Klimaschutz auf der Straße

Mit Erfahrungsberichten und Vorträgen, kombiniert mit einer Ausstellung von verschiedenen Elektromobilen zum Anfassen, veranstaltete die Akademie zusammen mit der Wala einen Info-Tag.

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In Bad Boll ging es bei einem Infotag um Elektromobilität. Christine Kumpf und Friedemann Messer sahen sich die Automodelle an.  Foto: 

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg widmete sich der Elektromobilitätstag unter dem Titel "Die Zukunft ist da - heute schon elektrisch mobil" im Schulzentrum Bad Boll der Frage, warum es auf unseren Straßen erst so wenige Elektrofahrzeuge gebe. Mit Fahrern von Elektroautos und verschiedenen Experten konnten die Besucher über die Argumente von Befürwortern und Kritikern der E-Mobilität diskutieren. Außerdem gab es Gelegenheit, eine Probefahrt mit den Fahrzeugen zu machen. Pedelecs, Roller, Leichtmobile sowie Elektromobile für Senioren, die zwischen sechs und 15 Stundenkilometern, ohne Führerschein und überall zu fahren sind, konnten ebenfalls ausprobiert werden.

"Es ist eine ganz ungewöhnliche und innovative Tagung", sagte Professor Jörg Hübner von der Evangelischen Akademie, denn der Klimawandel habe bereits eingesetzt. Politiker hätten lange geredet und gewartet, obwohl die Treibhausgase zugenommen hätten. Deswegen müsse sich im täglichen Leben etwas ändern und dazu wolle die Tagung beitragen, nachdem inzwischen auch der G7-Gipfel von einer "Dekarbonisierung", einem Abschied von Öl, Kohle und Gas, gesprochen habe. In Kooperation mit Stefan Weiland, dem Umweltbeauftragten der Wala, hatte Studienleiterin Carmen Ketterl, die selbst ein E-Mobil fährt, die Tagung organisiert. Dorothee Kraus-Prause hat als stellvertretende Bürgermeisterin herausgestellt, dass Modellprojekte vom Land und vom Bund gefördert würden, nachdem für 2020 als Ziel eine Million Elektrofahrzeuge anvisiert seien.

Ingenieur Dr. Ulrich Schiefer aus Stuttgart referierte über die Chancen und Risiken der Elektromobilität und setzte sich mit den Argumenten der Kritiker auseinander. Beispielsweise sei ein Verbrennungsmotor mit Leistung von bis zu 300.000 Kilometer endlich, während E-Motoren "unkaputtbar" seien. In die Kostenrechnung dürfe nicht nur die zweifellos teure Batterie einfließen, sondern sämtliche Kostenfaktoren. Dann ergebe sich, dass das E-Auto nicht teurer sei und einen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Bei null Lärm, keiner Feinstaubbelastung und keiner Wärmeverschwendung nutze das Elektroauto Energie dreimal so effizient wie ein Auto mit Verbrennungsmotor. Als Einstieg und Übergangstechnologie könne man auch ein Auto mit Hybrid wählen, das beide Antriebe miteinander verbinde.

Jana Hoeffer erzählte von ihren Erfahrungen als Benutzerin. Sie fährt seit zwei Jahren ein E-Auto und pro Jahr etwa 20.000 Kilometer. "Ich mache keinen Kohlestrom rein, sondern tanke Ökostrom", sagte sie. Im Durchschnitt fahre jeder 40 bis 50 Kilometer pro Tag, deswegen sei die Reichweitenangst - bislang reicht eine Tankfüllung etwa 100 bis 150 Kilometer - unbegründet. Christine Kumpf, Wirtschaftsförderin der Stadt Göppingen, sprach über die Ladeinfrastruktur in Göppingen und Angebote wie das Car-Sharing im Wohngebiet Stadtgarten, wo es bei 50 regelmäßigen Nutzern und 40.000 gefahrenen Kilometern über zwei Jahre hinweg positive Erfahrungen gebe. Die Stadt wolle auch im Hinblick auf die Stellplatzeinsparung die E-Mobilität fördern.

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