Mehr als brillante Romantik

Eine reizvolle und seltene TrioKombination aus Flöte (Gaby Pas-Van Riet), Viola (Sophie Pas) und Klavier (Andreas Kersten) war im letzten Konzert des Jahres in der Reihe "Töne der Klassik" in Bad Boll zu hören.

|
Als Trio im Bad Boller Kurhaus: Das Konzert von Gaby Pas-Van Riet (Flöte), Sophie Pas (Viola) und Andreas Kersten (Klavier) bildete den Abschluss der diesjährigen Reihe "Töne der Klassik".  Foto: 

Der feine, wandlungsfähige Flötenklang, ergänzt durch die Sonorität der Bratsche, verbunden mit dem Rahmen gebenden Klavier - das machte den Reiz eines sonntäglichen Triokonzerts im königlichen Festsaal des Kurhauses Bad Boll aus, dem letzten Konzert des Jahres in der Reihe "Töne der Klassik". Die Zuhörer wurden aus den drei konzertanten Duos für Flöte und Viola von Franz Anton Hoffmeister an die Klangmöglichkeiten herangeführt: ein Stück für den bürgerlichen Salon, schwerelos, witzig, ohne irgendwo banal zu werden.

Perfekt abgestimmt und wundervoll nuancenreich war von Anfang an das Spiel der Duo- Partnerinnen, so dass sich der Charme dieses Werks entfalten konnte. Musikalisch ernsthafter ging es bei der späten Sonate f-moll opus 120/1 für Viola und Klavier von Johannes Brahms zur Sache. In allen vier Sätzen dominiert das Gesangliche und sei es, dass es nach massiven Ausbrüchen wieder die Oberhand gewinnt. Den Höhepunkt erreichte dies in den Schattierungen des langsamen Satzes.

Die große Intensität des Violaklangs fand ihre Entsprechung in der Klavierbegleitung. Andreas Kersten fand sich auf dem Bösendorfer-Flügel famos zurecht. Die Virtuosität des Variationenwerks über das Lied "Trockne Blumen" für Flöte und Klavier von Franz Schubert war für Gaby Pas-Van Riet nie Selbstzweck. Ausgehend von der düsteren Einleitung zog sich ihre schlüssige Interpretation durch alle Variationen bis in kleinste Übergänge und dynamische Nuancen hinein. Das war ganz große Kunst.

Der letzte Teil des Konzerts ging dann in die frühe Moderne über. In "Prélude, Récitatif et Variations" opus 3 von Maurice Duruflé waren die Rollen zwischen Viola und Flöte klar verteilt: Der dunkle, beseelte Klang der Viola stand neben den äußerst wandlungsfähigen Cantilenen der Flöte. Dies setzte sich auf mitreißende Weise in vier Tangos von Astor Piazzolla fort: Melancholie der Viola neben der unnachahmlichen Eleganz der Flöte. Davor und dahinter elektrisierten die Tangorhythmen das Publikum; es sei dem Pianisten gegönnt, dass er hier rasant aufdrehte. Die Vitalität dieser Musik, mit erkennbarem Vergnügen und zündender Leidenschaft vorgetragen, ergriff das Publikum.

Die Zugabe: Im Scherzo aus dem Klaviertrio von Carl Maria von Weber wurde auf engstem Raum viel "Freischütz" inszeniert.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Frontalcrash in Schlierbach

Bei einem Autounfall in Schlierbach haben am Freitag zwei Männer leichte Verletzungen erlitten. weiter lesen