Landfrauen in Rechberghausen: Engagiert, sozial und gesellig

Altbacken? Wir nicht, sagen die Landfrauen aus Rechberghausen und widmen sich wie alle Ortsvereine längst aktuellen Themen, haben vieles auf den Weg gebracht.

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  • „Langweilig wird´s uns nie, wenn wir zusammen sind“, da sind sich die Lanfrauen Hertha Möck, Lilo Renz, Marlene Staudenmaier, Sieglinde Gaugele, Doris Müller, Ute Schmidt, Rosi Renn (v.l.) einig.  1/2
    „Langweilig wird´s uns nie, wenn wir zusammen sind“, da sind sich die Lanfrauen Hertha Möck, Lilo Renz, Marlene Staudenmaier, Sieglinde Gaugele, Doris Müller, Ute Schmidt, Rosi Renn (v.l.) einig.  Foto: 
  •  Die Landfrauen in Rechberghausen engagieren sich in vielen Bereichen. 2/2
    Die Landfrauen in Rechberghausen engagieren sich in vielen Bereichen. Foto: 
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Dass die Landfrauen im Kreis Göppingen eine muntere Truppe sind, haben sie schon oft unter Beweis gestellt, so auch in Rechberghausen. Noch relativ jung ist der dortige Ortsverein, den es vielleicht ohne die Gartenschau nie gegeben hätte.

Damals bereicherten etliche Vereine die erfolgreiche Veranstaltung, da durften freilich die Landfrauen aus Wäschenbeuren nicht fehlen. Und diese rührten kräftig die Werbetrommel, stellten die Arbeit des Vereins vor, waren insofern der „Stein des Anstoßes“, dass am 3. September 2009, also 17 Tage vor Ende der Gartenschau, ein Dutzend Frauen aus Rechberghausen den Ortsverein ins Leben riefen.

Allen voran Ute Schmidt, die seitdem vom unbedenklichen Landfrauen-Virus infiziert ist und als Ortsvereins-Vorsitzende alles dran setzt, weitere Frauen anzustecken und insbesondere „mit den Vorurteilen aufzuräumen, die noch immer in den Köpfen vieler Leute stecken“.

Nicht nur über das antiquierte Klischee muss Gründungsmitglied Hertha Möck schmunzeln, auch wenn sie sich an den Tag ihres Eintritts erinnert: „Weil ich noch die Besucher-Kasse fertig machen musste, bin ich damals über eine Stunde zu spät gekommen“, erzählt sie und beteuert, ihren Entschluss noch keine Minute bereut zu haben.

Etwa ein Jahr später stieß Lilo Renz zu den Landfrauen. „Mir gefällt die überschaubare Gemeinschaft, das Familiäre und, dass wir viel draußen in der Natur sind“, nennt die Beisitzerin einige der Gründe, warum sie sich für einen kleineren Verbund entschieden hat.

Schon immer dem Vereinsleben sehr verbunden, lernte Sieglinde Gaugele die Landfrauen durch die Gartenfreunde kennen: „Unser Stand auf der Gartenschau war direkt daneben, ein knappes Jahr später war ich Mitglied im Ortsverein“, erinnert sich die Vereinsälteste und weiß zu schätzen: „Man wird bei den Landfrauen so angenommen, trotzdem, auch wenn man nicht mehr so viel schaffa kann“.

Freilich, gemeinsam die „Ärmel hochzukrempeln“, ist den Damen im grünen Poloshirt nicht fremd. Seinerzeit Anschluss gesucht, hat Rosi Renn und wie sie betont, „bei den bodenständigen, netten Frauen schnell gefunden“. Dass Ute Schmidt für „ihren“ Verein kräftig die Werbetrommel rührt, ist kein Geheimnis.

Auch bei Doris Müller, Marlene Staudenmaier und Susanne Kubis konnte sie mit den Inhalten punkten, alle sind seit circa drei Jahren mit Begeisterung dabei. „So schlimm war’s nicht, ich habe nur erzählt, was sie bei uns alles geboten kriegen und dann war’s g’schwätzt“, erzählt die Vereinsvorsitzende lachend.

Zum einen sind es die Fort- und Weiterbildungsangebote mit dem Ziel, die Situation von Frauen und Familien im ländlichen Raum zu verbessern und zu stärken oder die gegenseitige Unterstützung und Weitergabe von Informationen, Tipps und Tricks. Zum anderen ist es auch die Geselligkeit und der Spaß für jedes Alter, die nicht zu kurz kommen. „Langweilig wird’s uns nie, wenn wir zusammen sind“, bestätigen alle wie aus einem Munde.

So beteiligen sie sich am Schüler-Ferienprogramm, sind bei der Eröffnung der Ferienkultur dabei, spielen Boule, kegeln oder grillen, bieten Wanderungen und Bildungsveranstaltungen an, unterstützen jährlich die Vesperkirche sowie das Alexanderstift mit Kuchen. Anschließend gehen sie mit Hochbetagten aus dem Pflegeheim in den Vereinsgarten, liebevoll „Gärtle“ genannt. „Dort singen wir gemeinsam oder lesen ihnen Geschichten vor“, berichtet Ute Schmidt von einem der vielen Beiträge zum regen Gemeindeleben.

Wer Lust hat, einmal im Gärtle vorbeizuschauen und die Landfrauen zu besuchen: Bei der letzten Hüttenöffnung im Landschaftspark für dieses Jahr, am Sonntag, 8. Oktober, ist ab 14 Uhr Gelegenheit dazu.

Mitglieder Der Kreislandfrauenverband Göppingen besteht aus 22 Ortsvereinen mit 848 Mitgliedern. Der Landfrauenverband Württemberg-Baden zählt 24 Kreisverbände mit 624 Ortsvereinen und erstreckt sich mit seinen 55 000 Mitgliedsfrauen von Ulm bis Mannheim sowie von Main-Tauber bis zur Ostalb.

Gründung Seit dem 30. April 1947 ist der Landfrauenverband Württemberg-Baden als parteipolitisch neutrale und konfessionell ungebundene Organisation offen für Frauen aller Generationen und Berufsgruppen. Die Vereine arbeiten selbstständig auf ehrenamtlicher Basis.

Details Der Verband der Landfrauen ist ein anerkannter Träger der ländlichen Erwachsenenbildung seit 1980, vier Jahre später wurde das gemeinnützige Bildungs- und Sozialwerk gegründet. 1946 Gründung der ersten Ortsvereine, im Jahr darauf folgten die ersten Kreisverbände. ack

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