Liederkranz Gingen feiert 170-jähriges Bestehen

Kaum ein Platz blieb frei, als der älteste Verein in Gingen, der Liederkranz, im festlich geschmückten Saal sein 170-jähriges Bestehen feierte. Die "Friends In Music" (FIM) unter Leitung von Claudia Mann eröffneten die Veranstaltung.

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Ehrungen beim Liederkranz: Die Jubilare mit der Vorsitzenden Cornelia Stückler.

Die Vorsitzende Cornelia Stückler begrüßte unter den Gästen auch Bürgermeister Marius Hick und Pfarrer Matthias Krauter mit Gattin. Dann wurden fünf Jubilare ausgezeichnet. Manfred Schmid und Wilfried Ott sind schon seit 60 Jahren im Verein, wobei Manfred Schmid noch heute aktiver Sänger und Notenwart ist. Für 50 Jahre wurde Eberhard Maier ausgezeichnet. Er war lange Pressewart und für viele hervorragend Ausflüge verantwortlich. Rudolf Kaufmann sollte für seine 40-jährige Mitgliedschaft geehrt werden; leider konnte er an der Feier nicht teilnehmen. Für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Marianne Miller und Renate Zilian geehrt. Beide sind noch aktive Sängerinnen. Die Vorsitzende dankte allen für die Treue und Arbeit im Verein mit einem kleinen Präsent. Mit einem Beitrag des gemischten Chors unter Leitung von Jürgen Garmatter schloss der offizielle Teil.

Einen kleinen Rückblick in die Geschichte des Vereins gab Helmut Ziegler. 1844 gab Pfarrer Köhler den Anstoß, einen Gesangverein zu bilden. Chorleiter Hinderer übte mit den Sängern viermal in der Woche.

Ein Problem war der Jahresbeitrag von 65 Groschen, der nötig war, um die Kosten zu decken. Er entsprach einem Wochenlohn. So viel konnte die arme Landbevölkerung oft nicht aufbringen, doch Pfarrei und Kirchengemeinde sprangen ein. Als der Verein 1855 wieder mittellos war, übernahm die Gemeinde die Kosten, um "den unmoralischen Gassengesang" abzustellen.

1931 begann der Liederkranz mit dem Bau seines Sängerheims, das erst 1993 ganz fertig wurde. 1951 feierte er sein 50-jähriges Jubiläum, 1969 erhielt er die Zelterplakette. Beim 125-jährigen Jubiläum hatte der Männerchor über 60 Sänger. 1977 wurde der Frauenchor gegründet, später auch ein Kinderchor. Zur 1000-Jahrfeier der Gemeinde 1984 gab es ein Konzert mit über 100 Sängern. Die Neunziger Jahre waren die erfolgreichste Zeit des Vereins. Dirigenten waren Dieter Läßle und Michael Geiger. Im Jahr 2000 übernahm Gabriele Grabinger für zehn Jahre das Zepter. Das Liedgut wurde modern und es kam Bewegung in den Chor. In dieser Zeit gab es viele Konzerte auch mit befreundeten Vereinen.

Die Jahresfeier war es dem Liederkranz diesmal wert, ein bekanntes Künstlerehepaar einzuladen: Gudrun Kohlruss vom Operettenensemble Stuttgart (Sopran) und Andreas Kersten als Dozent an der Stuttgarter Hochschule am Klavier. Unter dem Motto "Träumen mit schönen Melodien" ließ sich der Liederkranz in das Land der Operettenmusik entführen. Wer kennt sie nicht, die Lieder aus der "lustigen Witwe", der "Csardasfürstin" oder aus der "Fledermaus". Gudrun Kohlruss mit ihrem glockenreinen jubilierenden Sopran hatte das Publikum sofort begeistert. Mit der Begleitung durch ihren Partner und Mann Andreas Kersten verwandelte sich der Raum in einen Konzertsaal. Humorvoll mit herzerfrischender Leichtigkeit vorgetragen, war das der Höhepunkt des Abends. Der lange Applaus bestätigte es.

Den Abschluss machte ein Orginal aus dem Filstal. Wer kennt sie nicht, die "Seniorenstripperin", das "Klärle von Salach". Humorvoll aus dem Leben gegriffen, rustikal und offen waren ihre Sprüche. Doch das ist nicht alles. Sie sammelt unermüdlich für Rosmarie Böhriger, den "Engel der Kinderklinik Olgäle" in Stuttgart, und das tat sie auch nun wieder. Auch eine reichhaltige Tombola, die Helmut Maßfelder mit seinen Helfern aufgebaut hatte, erfreute sich regen Zuspruchs. Die Preise hatten Geschäftsleute und Freunde gestiftet.

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