Merhaba verliebte Wolke

Es war einmal, es war keinmal . . .und ihr könnt glauben was wir euch erzählen, oder auch nicht: So heißt es in vielen türkischen Märchen und so beginnt auch die Geschichte von der verliebten Wolke.

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Wolfgang Messner vom Blinklichter Theater aus Rot ist längst ein gern gesehener Gast bei der Kindertheaterwoche in Rechberghausen. Ob "Hans im Glück" oder "Wilhelm Tell - alles Schiller. . .oder was?!" - der diplomierte Theaterpädagoge kanns einfach mit seinem jungen Publikum.

So kam auch die Bühnenfassung des Märchens "Die verliebte Wolke" (Asik Bulut) des türkischen Dichters Nazim Hikmet in bisweilen zweisprachiger Fassung prima an. Merhaba, also mit "Hallo" begrüßte er seine zahlreichen kleinen Gäste, um anschließend nachzuhaken, was dieses Wort wohl bedeuten könnte. "Ich hab das schon mal gehört", antwortete ein Junge, traute sich aber dann doch nicht, sein Wissen mit anderen auf der Bühne zu teilen.

Allein schon mit diesem Wort und wie er anschließend an die Mamas, Papas, Omas und Opas appellierte, daraus nicht "Rhabarber" oder "Ali Baba" zu machen, hatte Wolfgang Messner das Eis gebrochen. Wie immer ist der studierte Germanist und Politologe bestens vorbereitet, schlüpft für sein orientalisches Puppenspiel und Schattentheater extra in seinen "Geschichtenerzähler-Mantel". Berichtet wird von einem Derwisch und dessen Zauberflöte (Sihirlikaval), von einem Mädchen (Kiz) namens Ayse und von Kara Seyfi, der ziemlich reich und mächtig im Flötenland das Sagen hat und den Hals einfach nicht vollkriegen kann.

So versucht er Ayse zu überreden, ihm ihren wunderschönen Garten (Harika bir Bahce) zu verkaufen. Doch sie ist nicht an Geld interessiert und seine Frau möchte sie schon gar nicht werden. Wutschnaubend sinnt der Geschäftsmann auf Rache, entwickelt aus lauter Habgier einen hinterlistigen Plan, um an Ayses Garten zu kommen.

Freilich gibt es auch in dieser Geschichte Freunde, die der Schauspieler alle mitgebracht hat. Ob die Taube (Güvercin) als Schatten, das weiße Kaninchen (Tavsan) aus kuschligem Fell oder das Pferd (At), für das ein gewöhnlicher Stuhl herhalten muss - gerade die unterschiedlichen Requisiten geben dem Spiel Pfiff.

Neben dem heißen Ritt auf einem hölzernen Ross, bei dem gleich mal die Stabilität des Bühnenbodens getestet wurde, waren des Erzählers Kartoffelnase oder die lustig quäkende Distel richtig lustige Hingucker. Doch das buchstäbliche Herzstück der Geschichte war die Wolke, die sich mit der Sonne (Günes) abwechselte und dank ihrem Regen (Yagmur) die stolze Rose (Gül) und strahlende Sonnenblume (Aycicegi) zum Blühen brachte. Doch Kara Seyfi gibt nicht auf, reist ins Land der Dürre (Susuzluk) und der Winde (Rüzgar), wo es zu einem abenteuerlichen Kampf zwischen Wind und Wolke kommt. Wolfgang Messner präsentiert die fremde Kultur so lebendig, dass man meint, die Wüstensonne auf der Haut zu spüren. Gekonnt beherrscht er den Wechsel von Schau- und Schattenspiel, Puppentheater und Musik und hat insofern die Aufmerksamkeit der rund 140 kleinen und großen Gäste sicher.

Nette Idee, dass er aus dem Publikum Kinder zum Mitspielen auf die Bühne holt. So muss sich der Theaterpädagoge den Applaus mit der zehnjährigen Dilara (als Ayse) und der zwei Jahre jüngeren Hanna (als Wind) teilen - doch das tat er bestimmt genau so gerne, wie die Zuschauer zum Lachen zu bringen.

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