Mehr Eiche, weniger Fichte im Bad Boller Wald

Douglasie statt Fichte: Der Bad Boller Gemeindewald soll für den Klimawandel gefestigt werden. Das schlagen die Forstleute der Gemeinde vor.

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Ein neuer Zehn-Jahres-Plan für den Bad Boller Gemeindewald steht an. Die Gemeinde bleibt ihrem Kurs treu, den Wald als natürliches Gut zu sehen und weniger als Wirtschaftsgut. Wobei sie da auch gut fährt. Dank guter Konjunktur und der Bad Boller Waldarbeiter-Truppe brachte der Wald in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 38 000 Euro ein.

Die neuen Vorzeichen: Der Wald soll klimaresistenter werden. Die Forstwirtschaft orientiert sich am Klimawandel-Szenario, berichtete Expertin Eva Korn-Allan vom Regierungspräsidium Tübingen dem Gemeinderat. Demnach ist die Fichte ein Auslaufmodell, weil anfällig für Stürme und Trockenheit. Ihre Stelle - derzeit 18 Prozent des Waldes - soll die Douglasie einnehmen. Auch die tiefwurzelnde Weißtanne darf sich ausbreiten. Förster Martin Gerspacher kennt zwei Ecken im Gemeindewald, wo dies geschieht. Eine davon: die Boller Heide.

Der Nadelholzanteil war in Bad Boll schon mal bei 30 Prozent. Jetzt liegt er bei 25. Dabei soll es bleiben, sagt der Förster. Weil er auch den Markt für Nadelholz bedienen will.

Prägend ist dagegen der Laubwald, in den höheren Lagen ein "montaner Buchenwald", so Korn-Allan. Die Buche hat 42 Prozent Waldanteil und darf noch etwas zulegen. Die Eichenbestände sollen wachsen, sie werden wie die Douglasie gezielt angepflanzt. Sie nähern sich damit der früheren Stärke. Aber der Wald soll auch ein Mischwald aus vielen Baumarten bleiben, das stärke ihn im Klimawandel. "Am Albtrauf wächst fast alles", freut sich der Förster: Ahorn, Kirsche, Ulme. Sorgenkind bleibt die Esche, die von einer Seuche bedroht ist.

Auffallend: Bei den Buchen dominieren Bestände von 60 bis 80 Jahren. Weil die Gemeinde mal eine ganze Generation Buche abgeholzt hat, um damit Geld für ihre Turnhalle zu beschaffen. In den nächsten zehn Jahren sollen vor allem jüngere Bestände quer durch den Wald ausgelichtet werden. 1600 Festmeter pro Jahr bleibt das Plansoll. In den letzten Jahren wurde es wegen guter Preise überschritten.

Gut sieben Prozent des Gemeindewaldes sind künftig tabu. Sie werden der Natur überlassen, zum Beispiel angrenzend an den Bannwald Teufelsloch oder als Habitatbäume für Specht und Milan.

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