Lebenshilfe feiert ihren Schulkindergarten

Die Lebenshilfe lädt am 1. Juli zum Sommerfest nach Heiningen ein, wo zudem das 50-jährige Bestehen des Schulkindergartens gefeiert wird.

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Die Kinder fühlen sich in ihrem Kindi wohl.  Foto: 

Den Meterstab fest in einer Hand, stapelt Nico unermüdlich große Schaumstoffklötze und kleine Holzstühle übereinander. „Er ist unser Baumeister und würde am liebsten den ganzen Tag nichts anderes tun“, verrät Isolde Matena-Teubert. Sie ist seit 41 Jahren Erzieherin im Schulkindergarten der Lebenshilfe und regt mit viel Einfühlungsvermögen und Geschick ihre sieben Schützlinge dazu an, sich an den verschiedensten Dingen zu versuchen.

 Ruckzuck werden die Schaumstoffklötze zu Pferden, auf denen es sich prima reiten lässt. Was frisst und trinkt ein Pferd? „Pizza und Cola“, erklärt einer der Kleinen ernsthaft. Was er mag, kann schließlich für ein Pferd nicht schlecht sein. „Wo sind Robbi Robbel und das Pandababy?“ An einem der Tische wird eine Art Memory gespielt, an einem anderen setzt ein Junge zum x-ten Mal eine Kugel in die Kugelbahn und freut sich, wie sie hinunterrollt.

Spielen, toben, kuscheln – seit nunmehr 50 Jahren haben Kinder mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen im Schulkindergarten der Lebenshilfe die Chance, in ihrem Tempo die Welt zu entdecken und zu erobern. In kleinen Gruppen werden zwischen fünf und sieben Kinder von einer Erzieherin und einem FSJler betreut. Zudem sind ein Sozialpädagoge, eine Hauswirtschaftskraft und gruppenübergreifend tätige pädagogische Fachkräfte im Team. Eine Sonderschullehrerin der Bodelschwinghschule fördert die Kinder zusätzlich, Logopäden, Krankengymnasten und Ergotherapeuten kommen ins Haus und auch ein Therapiehund ist regelmäßig zu Besuch. „Ziel ist es, jedem Kind vielfältige und individuelle Anregungen in vertrauter Umgebung zu bieten“, erklärt der Leiter des Schulkindergartens Michael Tränkle und führt aus: „Als die damals gerade mal fünf Jahre alte Lebenshilfe 1967 den Schulkindergarten ins Leben rief, war das eine von Eltern hart erkämpfte Errungenschaft, bei der es um das Recht auf spezifische Förderung und Bildung behinderter Kinder ging.“

Der Kindergarten mit den besonderen Strukturen entwickelte sich zu einem wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil der Lebenshilfe. Alle 30 Plätze sind belegt und Tränkle kann trotz des Inklusionsgedankens nicht erkennen, dass es die besondere Einrichtung nicht mehr braucht. Er warnt vor „Schwarz-Weiß-Denken“ und meint: „Es braucht verschiedene Möglichkeiten und nicht „Entweder – Oder“. Für manche Kinder ist Inklusion eine Riesenchance, andere sind damit heillos überfordert.“

Info Das Sommerfest findet am Samstag, 1. Juli, von 14 bis 17 Uhr auf dem Gelände der Lebenshilfe in Heiningen, Heubachstr. 6-10 statt.

Der Schulkindergarten der Lebenshilfe Göppingen steht Kindern aus dem ganzen Landkreis offen. Für die Aufnahme ist ein sonderpädagogisches Gutachten des Schulamtes notwendig.

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