Lilli Ell betreut Prominente beim Sommerfestival

Ohne Künstler, kein Sommerfestival. Damit sich die prominenten Gäste richtig wohlfühlen, liest Lilli Ell ihnen jeden Wunsch von den Augen ab. Da pflückt sie schon mal Pfefferminze aus dem eigenen Garten.

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Auch wenn Lilli Ell nichts dem Zufall überlässt, die Künstler vom Bahnhof oder Flughafen abzuholen, fällt nicht in ihren Zuständigkeitsbereich. Der befindet sich je nach Wetterlage auf Schloss Filseck oder der Bürenhalle Wäschenbeuren und häufig in ihrer eigenen Küche. Dort bereitet sie oft das Essen für Prominente vor, etwa Nudel- oder Kartoffelsalat. Die Ebersbacherin ist Künstlerbetreuerin.

Anfangs zuständig für Werbung in den Printmedien, kümmert sie sich seit rund fünfzehn Jahren um das Wohl namhafter Gäste. Erfüllt, was im Vertag steht und liest so manchen Wunsch von den Augen ab. Was bis auf den Thymianhonig für Jazzmusiker Tom Gaebel auch immer klappte. "Der ungewöhnliche Brotaufstrich war einfach nirgends zu kriegen", erinnert sie sich lachend zurück. Volles Engagement und Leidenschaft, Attribute, die für Lilli Ell selbstverständlich sind. Mit ein Grund, warum "Gogol & Mäx" sich bei ihr mit einem Blumenstrauß für den guten Service bedankten.

Bleiben die Künstler nicht über Nacht, bügelt sie mitunter schon mal deren Kleidung auf. Während die Zuschauer die Protagonisten auf der Bühne in ihrer jeweiligen Paradedisziplin sehen, weiß die 64-jährige, wie Senta Berger, Klaus Maria Brandauer oder Konstantin Wecker quasi "ungeschminkt" ticken. Zumindest ein klein wenig. Freute sich letzterer Liedermacher über die Besorgung von Gesundheitsriegel mit Erdbeergeschmack, entlarvte sich die als unnahbar geltende Schauspielerin und "schnelle Gerd"" trotz Grippe gleichfalls als sehr umgänglich. "Sie wollte nur bestimmte Medikamente, etwas Ruhe und war ansonsten mit allen zufrieden", berichtet Lilli Ell.

Auch seinem Ruf als "männliche Zicke" wurde der preisgekrönte Mephisto und James-Bond-Widersacher so gar nicht gerecht. Ganz im Gegenteil: Klaus Maria Brandauer war freundlich und zeigte sich an der Schlossgeschichte sowie an Lilli Ells Pfefferminztee äußerst interessiert. "Den brühte ich aus frischen Minzblättern direkt aus meinem Garten", verrät die Künstlerbetreuerin, die damit den Geschmack des Weltstars voll getroffen hat.

1975 trat die Germanistik- und Anglistik-Lehrerin in den Schuldienst ein, absolvierte im Hohenstaufen-Gymnasium ihre Ausbildung, unterrichtete dann im Gymnasium Ebersbach, inzwischenals Raichberg-Gymnasium bekannt. Seit zehn Jahren berichtet sie außerdem in der Lokalzeitung über klassische Konzerte.

Mit Gerald Buß verbindet die Pädagogin seit über dreißig Jahren eine große Freundschaft. Holte sie der Festivalgründer gleich zu Beginn in seinen Projektchor, bereichert Lilli Ell bis heute den Kammerchor Capella Nova mit ihrer schönen Alt-Stimme. Seit 1996 ist sie auch Mitglied im Verein "Musik auf Schloss Filseck". Den meisten Kontakt, auch privater Natur, hatte sie mit Konstantin Wecker und Dieter Hildebrand. Wobei der Kabarettist nach seiner Lesung keinerlei Ermüdungserscheinungen an den Tag legte. "Eine Gruppe von Leuten und ich diskutierten mit ihm über Politik und anschließend über Gott und die Welt.

Ein sehr feiner, gebildeter Mensch war das", denkt sie gerne an die tollen Gespräche zurück. Natürlich bleiben nicht alle Gäste in guter Erinnerung. Recht unangenehme Zeitgenossen waren beispielsweise die Mitglieder des Ukulele Orchesters aus Großbritannien, die sehr arrogant und fordernd waren. Lilli Ell freut sich auf die kommenden Tage. "Auch weil meine ganze Familie dahinter steht und mich darin sehr unterstützen."

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