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Immer auf der Höhe der Zeit sein

Wolfgang Bögner geht nach 19 Jahren als Rektor der Salacher Staufeneckschule in den Ruhestand. Ganz will der 63-Jährige aus Albershausen seiner beruflichen Wirkungsstätte aber nicht den Rücken kehren.

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Hoch hinaus wollte Wolfgang Bögner als junger Mann. "Mein Berufswunsch war Pilot." Ein gesundheitliches Handicap machte jedoch den Traumberuf unmöglich. Nach dem Lehramtsstudium sammelte er von 1972 bis 1982 praxisnahe Erfahrungen. "Ich habe den Beruf Lehrer sehr gerne gemacht, aber nach diesen zehn Jahren spürte ich, dass da noch was kommen muss." Er strebte die Schulleitung an, er wollte etwas bewegen und organisieren. "Ich habe in der Führungsposition größere Gestaltungsmöglichkeiten gesehen."

Der Reiz nach Herausforderungen trieb ihn als Seminarleiter an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen nach Schwäbisch Hall. "20 Jahre habe ich neu ernannte Schulleiter ausgebildet." Nach fünf Jahren in Plochingen als Konrektor wechselte Bögner als Rektor nach Albershausen, bevor er 1994 zum Chef der Staufeneckschule in Salach berufen wurde. Mit Herzblut setzte er sich für Neuerungen ein. "Es war eine große Aufgabe, die Schulentwicklung im Interesse und zum Wohl ihrer Schüler mitzumachen, damit sie immer auf der Höhe der Zeit ist", sagt Bögner. Als "großen Wurf" bezeichnet er die Umwandlung der Halbtages- hin zur Ganztagesschule und jetzt die Einführung der Gemeinschaftsschule. Dazwischen gab es vielfältige Umgestaltungen und Reformen der Werkrealschule, um diese zu retten. "Das alles hat viel Energie und Kraft gekostet, insgesamt war es eine spannende Aufgabe", resümiert er.

Auch bauliche Veränderungen waren in den vergangenen 19 Jahren erforderlich. Ein Lob richtet er an die Gemeindeverwaltung. "Sie hat in all den Jahren immer zu ihrer Schule gestanden und die erforderlichen Investitionen getätigt." Raubte ihm auch manche Sorge den Schlaf, bleibt anderes als wunderbare Erinnerung haften. "Etwa unsere großartigen Musicalaufführungen in der Stauferlandhalle 2007 und 2011." Der Zeitpunkt für seinen Abschied aus dem Berufsleben sei richtig gewählt, meint Bögner, dessen Ehefrau Marianne seit vier Jahren pensioniert ist. "Sie war ebenfalls Schulleiterin und hat mir in den letzten Jahren sehr den Rücken freigehalten, das war eine tolle Entlastung für mich." Es sei ihm in dieser Zeit gelungen mit Unterstützung der Gemeinde, des Kollegiums und der Eltern die Genehmigung für die Gemeinschaftsschule zu bekommen. "Darauf bin ich stolz", sagt Bögner. Die Herausforderung für seinen Nachfolger sei es nun, diese Schulform dauerhaft zu etablieren und das neue Lernkonzept umzusetzen.

Im neuen Lebensabschnitt werde "die Arbeitsverteilung zuhause neu geregelt", sagt er lachend. Zuerst möchte er ohne Wecker in den Tag hineinleben und die Freiheit genießen. "Ich werde die große Erleichterung spüren, die Verantwortung für die Schule nicht mehr tragen zu müssen." Zu den Zukunftsplänen gehören Reisen, mit Schwerpunkt Deutschland und Italien. "Endlich muss ich auch mein Uralt-Versprechen einlösen." Vor 25 Jahren lernte nämlich seine Frau die spanische Sprache, er sollte es mit Italienisch gleichtun, dazu kam es nie. Seine körperliche Fitness will der 63-Jährige mit Radfahren und Tennis stärken. Salach möchte er auch nicht ganz den Rücken kehren. "Ja, es ist mir gelungen, hier meine Fußabdrücke zu hinterlassen." Bei aller Vorfreude auf die kommenden Jahre im Privatleben, da ist es dann doch noch, das weinende Auge: "Ein bisschen war es ja doch auch meine Schule."

Freude am Beruf

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