Live Ticker: Herbert Juhn hat das Rennen gemacht

Herbert Juhn ist neuer Bürgermeister von Bad Ditzenbach. Er erhielt 58,4 Prozent aller Stimmen. Kontrahent Ansorge kam letztlich auf 40,5 Prozent."Ich bin stolz, ihr Bürgermeister zu sein", sagt Juhn am Ende überglücklich. Mit einem Kommentar von Ralf Heisele: Ein Sieger, zwei Verlierer.

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19:37 Uhr: Wichtigstes Wahlkampfthema war für ihn der Schuldenstand der Gemeinde. "Da war es mir ein wichtiger Ansatz, die Transparenz auszubauen, denn ich glaube, der Bürger braucht noch etwas mehr Information, damit er nachvollziehen kann, wofür das Geld verwendet werden wird." Ansorge sei ein besonders starker Gegenkandidat gewesen, da er als Bürgermeister einer Gemeinde einen großen Vorteil habe. "Ich denke schon, dass er das vermitteln konnte und da auch seine Wähler hat. Jemand wie ich, der das Amt noch nicht innehatte, der kann zwar sagen, ich bin Verwaltungsfachmann - aber er muss es erst beweisen."

Juhn hatte schon in Mühlhausen und Merklingen für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Jetzt hat es in Bad Ditzenbach im dritten Anlauf geklappt. Er habe sich weiterentwickelt, sagt Juhn. "Man lernt ja auch dann aus diesen Kandidaturen. Zum Beispiel, dass ich mehr mit dem Bürger reden muss und dass er mich noch besser kennenlernen kann."

19:35 Uhr: Wahlsieger Juhn strahlt: "Ich bin erleichtert, ja natürlich." Die letzten Wahlkampfabende, die er angeboten hatte, seien sehr gut besucht gewesen. "Von daher hatte ich schon den Eindruck, großen Rückhalt zu haben."

19:32 Uhr: "Ich erwarte, dass es Juhn schafft, den Schuldenstand der Gemeinde zu senken", betont Raichle. Wichtig sei außerdem, dass Juhn es hinbekommt, die drei Orte besser zu vereinen - "Sie müssen sich wieder mehr schätzen."

19:29 Uhr: "Es hat sich abgezeichnet, dass Juhn immer beliebter wurde, dennoch hätte ich ein wesentlich engeres Wahlergebnis erwartet", sagt Manuela Raichle. "Ich kann nur wiederholen, dass rund 60 Prozent Wahlbeteiligung für eine Bürgeremeisterwahl ein gutes Ergebnis ist."

19:27 Uhr: Ansorge sieht sich als der bessere Kandidat: "Ich trete als Kandidat an, der eine gewisse Erfahrung mitbringt. Ich dachte, dass den Ditzenbachern bewusst ist, in welch schwieriger Situation ihre Gemeinde steckt. Ich wäre ein Bürgermeister gewesen, der die Strukturen kennt und der am Schreibtisch direkt loslegen kann. Ich habe es aber nicht geschafft, dies den Bürgern zu vermitteln." Ansorge hat von Bürgern erfahren, dass sie seinen Kontrahenten Juhn als im Ort präsenter wahrgenommen haben. Warum das so ist, ist ihm noch immer ein Rätsel."

19:24 Uhr: Frank Ansorge ist sehr enttäuscht. Er wusste allerdings, dass es heute Abend für ihn sehr knapp wird, obwohl er eigentlich von Anfang an als der klare Favorit galt. Besonders enttäuschend ist für ihn die niedrige Wahlbeteiligung: "Ein Stück weit hat es auch die niedrige Wahlbeteiligung ausgemacht. Ich konnte meine Wähler nicht so mobilisieren."

18:59 Uhr: Herbert Juhn hat 1.006 Stimmen erhalten (58,4 Prozent).
Ansorge 697 Stimmen, 40,5 Prozent
Fischer 17 Stimmen, 1 Prozent

18:52 Uhr: Juhn dankt seinen Wählern, seiner Familie, für die Wahlkampf ebenfalls eine Herausforderung gewesen sei. "Ich bin stolz, dass ich ihr neuer Bürgermeister bin", sagt Juhn glücklich.

18:50 Uhr: Herbert Juhn ist der neue Bürgermeister von Bad Ditzenbach

18:48 Uhr:
Von 1722 Stimmen hat.. Ansorge 697 Stimmen erhalten, Fischer 17, Juhn 1.006, Ueding eine.

18:48 Uhr: Die Wahlbeteiligung lag heute nur bei 57,9 Prozent (von 2996 Wahlberechtigten haben 1734 ihre Stimme abgegeben, zwölf davon sind ungültig). Ein Raunen geht durch den Saal. Für viele ist es eine pure Enttäuschung

18:45 Uhr: Die Auszählung ist vorbei. Ueding verkündet jetzt das Ergebnis. Schon jetzt ist klar: OFFENBAR HAT JUHN DAS RENNEN GEMACHT!

18:36 Uhr: Es wird spannend. Die Wahlzettel sind beinahe alle ausgezählt. In ein paar Minuten dürfte Noch-Bürgermeister Gerhard Ueding das Ergebnis verkünden.

18:29 Uhr: Ansorge war in den letzten drei Wochen jeden Abend unterwegs. Egal, wie die Wahl heute ausgeht, seine Familie ist froh, dass der Wahlkampf dann vorbei ist. "Das ist für meine Frau und für meine Kinder ein massiver Druck. Sie sind auch froh, wenn es dann mal vorbei ist."

In den vergangenen drei Wochen hat Ansorge nochmal alles gegeben - trotz seiner Verpflichtungen als Bürgermeister in Birenbach. Ob das genügt, kann er nicht einschätzen. "Offenbar", räumt er ein, "hat man die Präsenz meines Kontrahenten im Ort eher wahrgenommen." Woran das liegen mag, ist ihm ein Rätsel.

18:27 Uhr: Frank Ansorge ist doch nicht so cool wie gewohnt. "Eine gewisse Anspannung ist da. Das lässt sich nicht vermeiden." Wie die Wahl heute Abend ausgeht, vermag er nicht zu beurteilen, auch nicht, wie sein Wahlkampf beim Bürger angekommen ist. "Das muss der Wähler entscheiden durch sein Wahlverhalten."

18:24 Uhr: Hanna Juhn, Tochter von Herbert Juhn, ist ziemlich nervös. "Ich weiß natürlich nicht, wie es ausgehen wird, aber ich hoffe, dass es mein Vater schafft." Die letzten Tage waren daheim ein bisschen stressig - immerhin hofft die ganze Familie, dass der Vater neuer Rathauschef in Bad Ditzenbach wird.

18:20 Uhr: Bis zur Verkündung des Ergebnis wird es nicht mehr lange dauern.

18:13 Uhr: Auf einmal taucht ein Überraschungsgast auf: Manuela Raichle ist im Rathaus. Ihre Kandidatur hat sie zwar zurückgezogen, das Ergebnis interessiert sie aber dennoch. Und wem will sie nun gratulieren? "Na, dem der gewinnt", sagt sie augenzwinkernd. In die Karten schauen lässt sie sich allerdings nicht.

18:11 Uhr: Der Sitzungssaal im Rathaus füllt sich allmählich.

18:05 Uhr: Frank Ansorge ist zuversichtlich. "Sonst wäre ich ja nicht wieder angetreten", sagt er selbstbewusst. "Ich gehe recht entspannt an die Sache heran, weil ich denke, dass man in so einer Situation mit Druck umgehen muss."

17:59 Uhr: In einer Minute schließen die Wahllokale. Dann beginnt die Auszählung. Mit einem Ergebnis ist aber wohl frühestens in einer halben Stunde zu rechnen.

17:57 Uhr: Ein Pärchen hat in Bad Ditzenbach gerade gewählt. Beide hoffen auf eine höhere Wahlbeteiligung als beim letzten Mal - vielleicht haben sie ja noch Glück. Bislang sah es ja nicht danach aus. Für sie war es selbstverständlich zur Wahl zu gehen. Für sie ist auch klar, wer die Wahl gewinnt. Zweifel hätten sie an ihrem Kandidaten nicht - wer das ist, wollen sie aber natürlich nicht verraten.

17:53 Uhr: Gerade eben ist Herbert Juhn im Rathaus angekommen. Im ersten Wahlgang hatte er knapp 25 Prozent der Stimmen erhalten - mehr Stimmen hatte nur Ansorge gesammelt. Juhn war für viele eine Überraschung gewesen. Obwohl heute ein besonderer Tag für ihn ist, habe er trotzdem gut schlafen können, erzählt er lächelnd. "Ein klein wenig nervös bin ich natürlich schon, aber es geht".

17:45 Uhr: In einer Viertelstunde schließen die Wahllokale. Danach geht es an die Auszählung der Stimmen. Im Ditzenbacher Rathaus finden sich gerade die letzten Wähler ein, um noch schnell ihr Kreuz zu setzen. Im Gegensatz zur Wahl von vor drei Wochen ist es noch sehr ruhig.

17:39 Uhr: Und wie sieht es mit der Wahlbeteiligung in Gosbach aus? Da kann ebenfalls niemand von einem "Run auf die Wahllokale" reden. 1224 dürfen hier ihr Kreuz setzen. Bislang dürfte ungefähr die Hälfte gekommen sein. Es gibt aber auch positive Beispiele, erzählt Wahlhelferin Annika Krapf lächelnd. Vorhin sei eine Wählerin erst aus dem Urlaub gekommen. Ihr erster Weg habe sie nicht nach Hause geführt - sondern ins Wahllokal nach Gosbach, erzählt Krapf.

17:31 Uhr: Mit mehr als 50 Anmeldungen hatte er nicht gerechnet. Doch von solchen Zahlen kann er heute wohl nur träumen. Bis vor einer Stunde hatten sich nicht mehr als 30 Ditzenbacher bei ihm gemeldet. Die Zahl mag enttäuschen, die Resonanz aber ganz und gar nicht. "Der Effekt, den ich  mir gewünscht hatte, ist da", erzählt Spieß zufrieden. Seine Fahrgäste hätten das Angebot sehr gerne angenommen. Viele hätten ihm gesagt, dass es eine tolle Idee gewesen sei.

17:27 Uhr: Erstmals mit von der Partie ist auch Hans-Rainer Spieß als Shuttle-Busfahrer. Seit neun Uhr morgens düst er mit seinem Achtsitzer durch Bad Ditzenbach und fährt Wähler in die Lokale. Er sei ein wenig überrascht gewesen, dass vor drei Wochen beim ersten Wahlgang nur 59,7 Prozent ihre Stimme abgegeben hatten. "Was können wir da machen, dass es mehr wird?", habe er sich gefragt. Lange überlegen musste er nicht: Um gerade den Leuten, die schlecht zu Fuß sind, zu helfen, könne er ja einen Wahlbus anbieten. Vielleicht, so seine Hoffnung, würden dann auch diejenigen kommen, die davor nicht gewählt hatten.

17:22 Uhr: Wer dennoch in die Wahllokale geht, scheint zu wissen, was er dort will. "Keiner überlegt lange", erzählt Wahlhelferin Silvia Oettinger, die Bau- und Ordnungsamtsleiterin in Bad Ditzenbach ist. "Die Leute kommen und setzen schnell ihr Kreuz."

17:15 Uhr: "Mir ist die Wahl heute viel leichter gefallen", sagt eine Wählerin in Auendorf. Dieses Mal sind es immerhin nur zwei Kandidaten, die Bürgermeister werden wollen: Ansorge und Juhn. Und dennoch: Es gibt zwar weniger Kandidaten, doch es scheint auch weniger Wähler zu geben. Die Wahlbeteiligung dürfte beim zweiten Wahlgang sogar noch unter den 59,7 Prozent vom letzten Mal liegen. Bis 16 Uhr hatten gerade einmal 154 von 360 Wählern in Auendorf ihre Stimme abgegeben - zuzüglich der 87, die per Briefwahl gewählt hatten. Ingesamt doch noch eine recht schwache Quote!

17:00 Uhr: In genau einer Stunde schließen die drei Wahllokale. Dann geht es an die Auszählung der Stimmen. Vor drei Wochen hatte es bei der ersten Wahl noch keinen Sieger gegeben - denn keiner der Kandidaten überwand die 50-Prozent-Hürde.

Frank Ansorge (38 Prozent), Herbert Juhn (24,8 Prozent) und Manuela Raichle (20,9 Prozent) hatten die meisten Stimmen gesammelt. Nun hatte jeder erwartet, dass sich dieses Trio beim zweiten Wahlgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen bieten würde. Doch nur wenige Tage nach der ersten Wahl folgte die Überraschung: Raichle zog ihre Kandidatur zurück.

Schon vor Raichle hatten Oliver Taschowsky, der 1 Prozent der Stimmen holte, Christian Stähle (2,6 Prozent) und Reiner Gauger (12,1 Prozent) aufgegeben.

Nicht zu vergessen: Siebter im Bunde war Andreas Fischer von der Nein-Partei gewesen. Er war zur Wahl angetreten - wollte als Vertreter der Nein-Partei aber natürlich nicht gewählt werden. Er erhielt acht Stimmen (0,4 Prozent).

 

Kommentar von Ralf Heisele: Ein Sieger, zwei Verlierer

Herbert Juhn heißt der neue Bürgermeister in Bad Ditzenbach. Der 52-Jährige hat im zweiten Wahlgang aufgetrumpft und über 300 Stimmen mehr bekommen als sein Konkurrent Frank Ansorge, der im ersten Durchgang vor drei Wochen noch das Rennen gemacht hatte.  Das ist eine faustdicke Überraschung – zumindest auf den ersten Blick. Es kann nun viel analysiert und spekuliert werden. Letzten Endes haben aber nicht so sehr die kommunalpolitischen Themen den Ausschlag gegeben, sondern die beiden Kandidaten selber. Die Bürgermeisterwahl in Bad Ditzenbach war eine Persönlichkeitswahl.

Am Sonntag hat mit Herbert Juhn der Kandidat die Nase vorn gehabt, der ruhig und sachlich agierte, der Bürgernähe und Transparenz propagierte und der im Bewusstsein der Leute in den vergangenen drei Wochen präsenter war. Ihm trauen die Bad Ditzenbacher am ehesten zu, ihre Gemeinde in den kommenden acht Jahren zu lenken. Natürlich hat der Laichinger auch vom Rücktritt Manuela Raichles nach dem ersten Urnengang profitiert – zumal die Eislingerin eine Wahlempfehlung für ihn gegeben hat.

Juhn hat im dritten Anlauf seinen Traumberuf erreicht. In ein paar Wochen tritt er die Nachfolge von Gerhard Ueding an. Aufgaben gibt es für ihn zur Genüge. Er hat zwar das Verwaltungsgeschäft von der Pike auf gelernt, nun muss er beweisen, dass er dieses Wissen im Rathaus auch umsetzen kann.

Für Frank Ansorge ist das Ergebnis ein herber Schlag. Er hat an Stimmen kaum zugelegt, obwohl auch er sich in den vergangenen drei Wochen mächtig ins Zeug gelegt hat. Die Bad Ditzenbacher haben ihm eine Abfuhr erteilt. Warum? Vielleicht, weil er sich als Macher präsentierte, der wisse, wie man ein Rathaus führt und (zu) selbstbewusst auf die Leute zuging. Vielleicht auch, weil er sich als einziger Kandidat beim beherrschenden Thema – der Halle samt Standortfrage – hinter das Votum des Gemeinderats gestellt hat. Vielleicht haben ihn gerade die Ortsteile Auendorf und Gosbach dafür abgestraft. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicher ist, dass Ansorge nun den Gang nach Canossa antritt. Man darf gespannt sein, wie man den abtrünnigen Sohn in Birenbach empfängt.

Neben Frank Ansorge gibt es aber noch einen Verlierer – die Demokratie. Für eine Stichwahl sind die 57,9 Prozent Wahlbeteiligung lächerlich. Im Hauptort waren es sogar nur 41 Prozent. Nach der müden Beteiligung vor drei Wochen hatte man auf weit mehr Wähler gehofft. Und nun diese Enttäuschung.

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Bürgermeisterwahl

Herbert Juhn hat sich gegen seine Konkurrenten durchgesetzt. Er wurde am 22. Februar zum neuen Bürgermeister von Bad Ditzenbach gewählt. Er erhielt 58,4 Prozent der Stimmen und ließ seinen stärksten Kontrahenten Frank Ansorge (40,5 Prozent) weit hinter sich.

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