobim in seinen Kompositionen südamerikanische Musikstile mit klassischen Einflüssen und Jazz-Elementen. Traurige Liebeslieder wie "Por Toda Minha Vida", umfangen von den dunklen Klängen der Musik, wechseln mit den fröhlichen, ausgelassenen Samba-Rhythmen des Titels "Piano Na Mangueira". In Verbindung mit den Kerzen auf den Tischen schaffen die Musiker von "BossaLibre" eine Atmosphäre, in der man ganz in den Fluss der Musik eintauchen kann.

Alle Stücke des Konzerts stammen von der im Herbst 2009 veröffentlichten CD des Quartetts "Por Toda Minha Vida". Neben der Begeisterung für den Bossa nova können die Musiker aber ihre Wurzeln im Jazz nicht verleugnen. Die Soli und Improvisationen der Musiker werden vom Publikum begeistert beklatscht und beim "One Note Samba" bieten Jochen Feucht und Mauro Martins eine musikalische Meisterleistung. Mit "Corcovado", einer Hommage an das steinerne Wahrzeichen Rio de Janeiros als Zugabe und begeistertem Applaus geht der Abend zu Ende.

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