Kunst- und Kulturverein Adelberg: Ohne Ehrenamtliche geht gar nichts

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Britta Ischka und Carmen Marquardt arbeiten Hand in Hand für den Kunst- und Kulturverein.   Foto: 

Carmen Marquardt ist mitten in der „Findungsphase“, genauer gesagt, sie sucht. Und das macht die Bürgermeisterin seitdem sie als Vorsitzende des Kultur- und Kunstvereins (KKV) für das Programm der Klosterfestspiele verantwortlich ist.

Was passt nach Adelberg, was funktioniert sowohl im Freien, als auch in der Halle? Sind die Gagen, die enorm gestiegen und bisweilen kaum zu stemmen sind, noch bezahlbar? Hält das Stück was die Beschreibung verspricht und kommen die Leute auch bei schlechtem Wetter? Freilich, es sind nicht nur die Theaterproduktionen, Musiker, Künstler oder Kinderstücke, die man rechtzeitig ordern sollte. Für jede Veranstaltung muss auch ein passendes Regenausweichquartier gefunden werden. „Unser Problem, die Stadthalle ist fast an jedem Wochenende ausgebucht“, weiß die Organisatorin aus Erfahrung und ergänzt: „In diesem Jahr mussten wir erstmals nach Schorndorf in die Barbara-Künkelin-Halle ausweichen, kommt Max Mutzke mit der Lumberjack Bigband, brauchen wir Platz. Allein 2000 Adressen beziehen sich auf unsere Kundenliste, werden im Vorfeld mit Flyern versorgt“. Zusätzlich bekommen über 40 000 Haushalte die eigene Freilichtspiele-Zeitung, ein Teil davon wird ausgetragen. Auch Plakate und Anzeigen wollen bezahlt werden. „Unsere Sponsoren sind das A und O, allein durch unsere Mitgliederbeiträge könnten wir das nie stemmen“, verrät Carmen Marquardt. „Unser Konzept, die Abende vom Inhalt und Ablauf her wie ein kleines Festival zu gestalten, kommt sehr gut an“, so die Vereinsvorsitzende. Gab es früher nur Sekt, läuft es unter ihrer Regie etwas anders ab.

Die Zuschauer werden am Entree von ihr und weiteren Vereinsmitgliedern persönlich begrüßt. Es gibt Getränke, Cocktails mit und ohne Alkohol sowie frisch Gegrilltes. „Wir wollen damit das Familiäre auf unsere Besucher übertragen“. Nicht wenige die sagen, „hier riecht´s aber gut“, wenn Eis und Popcorn die lauen Sommerabende versüßen.

Und dieser Mehraufwand funktioniere eben nur mit großer ehrenamtlicher Unterstützung, berichtet die Organisatorin und betont: „Ich bin sehr froh über meine treuen Routiniers, denn ihnen geht es ausschließlich darum, den kulturell Interessierten einen schönen Abend zu gestalten“.

Das möchte auch Britta Ischka. Die zweite KKV-Vorsitzende kümmert sich vorrangig um die Ausstellungen in der Adelberger Klostervilla. Immer im Frühjahr und Herbst, organisiert sie dort zeitgenössische Kunst. Niederschwellig, da das kulturelle Kleinod direkt am Wegesrand auf dem Höhenzug zwischen Fils- und Remstal liegt und somit etliche Besucher anlockt. Was ihr auf der Freilichtbühne am besten gefallen würde: „Von Klassik bis Unterhaltung alles, was inhaltlich gut erfasst und klug und kreativ umgesetzt ist“. Noch ist das Programm für 2018 nicht in trockenen Tüchern. Ende Mai sind Pfingstferien, ab Mitte Juni regiert einen Monat lang König Fußball, kurz darauf folgen die Sommerfestspiele auf Schloss Filseck und viele weitere Veranstaltungen. „Wir mussten aufgrund der Sonnwendfeier schon etwas verschieben“, sagt Carmen Marquardt und hofft, dass genügend Leute für den Bühnenaufbau zusammen kommen.

„Das Angebot die Bühne zu leihen, ist für uns fast besser“, verrät Marquardt. Allerdings, ist die Veranstaltung ausverkauft, passen jetzt nur noch 700 Zuschauer rein, davor, bis 2016, hatten 900 Platz. Umso wichtiger sind die Einnahmen durch den Getränke- und Essensverkauf, von essentieller Bedeutung sind die Gelder der Sponsoren. „Die Adelberger wollen, dass die Freilichtspiele ohne Zuschuss der Gemeinde durchgeführt werden.“ Zudem bekommen sie keinerlei Förderung vom Land, woher außer von den Sponsoren und Zuschauern solle also zusätzliches Geld fließen?

Anfang Anno 1978, zum 800. Geburtstag Adelbergs wurden die Freilichtspiele, seinerzeit noch unter der Regie der Gemeinde, erstmals aufgeführt.

Stück Mit Schillers „Räuber“ verbuchten die Macher einen großen  Erfolg. Danach reifte der Wunsch, „den Klosterhof künftig regelmäßig für sommerliches Freilichttheater zu nutzen“.

Gründung Der Kultur- und Kunstverein Adelbergs wurde 1993 gegründet. ack

aktive Mitglieder und 30 fördernde Mitglieder arbeiten beim Adelberger Kunst- und Kulturverein mit und stellen ein vielfältiges, kulturelles Angebot mit hoher Strahlkraft auf die Beine.

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