Langsam aus dem Dreck heraus

Der Hang hinter dem neuen Ottenbacher Rathaus ist in knapp drei Monaten zur ebenen Fläche geworden. Bis zum Jahresende sollen ein Wasserspiel und eine Linde sie zum zentralen Dorfplatz machen.

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Der Platz rund um das neue Rathaus in Ottenbach nimmt Gestalt an. Bürgermeister Oliver Franz freut sich, dass die Baustelle allmählich aus dem Dreck heraus kommt. Foto: Ursula Böttcher

Der mannshohe Berg aus Grauwacke-Würfeln an der Hauptstraße zeigt, dass Grau nicht nur die Farbe der Hausmaus ist, sondern ganz viele Schattierungen haben kann. Die Tiefbauarbeiter sind gerade mit dem Untergrund, auf dem die Pflastersteine zum Belag des Dorfplatzes zusammengefügt werden sollen, beschäftigt: lärmiger Baustellenbetrieb, Materialhaufen, Geräte, freiliegende Schächte, eine halbfertige Treppe klettert von der Hauptstraße aus in die Höhe.

Es lässt sich aber schon erahnen, wie es rund ums neue Ottenbacher Rathaus bis zum Jahresende aussehen soll. Was Bürgermeister Oliver Franz als "attraktive Fläche" bezeichnet, besteht außer dem Grauwackepflaster im Detail aus einem Wasserspiel vor dem künftigen Sitzungssaal, mit Cortenstahl eingefasste Pflanzbeete und Sitzgelegenheiten an den Stützmauern. Der Dorfplatz bekommt auch seine Dorflinde mit einer Bank drumherum. Mit den entsprechenden Strom- und Wasseranschlüssen ist für künftige Feste vorgesorgt.

Der neue Ottenbacher Mittelpunkt, den der Nürtinger Gartenarchitekt Uli Welsner und Polier Werner Polygenes mit seiner Mannschaft dem schwierigen Hanggelände abgetrotzt haben, geht über das eigentliche Rathausgelände hinaus. Mit einbezogen ist der Eingangsbereich der Raiffeisenbank, die nach der Renovierung wieder in die angestammten Räume umgezogen ist. Den Bereich direkt vor dem Geschäftshaus hat die Gemeinde gekauft; die Parkplätze rücken Richtung Straße, so dass ein besser nutzbarer Vorplatz entsteht. Ein kleines Stück weiter soll die Einmündung der Schulstraße geändert und das jetzige Dreieck abgeschafft werden.

Einbezogen in die Planungen ist auch die andere Rathausseite, wo ein Investor ab den Sommerferien ein Geschäftshaus mit Bank- und Bäckereifiliale bauen will. Insgesamt entstehen auf dem Areal, das nur noch für Anlieger frei sein wird, 21 öffentliche Parkplätze. Die Kosten betragen 750 000 Euro, die zu rund 50 Prozent bezuschusst sind.

Franz ist froh, "dass wir langsam aus dem Dreck herauskommen". Er hofft, dass das Gelände Ende Oktober so weit begehbar ist, dass man den Umzug ins neue Rathaus ins Auge fassen kann. Dort sind die Decken montiert und die Böden verlegt. Angesichts der Farb- und Materialpalette von Grauwacker über helle Holztöne bis zum strahlenden Weiß kann man sich erste Gedanken über die passende Möblierung machen. Fürs Trauzimmer, das es im alten Rathaus zum Leidwesen des Schultess gar nicht gab, stehen schon die ersten Termine fest.

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