Lärmschutz ist Gesundheitsschutz  

Lauterstein beschließt die professionelle Erstellung eines Lärmaktionsplans, um damit gegen den Verkehrslärm der B 466 anzukämpfen.

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Einstimmig haben die Gemeinderatsmitglieder am Dienstag beschlossen, die Firma Soundplan aus Backnang mit der Erstellung eines Lärmaktionsplans für Lauterstein zu beauftragen. Das kostet rund 8500 Euro. „Wir brauchen einen qualifizierten Lärmaktionsplan als Argumentationshilfe, um beim Bund Maßnahmen durchzusetzen, die den Verkehrslärm erträglicher machen“, betonte Bürgermeister Michael Lenz. Er bedauerte, dass die Stadt – wie bei einer Sitzung im Juli 2016 beschlossen – nicht gemeinsam mit dem Nachbarort Böhmenkirch für solche Maßnahmen kämpfen könne, weil sich die Böhmenkircher gegen die Erstellung eines solchen Plans ausgesprochen hatten.

„Aber wir greifen im Rahmen der Ortskernsanierung sowieso in die B 466 ein, wenn wir die Kanäle sanieren oder Gehwege bauen“, betonte der Rathaus-Chef. Er plädierte dafür, den Plan auch ohne Böhmenkirch anzugehen. Die Frage, mit welchen Möglichkeiten der Lärm zu minimieren sei, müsse jetzt gestellt werden.

Tempolimit ist denkbar

Dies könnten Geschwindigkeitsbegrenzungen sein, aber auch ein „Flüsterbelag“. „Lärmschutz ist auch ein Gesundheitsschutzthema“, hob er hervor. Wichtig sei die Entlastung der Bürger.

Die Gemeinderäte sahen dies ähnlich, auch wenn der eine oder andere Bedenken hatte. Anke Mädel fragte, ob eine Auseinandersetzung mit Bundesbehörden über Maßnahmen nicht zu lang dauere. Lenz argumentierte, dass es realistisch sei, Entscheidungen bis Frühjahr 2018 zu erwarten. „Das passt zur Ortskernsanierung. Der Flüsterbelag wird eh erst nach Ende der Kanalarbeiten und der Gehwegschichten aufgetragen.“

Leopold Schmid gab zu bedenken, dass bei einer anderen Höchstgeschwindigkeit eventuell die Feinstaub- oder Kohlendioxid-Belastung steigt. „Die endgültigen Maßnahmen muss am Ende ein Gutachter abwägen, auch was die Lärmbelastung durch Bremsen und Wiederanfahren betrifft“, antwortete Lenz.

„Ich steh auf jeden Fall hinter der Lärmbegrenzung“, betonte Wolfgang Pfeffer, machte jedoch darauf aufmerksam, dass er über eine 30er- Zone im Ort „gar nicht glücklich“ wäre. „Wenn das in Frage kommt, muss man auf jeden Fall sehr differenziert betrachten, wo es Sinn macht“, sagte Lenz.

Konrad Rühle sprach eine Ortsumfahrung an, für die es laut Lenz „für unseren Ort einfach keinen Masterplan gibt.“ Trotzdem sah Lenz die bevorstehenden Diskussionen über die Lärmbelästigungen als Möglichkeit, auch eine solche Option anzusprechen. „Wenn wir nicht wie andere nach einer Ortsumfahrung schreien, dann hört man uns nicht“, betonte Schmid.

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