Klinik-Kindertagesstätte in Hybridbauweise

Der Grundstein wurde kurz vor Ostern gelegt – jetzt steht bereits der Rohbau. Die neue Kindertagesstätte der Klinik am Eichert soll insgesamt 80 Betreuungsplätze bieten.

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Alessandro Foglia (links), Projektleiter der Baumaßnahmen, und Lars Pohlmann, Leiter des Projekts Kindertagesstätte, überzeugen sich vom schnellen Ausbaufortschritt in der neuen Betreuungseinrichtung.  Foto: 

Ein moderner Arbeitgeber lässt die Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder nicht alleine, sondern leistet vielfältige Unterstützung und Hilfestellungen“, sagt der Kaufmännische Geschäftsführer der Klinik am Eichert in Göppingen. Als wertvollen Beitrag dazu sieht Wolfgang Schmid den Bau der neuen Kindertagesstätte unweit der Klinik, die gegenüber der bisherigen Einrichtung über 22 zusätzliche und damit künftig insgesamt 80 Betreuungsplätze verfügt.

Auf rund 3000 Quadratmetern entsteht zwischen Eichert- und Dr. Pfeiffer-Straße dafür derzeit das eingeschossige Gebäude, dessen Grundriss in intensiver Abstimmung mit den dort tätigen Erzieherinnen erarbeitet wurde. Der Umzug ist zwischen den Jahren geplant, so dass der Betrieb Anfang 2018 aufgenommen werden kann. Die Einrichtung bietet Platz für drei Gruppen mit zehn Kindern unter drei Jahren, für zwei Gruppen mit 20 Kindern im Kindergartenalter sowie zehn Hortplätze für Schulkinder.

Auch auf Beton gesetzt

Das Gebäude werde in Hybridbauweise erstellt, erklärt Lars Puhlmann. Das heißt, dass neben dem Baustoff Holz ganz bewusst auch Beton für die Decken eingesetzt werde. Diese Spannbetonfertigteildecken ermöglichten große Spannweiten, seien aber auch gut für die Bauphysik, da sie als Speichermasse wirken und somit Temperaturspitzen vermeiden, erklärt der Projektleiter Kindertagesstätte, Lars Puhlmann. Eine weitere Maßnahme für ein angenehmes Klima – auch an heißen Sommertagen – ist das Nachtbelüftungssystem: Über geöffnete Lichtkuppeln kann kühle Frischluft für heiße Kindergartentage in das Gebäude getankt werden, das zusätzlich durch einen Sonnenschutz an der Außenseite geschützt wird.

Der hohe Vorfertigungsgrad hat ermöglicht, dass das Gebäude bereits jetzt im fortgeschrittenen Rohbau steht, obwohl der Grundstein erst kurz vor Ostern gelegt wurde. Mit Hilfe von zwei Autokränen wurde das Gebäude innerhalb von vier Wochen an seinem Standort errichtet.

Die Gesamtkosten für die Kindertagesstätte liegen einschließlich der Außenanlagen, die nicht durch den Generalübernehmer (SÄBU Holzbau, Biessenhofen im Allgäu) erbracht werden, und des Grundstückerwerbs bei zirka 3,6 Millionen Euro. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 146 000 Euro gibt es aus einem Förderprogramm des Bundes.

Notwendig geworden waren die Kosten für Grunderwerb, da die Kindertagesstätte die Straßenseite wechselte und nun im Bergfeld ansässig ist. Dort existierte seit den 70er Jahren ein Bebauungsplan. Allerdings habe man sich entschieden – auch nach Diskussionen unter Beteiligung der Anwohner – an dieser Stelle nicht weiter nachzuverdichten, um den Brennpunkt etwas zu entschärfen, erklärt Projektleiter Lars Puhlmann. Die Grundstücke wechselten dieser Planung entsprechend zwischen der Kliniken-GmbH, der Stadt Göppingen und der Kreisbaugesellschaft den Besitzer.

Das lichtdurchflutete Gebäude ist in Ost-West-Richtung in drei Baukörper gegliedert. Zentrales Bindeglied ist eine überhöhte Eingangshalle. Die Flure sind als Spielflure mit Garderoben konzipiert. Offene Türen prägen die Kindertagesstätte. Dennoch können etliche Räume des Gebäudes mit zirka 1000 Quadratmetern Nutzfläche jederzeit pädagogisch sinnvoll mit mobilen Trennwänden abgeteilt werden. Das Ganze ist mit großzügigen Glasstilelementen auch optisch ansprechend gelungen.

Ein großzügiger, 1500 Quadratmeter großer Außenbereich rund um die Kindertagesstätte ermöglicht den Kleinen ihren Bewegungsdrang auszuleben. Ein Wall zur Eichertstraße trennt die Straße auch optisch ab, ein Zaun sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Auch im Innenbereich ist alles bis ins Detail durchdacht. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die Betreuerinnen ihre kleinen Schützlinge stets im Auge behalten können, auch wenn sie sich in Nachbarräumen aufhalten. Daher haben die meisten Türen und bestimmte Wände Glasausschnitte, die die Durchsicht und den Überblick gestatten.

Der Wickelbereich ist beispielsweise so gestaltet, dass eine Person während des Windelanlegens auch die anderen Kinder im Ruheraum im Blick hat. Eine Fußbodenheizung sorgt für eine angenehme Temperierung, Akustikdecken dämpfen zudem hohe Lärmbelastungen. „Wir haben uns an dem Leitfaden „kleine Ohren“ orientiert“, erklärt Lars Puhlmann.

Natürlich ist alles barrierefrei gestaltet und bietet so auch die Möglichkeit, die Räumlichkeiten für klinikinterne Veranstaltungen zu nutzen.

Regional Die Generalübernehmer der Gebäude für die Personalappartements als auch der Kindertagesstätte hätten darauf geachtet, regionale Firmen zu beauftragen, so Walter Ruschel, Geschäftsbereichsleiter Baumanagement der Klinik.

Infrastruktur Die Klinik wird mit Fernwärme des Müllheizkraftwerkes versorgt. Ebenso wie die Kindertagesstätte und Mitarbeiterwohnungen. Derzeit laufen die Verlegearbeiten der Leitungen. Dazu muss auch die Eichertstraße aufgegraben werden. „Wir werden dies punktgenau nur einmal in den Nachtstunden vornehmen“, erklärt Projektleiter Lars Puhlmann.

Serie In drei Teilen stellen wir die drei Projekte rund um die neue Klinik am Eichert vor. Es folgt noch das Parkhaus.

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