Rabenwiesen V lösen Kontroverse aus

Die Erschließung des Baugebiets  Rabenwiesen V in Süßen geht einigen Stadträten zu schnell. Die Kommune verweist auf eine große Nachfrage nach Bauplätzen.

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Rabenwiesen V heißt das neue Baugebiet, das Süßen erschließen möchte. Dort können zunächst 36 Baugrundstücke entwickelt werden. Das Vorhaben ist nicht unumstritten.  Foto: 

Die Stadt drückt auf die Tube. Im kommenden Jahr soll mit der Erschließung des Wohngebiets Rabenwiesen V am Süßener Ortsrand begonnen werden. Im ersten Bauabschnitt werden dort 36 Bauplätze für Einfamilienhäuser geschaffen. Insgesamt bietet das Gebiet Platz für 90 Baugrundstücke.

„Wir haben eine enorme Nachfrage nach Bauplätzen“, erklärte Bürgermeister Marc Kersting in der Sitzung des Gemeinderats. 2017 seien 43 Anfragen, überwiegend aus Süßen, gekommen, ergänzte Kämmerer Dieter Niethammer. Der Rathauschef empfahl deshalb, die Ingenieurleistungen für Straßenbau, Kanalisation, Wasserversorgung und Regenrückhaltebecken zu vergeben. Abzüglich der Erschließungskosten von rund 2,7 Millionen Euro ergebe sich bei einem Bauplatzpreis von 320 Euro pro Quadratmeter im Zeitraum von drei bis fünf Jahren ein Überschuss von rund 1,8 Millionen Euro für die Stadtkasse, machte Niethammer deutlich.

Einige Stadträte taten sich trotzdem schwer, dem Vorhaben zuzustimmen. Fraktionsvorsitzender Udo Rössler erinnerte an den Haushaltsantrag der SPD, mit der Erschließung der Rabenwiesen V noch zuzuwarten, „aber wir müssen Wohnraum schaffen“, fügte Rössler hinzu. Er stellte jedoch die Überlegung in den Raum, entgegen den Festsetzungen des Bebauungsplans zwei kleinere Mehrfamilienhäuser zuzulassen, „denn nicht jeder kann sich ein Einfamilienhaus leisten“. Unter dieser Voraussetzung könne er „mit viel Bauchgrimmen“ zustimmen, so Rössler. Seine Fraktionskollegen Reiner Scheifele und Eberhard Herrmann dagegen signalisierten Ablehnung: „Die Entwicklung dort ist mir zu schnell“, sagte Herrmann, der lieber kleinere Bauabschnitte gehabt hätte.

Gespalten waren die Grünen: „Das ist unser Tafelsilber“, die Rabenwiesen seien die letzten Bauflächen, die Süßen noch habe, erklärte Hans Zeeb. Allerdings sei das Ansinnen, jetzt zu erschließen, vor dem Hintergrund des Drucks auf dem Wohnungsmarkt und des Konkurrenzdrucks unter den Nachbargemeinden verständlich. Indes begrüße er den Vorschlag, das Gebiet etwas dichter zu bebauen und auch noch einmal über den Verkaufspreis zu diskutieren, um einen entsprechenden Wert abzuschöpfen.

Während Zeeb ankündigte, sich der Stimme zu enthalten, empfahl der Grünen-Fraktionsvorsitzende Armin Kuhn, das Vorhaben zügig anzugehen, obwohl er sich als „überzeugter Grüner“ eine andere Entwicklung gewünscht habe. „Aber der Nachfrage nach typischen Einfamilienhäusern müssen wir uns stellen.“ Zudem schiebe die Stadt einen Finanzierungsberg vor sich her und benötige die Einnahmen aus dem Bauplatzverkauf.

Michael Keller, FWV-Fraktionsvorsitzender, bezeichnete die geplante Erschließung „als maßvollen Einstieg“, plädierte aber, es an der Ortsrandlage bei Einfamilienhäusern zu belassen. Verdichtetes Bauen sei eher im Stadtzentrum geeignet. Auch die CDU sieht den Einstieg in die Erschließung positiv. „Uns kann nichts besseres passieren, als dass Süßener in Süßen bauen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Simon Weißenfels und fügte hinzu: „Wir werden so viele finanzielle Herausforderungen haben, dass wir das Silber jetzt zu Gold machen sollten.“ Bei drei Neinstimmen und zwei Enthaltungen beschloss das Gremium, im kommenden Jahr mit der Erschließung der Rabenwiesen V zu beginnen.

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