Kritik an Subvention des Eberbus für die RBS

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Der Eberbus ist beliebt. Knapp 16 500 Fahrgäste im vergangenen Jahr, davon 13 923 zahlende, das ist knapp unter dem Rekordjahr 2009 mit 16 919 Fahrgästen. So berichtete jetzt Dietmar Vogl von der Ebersbacher Stadtverwaltung, der gleichzeitig Vorsitzender des Bürgerbusvereins ist.

Vor fast genau einem Jahr wurde der langjährige Vorsitzende Horst Wehinger verabschiedet. Seither seien die Aufgaben auf mehr Schultern verteilt, rund ein Dutzend „Schaffer“ kümmern sich um Aufgaben von Sponsorenwerbung bis Sicherheitstraining. Im November feierte der Eberbus zehnjähriges Bestehen. Zweimal drehten im vergangenen Jahr ein Hybrid- und ein E-Bürgerbus ihre Runden in Ebersbach, knapp drei Monate insgesamt. Das hatte zur Folge, dass die Kosten für Benzin über 1100 Euro niedriger lagen. Allerdings könne man noch nicht sagen, wieviel Strom stattdessen zusätzlich verbraucht wurde, so Dietmar Vogl: „Die Abrechnung steht noch aus.“

Für Nachfragen sorgte im Ausschuss für Verwaltung und Bürgerschaftliches Engagement die Tatsache, dass mit Überschüssen aus dem Eberbus die Tickets der Regio-Busgesellschaft Stuttgart (RBS) subventioniert werden. Wie Vogl erklärte, werde damit der Preis eines regulären Bustickets im Stadtverkehr, das sonst 1,80 Euro kosten würde, auf den Ebersbacher „Stadttarif“ von einem Euro verbilligt. Ingrid Scherr (SPD) hielt das für „nicht gerechtfertigt“. Der Vorsitzende erklärte, es sei damals die Bedingung der RBS gewesen, dass die Eberbus-Tickets nicht billiger als ihre Fahrkarten sein dürfen. Die Stadt selbst habe keine Lizenz für den Linienverkehr und sei quasi „Subunternehmer“ der RBS. „Wir versuchen es positiv zu sehen“, sagte Vogl, „So profitieren alle Fahrgäste vom günstigen Stadttarif.“ Die RBS verbiete dem Eberbus auch, in die Teilorte zu fahren. Allerdings werde die Lizenz neu vergeben, nämlich an die OVG Göppingen, dann könne man neu verhandeln. Nach Sulpach fährt der Eberbus aber, und Yvonne Birk (FWV) war voll des Lobes: „Vor allem für die Älteren ist das Angebot enorm wichtig, denn die Busverbindung nach Sulpach kann man vergessen.“

Finanzen Der Eberbus hatte 2016 Einnahmen von 23 445 Euro, davon 13 129 Euro aus dem Fahrkartenverkauf, 7537  Euro aus dem Verkauf von Werbung und 2778 Euro aus Fördergeldern und Erstattungen für Behinderte. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 26 110 Euro entgegen, was ein Minus von 2665 Euro bedeutet. Darin ist auch die Abschreibung von 9700 Euro für das Fahrzeug enthalten.

Statisisches Aktuell gibt es 29 ehrenamtliche Fahrer, seit 2015 sind neun dazugekommen. Diese haben 2150 Einsatzstunden geleistet, das würde 1,35 vollen Stellen entsprechen. An 304 Tagen ist der Eberbus 2016 gefahren, oft auch bei Veranstaltungen wie beim Ebersbacher Frühling und Herbst oder beim Seniorennachmittag.

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