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Liebevoll verpacktes Mutmach-Stück

Eine klasse Premiere mehr für das Geislinger Puppentheater Firlefanz. Am Sonntag führte es "Der starke Max" im ausverkauften Geislinger Schlachthof vor. Gestern gab es zwei Vorstellungen für Kindergärten.

BETTINA SOMMER |

Die Anderen: Sie nennen Max "dicke Kugel" und "lahme Ente". Gar nicht gut fürs Selbstbewusstsein. Und so singt Max, die Hauptfigur im neuen Stück des Geislinger Puppentheaters Firlefanz, den gespannt lauschenden Kindern auch vor: "Ich bin der dicke Max und mag mich selber nicht." Aber im Traum wächst der Kleine über sich selbst hinaus. Er hilft der Waldfee Goldstrahl, die der Erfinder-Hase Hoppel aus Versehen am Boden festgezaubert hat, indem er sich auf den Weg zur Höhle des Riesen im tiefen Wald macht. Dort wachsen Zauberkristalle und Max gelingt es, einen mitzunehmen, die Waldfee damit zu berühren und ihr damit das Leben zu retten. Am Ende der 45-minütigen Vorführung weiß Max, dass er sich etwas zutrauen, dass er stark sein kann. Jetzt singt er für die Kinder: "Ich mag mich wie ich bin."

Die Mutmach-Geschichte ist, wie man es von den Firlefanz-Frauen Inge Bindert und Beate Nusser gewohnt ist, liebevoll verpackt: die Figuren, die Kulisse, die Requisiten, die Musik - einfach alles passt. Die Handlung ist einfach gehalten, sie ist nicht zu aufregend, aber doch so gestaltet, dass die Kinder nach jeder Szene, bei jedem Kulissenwechsel mitfiebern: "Kommt jetzt etwa der Riese?"

Doch bevor Beate Nusser als grobschlächtiger Riese mit dickem Bauch, langem schwarzen Haar und Bart ihren Auftritt hat, muss Max im Traum einige Abenteuer bestehen. "Das schaff ich nie", jammert er zu Beginn, doch die Waldfee spricht ihm Mut zu: "Pah, die Anderen! Die sollen sich um sich selber kümmern. Du bist gut so wie du bist." Auch der Bach, über den Max springen muss, hilft dem Jungen. "Trau dich", raunt er, "was soll dir schon passieren?" Hier hat Max sein erstes Erfolgserlebnis. "Ich habs geschafft, ruft er glücklich. "Gleich noch mal!"

Gelächter erschallt jedes Mal, wenn der Erfinder-Hase Hoppel auftritt. Entweder funktionieren seine Erfindungen nicht, oder er rennt sehr zum Vergnügen der kleinen Zuschauer gegen den großen Baum, der sprechen kann und Max die nächste Mutprobe abverlangt.

Schließlich bauen die Firlefanz-Frauen mit wenigen Handbewegungen die Höhle des Riesen auf. Darin funkelt es verführerisch: die Zaubersteine! Jetzt sind die Kinder voll dabei. Der Riese kommt, schläft aber bald ein, Max schleicht sich an, der Riese wacht fast auf. Da erschrecken die Zuschauer, doch ihr Kreischen verwandelt sich schnell in Lachen, als klar wird, dass der Riese sich nur beim Schnarchen "verschluckt" hat.

Als Max in der Höhle ist und sich einen der Zauberkristalle genommen hat, wacht der Riese doch noch auf und schnappt sich "das Bürschchen". Aber natürlich geht Max Traum gut aus - Erfinder-Hase Hoppel hat bei dieser Gelegenheit einen umjubelten Auftritt, rettet Max, und Max kann die Waldfee retten. Die ersten Kinder applaudieren schon mal, eine Stimme aus den vorderen Zuschauerreihen protestiert: "He, es ist noch gar nicht aus!" Und tatsächlich: Das Beste fehlt ja noch. Als Max nach diesem Traum aufwacht, ist er innerlich gewachsen, pfeift auf Schokolade, will neue Freunde gewinnen. In seinem Traum hat das ja schon geklappt.

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