Liederkranz Heiningen rockt die Halle

Nach zwei Konzerten mit großem Orchester rockte der Liederkranz Heiningen diesmal die Voralbhalle zusammen mit der Band "Streetlife". "All night long" - die ganze Nacht - dauerte das Konzert leider nicht.

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"Ich könnte noch stundenlang zuhören." Die Stühle in der Voralbhalle gehören bestimmt nicht zu den bequemsten ihrer Art, doch als sich "Streetlife" und die drei Chöre des Liederkranzes um halb zwölf mit Leonard Cohens "Hallelujah" endgültig verabschiedeten, hatten manche noch immer nicht genug. "Das war etwas ganz Besonderes", waren sich die meisten einig.

"Das Besondere" ist genau das, was der Liederkranz immer wieder aufs Neue sucht. "Mit der Musik ist es wie beim Essengehen oder beim Kochen", erklärte Jürgen Rothfuß zu Beginn des Konzerts. "Man hat ein Lieblingslokal und ein Lieblingsessen, aber irgendwann möchte man etwas mit anderen Zutaten und anderen Gewürze probieren, um eine besondere Note zu schaffen." Die dreiköpfige Band "Streetlife", bestehend aus Holgi Köller, Gerrit Funk und Berti-Jo Müller stellte sich schnell als genau die richtige "Zutat" heraus, Bekanntes neu zu würzen. Miteinander, durcheinander, ohneeinander, abwechselnd, solo oder gemeinsam - Jürgen Rothfuß mischte Band und Chöre, Band und Solisten, und Chöre untereinander.

So sang die sichtbar gewachsene "New Generation" mit Solistinnen der "Chorcompany" Adeles "Rollin' in the deep" und begleitete gekonnt den "Great Pretender". Ob "Schrei nach Liebe" von den Ärzten, "Titanium" oder Rea Garveys "Oh my love", die New Generation hat aggressiv und laut genauso drauf wie emotional gefühlvoll. Rasenden Beifall erntete die Samtstimme einer jungen Solistin aus den Reihen des Chors, die mit "I'm not the only one" von Sam Smith eine der musikalischen Perlen präsentierte, die von Streetlife und den Sängern und Sängerinnen des Liederkranzes zum Diamanten aufpoliert wurden.

Eine dieser Perlen war natürlich auch der Titelsong "All night long" und Lionel Richie hätte vermutlich seine helle Freude gehabt, hätte er denn eine der 800 Eintrittskarten ergattert, die am ersten Vorverkaufstag bereits gegen Mittag ausverkauft waren. Beeindruckt wäre er sicher auch vom Gemischten Chor gewesen. Der überraschte, obwohl viele die 80 bereits überschritten haben, wieder einmal mit erstaunlicher Stimmkraft und präsentierte neben einer Hommage an Udo Jürgens politisch hochaktuelle Titel wie "Hier ist ein Mensch" oder "Unter fremden Sternen". Die Chorcompany beeindruckte unter anderem mit "Africa" von Toto und "In the living years" von Mike and the Mechanics und lieferte ein wahres Konzentrationswunder mit einem Mr. Farnham-Roxette Medley ab.

Die perfekt miteinander harmonierenden Stimmen der Streetlife-Mannen waren bei mehr als einem Titel genau die Prise Salz, die das Außergewöhnliche ausmachte. Berti-Jo Müller, Gerrit Funk und Holgi Köller bestachen zudem mit dem perfekten Einsatz ihres Instrumentariums. Funk gab einigen Titeln mit dem Tenorsaxophon die besondere Note. Natürlich bekam Streetlife auch einen "Alleinpart" während dem sich die Chöre genussvoll entspannen konnten.

Am Ende des Konzerts schienen Chöre, Band und Publikum zu guten Freunden zusammen gewachsen und ließen in kollektiver Einigkeit "You've got a friend" erklingen. Ein Lob auch an Mix Town. Selten gab es in der Voralbhalle einen so guten Sound.

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