Leben malt eigene Wahrheit

Eher unfreiwillig überfiel Silvia Hecker die Liebe zum künstlerischen Ausdruck. Für die freischaffende Künstlerin aus Hattenhofen kann es bei Bildern nicht groß genug sein, dagegen fast klein ihre Objekte.

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Manchmal lenkt etwas Unangenehmes, buchstäblich Schmerzhaftes das Leben in völlig andere Bahnen. Kitzelt wie bei Silvia Hecker ein Talent heraus, das seit Jahrzehnten tief im Inneren schlummerte und erst durch eine längere Krankheit wie ein Vulkanausbruch zu Tage befördert wurde.

Zwar war die Liebe zum künstlerischen Ausdruck schon immer vorhanden, doch lange nicht als Chance oder Qualität erkannt. Bis 1996 arbeitete die aus Ulm stammende Erzieherin in der Jugendhilfe in Karlsruhe in einem Heim für verhaltensauffällige Männer und später in Ulm für benachteiligte Frauen. Ausschlaggebend für die berufliche Wende waren gesundheitlichen Probleme, die sie 1993 ein Jahr außer Gefecht setzten und ihr viel Zeit zum Nachdenken bescherten.

"Was bewegt mich? Es war wirklich so, dass ich bereits fertige Bilder im Kopf hatte. Auf Anhieb in groß gedacht war es mein intensiver Wunsch, Bewegung in Farbe umsetzen", erinnert sich Silvia Hecker an den Beginn ihrer professionellen Schaffensphase, die bis dato rund 40 Ausstellungen sowie zahlreiche Auftragsarbeiten nach sich zogen. "Mein erstes Bild habe ich buchstäblich auf allen Vieren gemalt. Auf sowie am Boden Platz gemacht, eine Plastikfolie, darüber eine riesige Sperrholzplatte und mit meinem verbliebenen Schwung förmlich drauf losgemalt."

Offenbarte sie in ihrem blau-gelb gehaltenen Erstlingswerk eine Welle, schwungvoll-fließend mit dem lauten Ruf nach Fortbewegung, Teilnahme sowie Veränderung, bleibt sie diesem dynamischen Stil der informellen oder auch gestischen Malerei konstant treu. Lautete einst der Plan: "Ich male nur für mich", war das zweiteilige Motiv auf zwei mal 1,50 Metern der Grundstein für ihren Erfolg, den sie so nicht erwartet hatte.

Mit wachsenden Kaufanfragen von Freunden, Bekannten oder Kollegen ergab sich die Chance, aus ihrem anstrengenden Beruf auszusteigen. "Besonders hat mich dabei fasziniert, wie tief meine Bilder so manchen Betrachter bewegten, ja, zum Teil sogar zu Tränen rührten. Da erkannte ich, dass ich mit meiner Art zu malen auch anderen Menschen viel geben kann", erzählt Silvia Hecker und beschreibt mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit deren Entstehung: "Entweder kommt eine Idee, die wächst, größer und stärker wird oder ich wähle spontan meine Farben aus und lasse mich intuitiv durchs Bild treiben." Nicht die Physiognomie der Wirklichkeit sei ihr wichtig, sondern das Bild selbst. "Die Formen und Farben sind das Motiv, Linie und Fläche ist tonangebend. Jede Farbe schafft eigene Wirklichkeit, Assoziationen sind erlaubt, aber nicht erforderlich."

Mittlerweile arbeitet die 55-Jährige mit weiteren Künstlerinnen in einem gemeinsamen Atelier in Rechberghausen, dort gibt sie außerdem unterschiedliche Malkurse.

Zu ihren Bildern in Acryl, Acryl-Mischtechnik, Acryl-Aluminium oder Gold- und/oder Silbermetall kreiert die vielseitige Künstlerin auch Objekte aus Eisen oder Draht sowie Tierobjekte aus Schlagmetall und Aluminium.

Info www.she-art.de

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