Mit 400 Sachen durch die Luft

Tüftler und Kunstflieger zeigten zwei Tage lang ihr Können auf dem Messelberg bei Donzdorf.

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Schauspiel am Abendhimmel: Ein Kunstflieger gleitet am Samstag über dem Messelberg durch ein Feuerwerk.  Foto: 

Der Traktor pflügt durchs Feld. Hundert Meter darüber durchpflügt die F 20 Tigershark von Hans-Jürgen Kümmel den Himmel über dem Sportflugplatz Messelberg. Die Thunderbolt fegt mit knapp 400 Stundenkilometer über die Köpfe der Besucher des traditionellen Flugtages der Donzdorfer Fliegergruppe.

Den Samstag dominierten zahlreiche Piloten mit ihren Modellflugzeugen. Ach was, Modelle. Christoph Bühlers Nachbau des DG-1000 Segelflugzeugs hat eine Spannweite von 5,50 Meter und misst damit gut 25 Prozent der des Originals mit 20 Metern.

Die „Tigershark“ von Hans-Jürgen Kümmel hat mit knapp drei Metern Länge auch gut 20 Prozent der Länge des US-Originals von 14,40 Metern. Und während Kümmel mit seiner Maschine unglaubliche Manöver fliegt, dröhnt aus den Lautsprechern der Airbase die Titelmusik aus „Top Gun“. Zwar flogen die Kampfpiloten in dem Film von 1986 mit Tom Cruise keine F20 Tigersharks. Aber die Musik passt und beflügelt.

Das Modell des Kampfjets haben Hans-Jürgen Kümmel, der auch aktiv in der Modellfliegergruppe Deggingen ist, und Michael Hagenmayer gebaut. Wobei Hagemayer vorwiegend für die Konstruktion und die Herstellung der Einzelteile zuständig sei und Kümmel das Modell aufgebaut habe. Vier Jahre brauchten sie für die beiden einzig existierenden Modelle. Allerdings mit Pausen.

Auch das DG-1000 Segelflugzeug von Christoph Bühler ist ein Eigenbau. Er besitzt eine Flotte von zehn Flugzeugen. Zwei hat er zu den Flugtagen mitgebracht. Neben dem Segelflieger noch den Nachbau einer Focke-Wulf 190, das im Zweiten Weltkrieg als Jagdflugzeug eingesetzt wurde.

Zu dem Hobby kam Christoph Bühler durch seinen Vater. Der habe ihm nämlich einst verboten, mit der Segelfliegerei anzufangen. Also verlegte sich Jung-Christoph auf die Modelle. Daraus resultiert womöglich auch seine Liebe zur DG-1000, das oft auch als Schulflugzeug eingesetzt wird. Bühler hat sein Modell noch mit einem besonderen Accessoire ausgestattet, über das das große Vorbild nicht verfügt: einen ausklappbaren Impeller. Mit diesem „Propeller in der Röhre“ kann er den Gleiter ohne fremde Hilfe starten und in der Luft auch mal Gas geben.

Die Chance, an diesem Flugtag einmal mitzufliegen, nutzen viele Besucher. Entweder einen kurzen Rundflug im Hubschrauber, oder mit einer der vereinseigenen Maschinen. Die starten immer dann, wenn in der Flugschau Pause ist. Boxenstopp sozusagen. Wenn die Piloten sich auf den nächsten Start ihrer zahllosen Modelle vorbereiten.

Rechts und links stehen die großen Maschinen, darunter eine stattliche Zahl an Zlins, deren Eigentümer die Flugtage zu einem Treffen nutzen. Die tschechischen Flugzeuge galten einst als überragende Kunstflugmaschinen. Ladislaw Betzak habe bei den ersten Weltmeisterschaften 1960 auf einer Zlin den Titel gewonnen, berichtetet Manfred Baer. Er ist Berufspilot, flog Kampfjets bei der Bundeswehr und kaufte sich vor wenigen Jahren selbst eine Zlin.

„Wir wollen zeigen, was der Flugsport alles bietet“, sagt Baer. Es sei auch ein Dank an die Bevölkerung, zu der die Fliegergruppe Donzdorf ein „tolles Verhältnis“ habe.  Gleichzeitig nutze man die Flugtage zur Nachwuchsgewinnung, gestand Baer.

Die Bilanz des diesjährigen Flugtages, der wieder mit akrobatischen Kunstflügen, Absprüngen  und einem eindrucksvollen Pyro-Flug in der Dämmerung gespickt war, fiel sehr positiv aus: „Es ist richtig gut gelaufen, wir hatten mehrere tausend Besucher“, freute sich Baer. Der holprige Start am Sonntag, den gegen Mittag ein Gewitter beschert hatte, war da schnell vergessen.

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