LEITARTIKEL: Kreis-Kicker im Vorwärtsgang

Für die Fußballer des Göppinger Sportvereins kann es ein Sommermärchen 2015 werden:

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Der Verbandsliga-Zweite der abgelaufenen Saison geht mit einem 1:0-Vorsprung ins Aufstiegs-Rückspiel bei CfR Pforzheim am Sonntag. Setzt sich die Coveli-Elf durch, kehrt der Sportverein nach 30 Jahren in die Oberliga zurück. Der tiefe Fall bis in die Bezirksliga wäre aufgearbeitet und das aktuelle Aushängeschild der Kicker im Landkreis behielte seine Ausnahmestellung.

Aber auch im Falle des Scheiterns beim Favoriten in Baden gebührt dem Traditionsklub von der Hohenstaufenstraße Respekt für seine kontinuierliche Aufbauarbeit über Jahre. Engagierte Funktionäre, gute Jugendarbeit und die verbesserte Infrastruktur sind Säulen für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Rot-Schwarzen, die sich im Falle des Aufstiegs aber weiter strecken müssen. Dabei fiel beim Aufstiegs-Hinspiel mit 2500 Zuschauern vor allem ins Auge, dass es rund um den grünen Rasen für die Fußballfans keinen Schutz vor der prallen Sonne gibt. Das bedeutet auch, im November keinen Schutz vor dem Regen, im März keinen Schutz vor Schneeflocken – wie aber will ein möglicher Oberligist da auf einen vernünftigen Zuschauerschnitt kommen, geschweige denn, seine Vip-Gäste vernünftig betreuen?

Dass nicht nur in der Kreis-Metropole, sondern auch in der Nachbarschaft Fußball im Vorwärtsgang gespielt wird, unterstrichen in der vergangenen Saison mit dem FC Heiningen, dem SC Geislingen, dem TSV Bad Boll, dem SV Ebersbach und dem FC Eislingen gleich fünf Landesliga-Vereine. Musste Aufsteiger Eislingen, wie die Göppinger Oberliga-Gründungsmitglied Ende der Siebziger Jahre, äußerst knapp den Abstieg in Kauf nehmen, drehte der FC Heiningen am großen Rad und schaffte als Landesliga-Meister den Sprung in die Verbandsliga – und das Wort vom Oberliga-Aufstieg ist beim ambitionierten FCH auch nicht verboten.

Dass der Profi-Fußball den Amateurkickern dabei das Leben extrem schwer macht, muss stets berücksichtigt werden. Fernsehspiele zu allen Zeiten lassen von Zuschauerzahlen wie noch vor 30 Jahren nur noch träumen – der Fan zahlt lieber fürs TV-Abo als beim Dorf-Klub. Letztlich sahnen Sepp Blatter und sein FIFA-Klüngel ab, der Deutsche Fußball-Bund gilt als reichster Sportverband der Welt – immerhin schüttete dieser jetzt 500 Euro für den TSV Ebersbach aus, weil der Klub in anerkennungsvoller Weise Asylanten im Vereinssport integriert. Dieser Basis muss auch im Fußball wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

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