Kreidezeit: Künstler schmücken Rechberghäuser Straßen

Am Sonntag wurde es abermals bunt auf Rechberghausens Straßen. Zur "Kreidezeit" waren junge Künstler, aber auch Profis gekommen. Sie dekorierten in Knochenarbeit den Boden mit zahlreichen Bildern.

|
Pastellstriche auf glühend heißem Boden: Gestern kamen zahlreiche junge - und auch ältere - Künstler zur "Kreidezeit" nach Rechberghausen.  Foto: 

13 Uhr. Die Sonne brennt. Der Asphalt kocht. Okay, ganz so dramatisch ist es noch nicht, aber mächtig heiß sei es wenige Zentimeter über der Straße schon, wie kleine und große Malkünstler verraten. Manche haben Glück und ein Baum spendet etwas Schatten, andere ziehen ihre Pastellstriche zwischen Schweißtropfen. "Wir stehen für Kultur und Familienfreundlichkeit und unser Straßenmalwettbewerb wendet sich an Kinder, Jugendliche, Familien und Schulklassen", beantwortete Olga Arendt die Frage, warum das Projekt gerade nach Rechberghausen passe. Alles richtig, nur hat die Kulturbeauftragte Attribute wie Kreativität, Originalität und Leidenschaft vergessen.

Auch wenn heuer wieder eine kleine, aber feine Handvoll Profis ihr Können zeigen, liegt der Schwerpunkt auf Hobbymaler jeder Altersklasse, mit oder ohne Erfahrung in Kunst und Malerei. Dank Absperrung ist ausreichend Platz vorhanden. Die Hauptstraße vom Oberen Tor bis zur Amtsgasse und die Hintergasse wurde zur Malerei-Meile, flankiert von kleineren Schauplätzen und dem Café CasaNova, bei dem es sich bei Musik, Essen und Büchern verweilen ließ.

Ohne Frage, Straßenmalerei ist ein flüchtiges Geschäft, dessen Ergebnisse buchstäblich mit Füßen getreten werden. Als Künstler kann man schon von Glück reden, wenn Regen ausbleibt, dafür besteht bei Bullenhitze die Gefahr, dass die schöpferischen Gehirnzellen austrocknen. Nass wurde es nur anhand Arendts Sprühaktion, dank Leitungswasser bekamen die Gemälde die nötige Tiefenschärfe. So oder so, Plätze und Straßen als Leinwandersatz haben auch ihre Vorteile. Nirgends sonst lässt sich mittels eines Spiels mit Perspektiven eine solche Wirkung erzielen - auch deshalb, weil die Besucher, gar nicht auf eine solche Farbenpracht eingestellt sind. Kein Bild gleicht dem andern. Ob sechs, zwölf oder achtzehn, jeder malt sich die Welt, so wie sie ihm gefällt.

Marko und Marc-Oliver, zwei äußerst schlaue und erzählfreudige Jungs kommen vom Freihof-Gymnasium. "Unser Bild zeigt die freie Natur, da ist alles möglich", berichten sie mit glänzenden Augen. Zu sehen sind seltene Lebewesen. So schlängelt sich eine schwarze Mamba um einen Ast, darunter seilt sich eine überdimensional große Kreuzspinne ab, Jungvögel zwitschern im Nest, dort ein getarntes Chamäleon, da ein gut sichtbares Rehkitz im Gras und paradiesische Schmetterlinge spielen zwischen farbenprächtigen Blumen, Wolken, Himmel und Sonne Fangen.

Nur zwei Jahre älter ist das Mädchen-Quartett namens Anna, Cenedra, Johanna und Larissa, allesamt Hogy-Freundinnen, die in Teamarbeit eine kunterbunte Eule "zu Stein" gebracht haben. Den wohl weitesten Weg hatte Anton-Martin Goestl aus Teisendorf, Berchtesgadener Land. "Tolle Sache hier. Vor allem, weil auch Kinder mitarbeiten können. Normalerweise bekomme ich Auftragsarbeiten mit typisch bayrischen Alpenland-Motiven", erzählt der Profi, der für seinen "Gollum" aus Herr der Ringe 350 Kilometer gefahren ist.

Auf dem besten Wege in seine Fußstapfen zu treten, sind zwei junge Damen, beide Naturtalente. Während die neunzehnjährige Esslingerin Sophie Hilbig mit einem großen weißen Löwenkopf begeistert, hat sich die ein Jahr jüngere Rebecca Schmidt aus dem Ort für die sensationell gemalte Comic-Figur "Joker" entschieden.
 



Übersicht der Gewinner:

Kategorie Kinder von 6 bis 11 Jahre
 
1. Platz: Ann-Katrin Stoll aus Heiningen
2. Platz: Chantal Thiele aus Eislingen
3. Platz: Oskar Muter aus Börtlingen-Zell
 
Kategorie Kinder von 12 bis 17 Jahre
 
1. Platz: Julia Soberka aus Rechberghausen
2. Platz: Julia Schöbert aus Wangen
3. Platz: Ana Lekic aus Göppingen
 
Kategorie Erwachsene ohne Erfahrung

1. Platz: Yscha Schmidt aus Rechberghauen
2. Platz: Sophie HIlbig aus Eislingen
3. Platz: Yasar Göser aus Rechberghausen 

Kategorie Erwachsene mit Erfahrung

1. Platz: Anton-Martin Goestl aus Teisendorf, Bayer
2. Platz: Jessica Nirschl aus Nürtingen
3. Platz: Vanessa Baumann aus Neuhausen 

Kategorie Gruppen/Klassen

1. Platz: Familie Weinreich aus Donzdorf
2. Platz: Pia-Sophie Ganser und Aileen Rechner aus Uhingen
3. Platz: Letizia & Clara Hieber aus Wangen 
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mehrheit lehnt Messstelle an der Sternkreuzung ab

Die Mehrheit im Göppinger Gemeinderat hat eine Messstelle für Luftschadstoffe an der Sternkreuzung abgelehnt. Auch die Verwaltung war dagegen. weiter lesen