Leichtfertige Hundehalter im Visier

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  • Staffordshire Terrier gelten als Kampfhunde. Wenn sie den Wesenstest  nicht bestehen, müssen sie einen Maulkorb tragen. 1/2
    Staffordshire Terrier gelten als Kampfhunde. Wenn sie den Wesenstest nicht bestehen, müssen sie einen Maulkorb tragen. Foto: 
  • Auch Pitbulls – hier ein in einem Tierheim gelandeter Rüde – sind als Kampfhunde eingestuft. Bestehen sie die Wesensprüfung nicht, wird ein Maulkorb Pflicht. 2/2
    Auch Pitbulls – hier ein in einem Tierheim gelandeter Rüde – sind als Kampfhunde eingestuft. Bestehen sie die Wesensprüfung nicht, wird ein Maulkorb Pflicht. Foto: 
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Stadt und Polizei in Geislingen machen weiter Ernst: Nachdem bereits am  12. Mai wegen Verstößen gegen die gültigen Vorschriften ein Kampfhund beschlagnahmt worden war, erfolgte am vergangenen Dienstag ein weiterer Zugriff. Einem Hundehalter, dessen American-Staffordshire-Mischling an Christi Himmelfahrt ein Kind gebissen hatte und vor Kurzem bei seinem Wesenstest durchgefallen war, wurde ebenfalls ein Hundehaltungsverbot erteilt, geben Ordnungsamt und Polizei in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Der Hund wurde mit Unterstützung des Polizeireviers Geislingen sowie von Spezialisten der Polizeihundeführerstaffel Ulm beschlagnahmt und vorläufig in einem Tierheim untergebracht.

Ein Kind gebissen

„Es ist geradezu erschreckend, wie fahrlässig der Hundehalter im Vorfeld der Beschlagnahme ­gehandelt hat“, führt der Leiter des Geislinger Ordnungsamtes, Philipp Theiner aus. Der Besitzer hatte mehrere fremde Kinder, die den Hund streicheln wollten, in den umzäunten Bereich seines Grundstückes vorgelassen. Dort hielt sich der Hund ohne Maulkorb und unangeleint auf. Der Hund lief dann unvermittelt, so beschreibt es der Ordnungsamts­chef, auf eines der Kinder zu und biss dieses in den Oberschenkel. „Der Halter hätte hier ganz klar seinen Kampfhund wenigstens anleinen und ihm aus Sicht der Stadt auch einen Maulkorb anlegen müssen. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass ihm die Gefährlichkeit seines Hundes nach dem nicht bestandenen Wesenstest bekannt war“, sagt Theiner weiter.

Die schwerpunktmäßige Kontrolle von Kampfhunden war durch Polizei und die Stadt erst kürzlich in die Konzeption zur Bekämpfung von Sicherheits- und Ordnungsstörungen in Geislingen aufgenommen worden.

In Göppingen sind nach Auskunft des Pressesprechers der Stadt, Olaf Hinrichsen, 13 Listenhunde (American Staffordshire Terrier, Bullterrier oder Pit Bull Terrier) gemeldet, bei denen die Kampfhundeeigenschaft im Rahmen einer Verhaltensprüfung widerlegt worden ist. Damit sei der Maulkorbzwang entfallen, der Leinenzwang gelte trotzdem permanent. Derzeit, so Hinrichsen, laufen fünf weitere Anträge für Verhaltensprüfungen. Bis zur Verhaltensprüfung gilt ein permanenter Maulkorb- und Leinenzwang.  Außerdem gebe es in Göppingen sieben Hunde unterschiedlicher Rassen, die nicht auf der Kampfhunde-Liste sind, welche von der Ortspolizeibehörde aber nach der Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde  als gefährlich eingestuft wurden und für die ein permanenter Maulkorb- und Leinenzwang gilt sowie gegebenfalls eine ausbruchssichere Einzäunung des Grundstückes.

Dunkelziffer durchaus möglich

 Der Pressesprecher: „Die Anmeldungen zur Verhaltensprüfung und somit der Haltung von Listenhunden ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Probleme sind keine bekannt.“

In Eislingen dagegen ist aktuell kein sogenannter Kampfhund angemeldet. „Es ist aber durchaus möglich, dass es da eine Dunkelziffer gibt“, erklärt Kornelia Glass vom Eislinger Ordnungsamt. So gebe es aktuell einen Hinweis aus der Bürgerschaft, dass es sich bei einem als Boxermischling angemeldeten Tier um einen Kampfhund handle. „Wir gehen solchen Hinweisen immer nach“, sagt Glass, wobei die Handhabe oft schwierig sei. „Manche fühlen sich schon bedroht, wenn ein  Hund aus sie zukommt.“ Gegebenenfalls würden die Halter aufgefordert, bei ihrem Hund einen Wesenstest vornehmen zu lassen. Je nach Ergebnis könne dann ein ständiger Leinen- oder gar Maulkorbzwang auferlegt werden. Indes sei es nicht allein an der Rasse festzumachen, ob ein Hund problematische Verhaltensweisen zeigt.

„Wir können nicht jeden Hund, der beißt, beschlagnahmen“, sagt Philipp Theiner, der Leiter des Geislinger Ordnungsamts. Nach solchen Vorfällen würden Gespräche mit dem Halter geführt, der sein Tier dann nur noch an der Leine und mit Maulkorb führen darf, erklärt Theiner. Dasselbe gelte für sogenannte Listenhunde, die wegen ihrer Rasse als gefährlich gelten, wenn diese den verpflichtenden Wesenstest nicht bestehen oder diesen unentschuldigt versäumen. Auch eine Strafzahlung wird für den Halter fällig, wenn dessen Hund jemanden verletzt hat. „Man muss seinen Hund so halten, dass keine Gefahr für Leib und Leben anderer besteht“, betont Theiner.

Wenn das Tier nochmal gefährlich wird, kann dieses beschlagnahmt werden. Je nach Verhalten des Tiers muss die Polizei mit Fangschlingen und Schutzhandschuhen vorgehen, erklärt Theiner. Der Hund wird dann auf Kosten des Halters im Heim untergebracht. Erklärt das Gericht die Einziehung für rechtskräftig, gehört der Hund der Gemeinde und das Tierheim kann ihn weiter vermitteln.

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