Landwirtschaftsminister Christian Schmidt auf Wahlkampftour in Donzdorf

Der Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, Christian Schmidt, war in Donzdorf zu Gast. Er plädierte dafür, die Landwirte gesellschaftlich besser anzuerkennen und ihre Arbeit mehr zu schätzen.

|
Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, eingerahmt von den hiesigen Abgeordneten Nicole Razavi und Hermann Färber.  Foto: 

"Sie wandeln hier in Donzdorf auf fruchtbarem, schwarzem Boden, Herr Minister", sagte Bürgermeister Martin Stölzle in seinem Grußwort und überreichte dem Franken Christian Schmidt, stellvertretender CSU-Vorsitzender und Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung, keinen Calvados, sondern in Anspielung auf Stadt und Region einen "Calvadonz".

Die Stadtkapelle Weißenstein spielte flotte Weisen, was die Kandidatin im Wahlkreis Geislingen und Landtagsabgeordnete Nicole Razavi zu der Bemerkung veranlasste, für ihren Vorgänger Hermann Seimetz hätte sie sich das Lied "Du schwarzer Zigeuner" gewünscht. Die etwa 120 Zuhörer in der Donzdorfer Stadthalle goutierten den Satz mit Raunen und Beifall, bevor Razavi "die Vertreter der Stammtische" begrüßte und auf die Landespolitik einging. Baden-Württemberg sei ein starkes Land mit einem Wohlstand, der für frühere Generationen unvorstellbar gewesen sei. Leider sei "das Land nicht mehr spitze, sondern Mittelmaß durch SPD und Grüne". Die konventionelle Landwirtschaft zu benachteiligen, sei eine "grüne Bevormundung" und Grün-Rot habe eine Politik für die Städte gemacht und die ländlichen Räume vernachlässigt, meinte die CDU-Abgeordnete. Es gebe beispielsweise einen Stillstand in der Verkehrspolitik, jedoch brauche es eine gute Infrastruktur in den ländlichen Räumen. Razavi ging außerdem auf die Schulpolitik, die Innere Sicherheit mit "einer verkorksten Polizeireform" und auf die Flüchtlingspolitik ein. Man müsse die Zuwanderung deutlich begrenzen. Die "Vereinfacher der AfD" hätten aber "keine Problemlösung".

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte eine Vielzahl von Themen und Details im Gepäck. Er beklagte, dass die Lebensmittelerzeugung an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden sei und wieder in die Mitte rücken müsse. Neben der Sorge um die Erzeugerpreise habe die Landwirtschaft, die nicht täglich neue Regelungen brauche, das Gefühl, gesellschaftlich zu wenig anerkannt zu werden.

Schmidt widersprach der Auffassung, dass der Export von landwirtschaftlichen Produkten etwas Unanständiges sei, denn man exportiere ja nicht dorthin, wo man den Markt kaputtmache. Man habe im letzten Jahr für 69 Milliarden Lebensmittel verkauft, weil die Landwirte in Deutschland eben Top-Lebensmittel erzeugten, sagte der Minister. "Und warum sollen wir in unserer Kultur nicht selbst entscheiden dürfen, was wir essen wollen - und das aus ideologischen Gründen", sagte Schmidt.

Man dürfe außerdem die Zahl der Konzerne im Lebensmitteleinzelhandel nicht weiter verringern, weil damit nur wenige über den Markt entscheiden könnten, das Risiko aber beim Erzeuger liege.

Bei der anschließenden Diskussion, die von Schmidts Parteifreund, dem Bundestagsabgeordneten und Landwirt Hermann Färber geleitet wurde, ging es um das Verhältnis von konventioneller und biologischer Landwirtschaft, um die Pflanzenschutzmittel- und um die Düngemittelverordnung, um den Sachkundenachweis für Tierhaltung, um Flächenverbrauch und um die Überlebenschancen kleiner Betriebe.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

03.03.2016 12:16 Uhr

fruchtbarer schwarzer Boden

Da macht sich ein Bürgermeister zum Wahlkampfhelfer von, ja von wem eigentlich?

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg

Alle fünf Jahre wählen die Menschen in Baden-Württemberg den Landtag. Am 13. März 2016 ist es wieder soweit. Grund genug für eine gründliche Bestandsaufnahme: Wie geht es dem Land? Welche Probleme müssen gelöst werden? Hier geht es zum multimedialen Reportageprojekt.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Peinlicher Schimmel im Käsekuchen

Ein Bäckermeister muss sich vor Gericht wegen eines mysteriösen Myzels in einem Kuchenstück verantworten. weiter lesen