Landfrauen nehmen Abschied von ihrer „Oberbiene“

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Lieselotte Zeller gibt nach 18 Jahren den Vorsitz bei den Landfrauen in Steinenkirch ab.  Foto: 

„70 Jahre – wenn das kein Grund zum Feiern ist“, sagten sich am Sonntag über
100 Landfrauen, und folgten dann auch gerne der Einladung zum Jubiläums-Brunch in den Landgasthof Rössle in Steinenkirch. Im Rahmen der Geburtstagsfeier verabschiedete sich der Ortsverein von seiner langjährigen Vorsitzenden Lieselotte Zeller. 18 Jahre lang hat sie die Geschicke des Vereins geleitet.

Die Schar der Gratulanten eröffnete Bürgermeister Matthias Nägele, übrigens der einzige „Landmann“ im Verein. Er erinnerte an die Anfänge des Vereins, die bis ins Jahr 1934 zurückreichen. Aus dem „Landwirtschaftlichen Hausfrauenverein“ entstand am 23. Februar 1947 der Landfrauenverein Steinenkirch. Mit viel Idealismus führte Gründerin Maria Bühler den Verein durch alle anfänglichen Turbulenzen. Viele Bauern sahen ihre Frauen damals lieber in Haus und Hof als im Verein. Aus den sieben Mitgliedern wurden bald 33, als so gut wie jede Frau in Steinenkirch für den Verein gewonnen werden konnte. 1975 übernahm Anna Staudenmaier den Vorsitz, gefolgt von Maria Zahn im Jahr 1980. Ab 1999 war  Lieselotte Zeller am Ruder und baute den Verein mit einem vielfältigen Veranstaltungs- und Bildungsangebot konsequent zu einem modernen Verein für Jung und Alt aus. Heute hat der Verein 165 Mitglieder, drei Gymnastik-Gruppen, eine Mutter-Kind-Gruppe und eine Mädchengruppe. „70 Jahr hosch auf am Rücka, und kosch ons emmer no entzücka“, beschrieb die Landfrau Martina Ströhle in einem lustigen Gedicht die Vereinsgeschichte.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Geislingen, Elfriede Hezler, sowie die Präsidentin des Landfrauenverbands Württemberg-Baden, Marie-Luise Linckh, erinnerten in ihren Grußworten die Landfrauen daran, dass zur Bildung auch die politische Bildung gehöre. Über eine halbe Million Landfrauen gibt es in Deutschland, die gemeinsam schon einiges erreicht haben: Sei es das Bildungszeitgesetz, die Mütterrente oder Programme zur Brustkrebsvorsorge.

 Auch nach ihrem Ausscheiden bleibt Lieselotte Zeller Landfrau: zum einen als Kreisvorsitzende, zum anderen als Vizepräsidentin im Landesverband – und ab sofort auch als Ehrenvorsitzende im Ortsverein Steinenkirch. Dieses Ehrenamt wurde ihr am Sonntag ebenso verliehen wie die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, die es für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in herausgehobener Position gibt. Auch der Ortsverein verabschiedete sich mit Dankesworten, besten Wünschen und Geschenken bei seiner „Oberbiene“.

 Zum Schluss kamen dann noch 30 Landfrauen zu besonderen Ehren: Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Verein bekamen sie eine Urkunde und ein kleines Geschenk. Überreicht wurde dies von fünf Mädchen aus der Mädchen-Gruppe, die extra für diesen Anlass die original erhaltene Älbler-Tracht angezogen hatten, was die Landfrauen mit viel Beifall quittierten.

 Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Hannelore Geiger, Marianne Grieser, Bärbel Staudenmaier, Magdalena Groß, Doris Kustermann, Theresia Biegert, Martina Pangerl und Anna Prinzinger.

30 Jahre: Lore Fahrion, Anneliese Röder, Lore Bronner, Maria Huber, Gabriele Knoblauch (die auch schon seit über 20 Jahren Übungsleiterin ist), Ursula Klauß, Rosemarie Posner, Anne Schmid, Christel Hofelich und Lieselotte Zeller.

35 Jahre: Erika Biegert, Christa Bosch, Gisela Heer, Katharina Sauer, Ilse Schweizer, Hilde Ströhle, Maria Ströhle und Edeltraud Grieser.

40 Jahre: Die Ehrenvorsitzende Maria Zahn

50 Jahre: Marie Niederberger und Margret Kühnle

70 Jahre: Paula Köpf

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