Mit Pfeil und Bogen wie Robin Hood

Seit vier Jahren gibt es bei der Schützengesellschaft Donzdorf eine Bogenabteilung. Der Sport fördert die Konzentration und fasziniert sowohl junge als auch ältere Mitglieder.

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Heike Sihler legt an. Sie trainiert seit einigen Jahren bei der Donzdorf Schützengesellschaft mit Pfeil und Bogen.  Foto: 

Ruhig und konzentriert steht Heike Sihler an der Linie. Sie legt den Pfeil in ihren Bogen, spannt ihn, zielt und schießt. Treffer. Ähnlich sehen auch die nächsten Schüsse aus. Seit mehreren Jahren ist die Eislingerin Mitglied der Bogenabteilung der Schützengesellschaft Donzdorf. „Ich achte auf meine Atmung, stehe aufrecht und konzentriere mich.“ So beschreibt sie die letzten Sekunden vor dem Schuss.

„Das Schöne am Bogenschießen ist, dass es nicht die eine richtige Technik gibt“, erklärt Dennis Schmid, Leiter der Bogensportabteilung. Nicht nur das macht beim Bogenschießen Laune. „Vor allem die Kleinen finden es toll, wie Robin Hood zu schießen“, berichtet stellvertretende die Abteilungsleiterin Marina Schmid. Gemeinsam hatte das Ehepaar 2012 zusammen mit Philipp Staudenmaier die Idee, eine Bogentruppe zu gründen. Obwohl die Vorstände des Vereins zu Beginn große Bedenken gehabt hätten, habe der Erfolg ihnen Recht gegeben. Im Jahr 2013 startete das Team den Aufbau der Gruppe. Immer mehr junge und ältere Schützen kamen dazu. Angetan von der Resonanz investierte der Vereinsvorstand  etwa 2000 Euro in die Ausrüstung. Derzeit hat die Bogenabteilung 43 Mitglieder, davon 23  Kinder und Jugendliche.

Was bisher aber fehlte, war der Platz im Winter. Die Schützengesellschaft war gezwungen, eine Halle anzumieten. Das ändert sich jetzt: Für insgesamt 270 000 Euro wird das Schützenhaus ausgebaut. „Wir gewinnen mehr Kapazitäten und können im Winter besser trainieren“, erklärt Vereinsvorstand Peter Schubert. Beim Umbau zeigt sich der Gemeinschaftssinn der Donzdorfer: „Er hier zum Beispiel hat gerade Urlaub, aber hilft den ganzen Tag am Umbau mit“, erklärt Schubert und zeigt auf einen Helfer. „Auch Leute die schon in Rente sind, kommen her, um zu helfen.“ Das zeichne den Verein aus.

Ähnlich sieht das auch Richard Wiedmann. Seit mehr als zwei Jahren schießt er mit dem Bogen. „Kameradschaft ist immer das Wichtigste“, betont er, nachdem er einige Pfeile mit seinem Compoundbogen versenkt hat. Ihm gefällt an dem Sport besonders, dass man mit der Zeit wächst. „Man trifft immer besser. Dann investiert man in neue Ausrüstung und trifft noch besser.“ Ein gutes Gefühl, findet Wiedmann. Bogenschießen verbessere außerdem die Rumpf- und Schultergürtelmuskulatur, den Gleichgewichtssinn und die Konzentrationsfähigkeit“, erklärt Vorsitzender Schubert. Marina Schmid beobachtet vor allem auf Kinder eine positive Auswirkung: „Viele unserer kleinsten Schützen haben ganz nervös und hibbelig angefangen. Nach einiger Zeit sind sie aber ganz ruhig und konzentriert“, berichtet sie.

In letzter Zeit sei der Zuwachs  eher gering. Der Ausbau könnte das wieder ändern, denn kein anderer Schützenverein in der Umgebung habe dieses Angebot, meint Peter Schubert. Auch durch andere Angebote wie zum Beispiel das Schülerferienprogramm möchte die Bogenabteilung weiterhin auf sich aufmerksam machen. Die Ausrüstung werde von der Schützengesellschaft gestellt.

Bögen Die SG Donzdorf besitzt Compound- und Recurvebögen. Letztere sind leicht zu spannende Bögen, die auch bei den Olympischen Spielen benutzt werden. Compoundbögen haben ein größeres Visier, eine längere Reichweite. Je länger sie gespannt werden, desto leichter fällt das Ziehen. Dennis Schmid bezeichnete sie auch als „John-Rambo-Bögen“

Kosten Ein Starterpack mit Holzbögen kostet ungefähr 100 Euro. Entscheidet man sich für ein Set aus Metall, muss man bereits 300 bis 400 Euro auf den Tisch legen.

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