Kosten-Schock für Gemeinderäte

Mindestens 3,2 Millionen Euro: Die Sanierung der Schlierbacher Schule wird mächtig ins Geld gehen und schockt die Mitglieder des Gemeinderats.

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"Die Summe hat mich schockiert", gibt der FUW-Gemeinderat Jörn Feldsieper offen zu. Dass für die Schlierbacher Schule Geld in die Hand genommen werden müsse, sei klar und unbestritten. Feldsieper befürchtet aber, dass es nicht bei dem in der ersten Kostenschätzung genannten Betrag von rund 3,2 Millionen Euro bleiben wird. "Nach unseren Erfahrungen mit dem Bau des Kinder- und Bildungshauses und der Sanierung der Dorfwiesenhalle rechne ich eher mit fünf Millionen Euro", so Feldsieper, denn bisher sei auf der Sanierungsliste nur das wirklich Notwendige aufgeführt.

Tatsächlich ist die Sanierungsliste lang: Vor allem im Hauptgebäude des Schulkomplexes aus dem Jahr 1964 müssen sämtliche Elektro- und Wasserleitungen ausgetauscht werden, neue Heizkörper sollen die altersschwachen und ineffizienten Radiatoren in den Klassenräumen ersetzen. Türen und Fenster müssen teilweise erneuert werden und die Schule soll eine zukunftsfähige EDV-Installation mit Netzwerkanbindung in allen Klassenzimmern bekommen. Ähnlich sieht die Liste für den Pavillon aus dem Jahr 1977 und für den Anbau aus dem Jahr 1989 aus.

Ein besonders heikles Thema ist der Brandschutz. Zwar gibt es derzeit noch keine konkreten Auflagen, aber: "Auch wenn aktuell noch kein Bedarf besteht, wollen wir verhindern, dass wir in zehn, 15 Jahren teuer nachrüsten müssen", meint Bürgermeister Paul Schmid. Problematisch dabei ist vor allem das Hauptgebäude, das durch seine offene Bauweise mit Brandschotts nachgerüstet werden muss, wie die Expertise eines Brandschutzsachverständigen ergeben hat.

Dennoch steht Feldsieper, wie auch der übrige Gemeinderat, fest zu dem Vorhaben. Kurt Moll (CDU) nennt die Sanierung der Schule "unumstritten, denn eine gute Schule ist wichtig für die Gemeinde". Ralf Dreizler (FUW), der in der Schule einen wichtigen Standortfaktor für die Gemeinde sieht: "Die Sanierung ist nicht nur eine Ausgabe, sondern eine Investition in unsere Kommune."

Dass die Schule jetzt fit für die Zukunft gemacht werden muss, zeigt sich auch an den steigenden Schülerzahlen, für die neben der Grundschule auch die Gemeinschaftsschule Albershausen-Schlierbach verantwortlich ist. Der erste Jahrgang der Gemeinschaftsschule wird zwar derzeit zweizügig in Albershausen unterrichtet - diese Klassen werden aber ab der achten Klasse in Schlierbach unterrichtet. Und der kommende Jahrgang 2015/2016 wird in Albershausen sogar mit drei fünften Klassen starten, die in einigen Jahren dann ebenfalls nach Schlierbach wechseln werden.

Für Bürgermeister Schmid stellt sich angesichts dieser sich abzeichnenden Entwicklung mittlerweile sogar die Frage, ob dann das derzeitige Raumangebot in den Schlierbacher Schulgebäuden überhaupt noch ausreichen wird. "So aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass uns so drei, vier Räume dann fehlen", so Schmid, der sich deshalb frühzeitig Gedanken über eine erweiterte Raumbedarfsplanung machen will.

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