Kleine Fische für Schüler Aquarium in Gruibingen: Rektor und Fachmann kümmern sich

Ein Rektor, der morgens Fische füttert, und ein Aquarianer, der sie mit Fachwissen betreut - das sind die Garanten für das Gruibinger Schul-Aquarium. Es hat schon Generationen von Schülern fasziniert.

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Für Gruibinger Schüler immer ein Hingucker: das Aquarium mit Fischen aus Südamerika. Rektor Geiger (r.) und Joachim Seif halten es am Laufen.  Foto: 

Der Gruibinger Gemeinderat hat sich neulich an das Schul-Aquarium erinnert, als es eine Spende von 1500 Euro zu verteilen gab. Dort habe es doch Probleme mit der Abdichtung gegeben. Das Geld sei am Aquarium gut eingesetzt, wenn es denn der Rektor weiterführen wolle, entschieden die Räte. Das schien ihnen zweifelhaft.

Ulrich Geiger will das. "Das Aquarium bringt Ruhe in die Schule", sagt er. Es zieht die Schüler in seinen Bann, es bremst ihren Überschwang. Sein Platz ist am Eingang.

Es gehört zum Inventar. Das Aquarium kam mit der neuen Schule in den 60er-Jahren, sagt Alt-Gemeinderat Heinz Frey. In der alten wäre es undenkbar gewesen, da stand noch ein Ölofen mitten im Klassenzimmer. Frey hat damals zum ersten Mal ein Aquarium gesehen und erinnert sich noch gut an die Fische hinter dem dicken Glas, "wo man immer rangeklopft hat".

Rektor Geiger hat das gute Stück von seinen Vorgängern übernommen, damals betreute es der Hausmeister. Zwei Jahre nahm er es dann selbst in die Hand. Wovon er heute abrät. "Das ist sehr diffizil, da geht's um den pH-Wert und um Wasserhärte, dafür braucht man Fachwissen." Er schätzt sich glücklich, in Joachim Seif einen Aquarianer gefunden zu haben, der sich für "ein Appel und ein Ei" darum kümmert. Und das schon seit acht Jahren.

Seif hat dieses Hobby als Schüler in Deggingen entdeckt. Ein Lehrer hatte dort ein kleines Aquarium, Seif half bald mit. Er las sich Wissen an, ging bei Zoohändlern ein und aus, hatte dann selber ein Aquarium. Heute aber nicht mehr. So ist das Schul-Aquarium für ihn ein Ausflug in alte Gefilde.

"Man muss es immer im Auge behalten", sagt Seif. Sein Standardprogramm: Alle zwei Wochen kommt er eine Stunde vorbei, wechselt das Wasser, säubert den Filter, putzt die Algen weg, die nie ganz zu vermeiden seien. Auch wenn Seif Barben reingesetzt hat, die Algen fressen.

Vor gut einem Monat dann der Alarm: Wasser lief aus, die Silikondichtung war leck. Das Holz am Unterschrank zeugt von der Lache. Ein neues Becken musste her. Dafür hat Geiger das Geld von der Gemeinde angezapft, 350 Euro reichten aus. Der Deckel mit der Beleuchtung und der Unterschrank können bleiben, auch wenn sie schon 15 und 20 Jahre auf dem Buckel haben, schätzt Seif. Das Aquarium sei schon das dritte, weiß der Rektor. Auf ihn warten jeden Morgen die Fische, "sie drücken sich ans Glas, weil sie wissen, jetzt kommt Futter."

Nicht wenige Schulen haben ein Aquarium, und das Staatliche Schulamt begrüßt das. "Es kann sicherlich pädagogisch sinnvoll sein und zusätzliche wertvolle Lernfelder eröffnen." Wie man das organisieren kann, bleibe der Schule überlassen.

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