Kräftekoordination muss täglich „Tetris spielen“ (3)

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Wenn der VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC antritt, gilt das bei der Polizei als „Hochrisikospiel“. Kommen noch große Veranstaltungen wie Stadtfeste und spontan eine Demonstration dazu, müssen die Beamten in der Kräftekoordination eine knifflige Aufgabe lösen. „Man bräuchte eigentlich immer mehr Kräfte, als man hat“, sagt Sachbearbeiter Thomas Herrmann und fügt hinzu: „Wir können letztlich nicht garantieren, dass bei jeder Veranstaltung genügend Polizisten da sind.“

Bei der Kräftekoordination, die beim Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen zum Führungs- und Einsatzstab gehört, wird manchmal eine Art Tetris gespielt. Acht Beamte haben auf riesigen Monitoren ständig alle Einsätze und die jeweils verteilten Kräfte von der Bereitschaftspolizei bis hin zum Hubschrauber im ganzen Land im Blick. „Die werden hier zentral angefordert, jedes regionale Präsidium meldet seinen Bedarf an“, erklärt Herrmann. Nach der Vorgabe des Innenministeriums, das eine Priorisierung der jeweiligen Personalstärke vorgenommen habe, bewertet und entscheidet dann die Kräftekoordination, wen sie wo hinschickt. Wird spontan eine Demonstration angemeldet, fällt die akribische Vorplanung wie ein Kartenhaus zusammen und die Beamten müssen von Neuem puzzeln. Eine Herausforderung, zumal die Bereitschaftspolizisten „Überstundenberge“ vor sich herschöben, die Arbeitszeitverordnung eingehalten und auch noch Zeit für Weiterbildung freigeschaufelt werden müsse, erklärt der Erste Polizeihauptkommissar die Zwickmühle. „Außerdem schicken wir häufig Kräfte in andere Bundesländer, zum Beispiel zum G7-Gipfel oder zu Pegida-Aufmärschen.“ Unter dem Strich kämen da 15 000 Einsatz-Anforderungen im Jahr zusammen.

„Wir sehen uns als Dienstleister im personellen und materiellen Bereich für das ganze Land“, erklärt der Sachbearbeiter. Die Kräftekoordination unterstützt die regionalen Präsidien bei Einsätzen – jedoch nur tagsüber, während das Führungs- und Lagezentrum rund um die Uhr besetzt ist. Herrmann sieht die Kräftekoordination in einer „Zwitterstellung“, weil sich Angebot und Nachfrage nur in den seltensten Fällen deckten. Letztlich gehe es aber immer darum, ein gegenseitiges Einvernehmen zu erzielen. Kämen beide Seiten zu keinem Schluss, müsste als letzte Instanz das Ministerium entscheiden. Susann Schönfelder

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