Klassenzimmeröfter putzen

Aufatmen nach vielen Jahren des Protests: Ab September werden die Klassenzimmer in allen Ulmer Schulen wieder zweimal pro Woche gereinigt. Vor acht Jahren wurde der Intervall heruntergefahren.

|
Künftig wird an den Ulmer Schulen wieder zweimal in der Woche geputzt.

Das gibt es selten: Zuhörer spenden für einen Gemeinderatsbeschluss Applaus. Im jüngsten Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales in dieser Woche war es so. Der Grund der Freude war: Ab September werden die Klassenräume an den Ulmer Schulen wieder zweimal pro Woche gereinigt.

Im Jahr 2004 war das Reinigungsintervall auf einmal wöchentlich heruntergefahren worden. Die Entscheidung war damals im Zuge der Sparbemühungen für die Haushaltskonsolidierung gefallen. Der Fachbereichsausschuss hatte sich dafür ausgesprochen, nicht bei den Lernmitteln, sondern bei der Reinigung zu sparen. Die Flure, Gruppenräume, Toiletten, Küchen und andere Sanitärräume wurden weiterhin täglich geputzt. Seither gab es regelmäßig Klagen von Seiten der Eltern, der Lehrer und der Schulleitungen über dreckige Schulen.

Die Mehrkosten für die Stadt durch das höhere Reinigungsintervall belaufen sich künftig auf 400 000 Euro pro Jahr, im laufenden Jahr fallen anteilig 140 000 Euro an. Die Entscheidung, die zusätzlichen Mittel aufzubringen, ist im Gremium einstimmig gefallen.

"Es ist gut, dass wir heute an das Thema einen Knopf machen", sagte CDU-Fraktionssprecher Dr. Thomas Kienle. Auch Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne) lobte die Entscheidung:"Das freut uns sehr." Sie monierte allerdings, dass es so lange gedauert und es so starken Drucks durch den Gemeinderat bedurft habe,"bis sich die Verwaltung zu einerÄnderung durchgerungen hat". Seit April 2011 haben die Fraktionen von Grünen, CDU und Freien Wählern sieben Anträge an den OB zu diesem Thema gestellt.

Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung und Sport, begründete die Änderung damit, dass inzwischen die Schulen wegen Nachmittagsbetreuung und Ganztagsangeboten wesentlich länger als früher genutzt würden. 2011 hat die Stadt für Schulreinigung 1,9 Millionen Euro ausgegeben, die zu reinigenden Schulflächen bemessen 350 000 Quadratmeter. Nach Angabendes Gebäudemanagements werden jetzt sowohl die städtischen Reinigungskräfte als auch die beauftragte Firma Rimex aufgestockt.

Auch von Seiten der geschäftsführenden Schulleiter gab es klare Worte. Brigitte Röder sagte:"Es ist kein Luxus, wenn die Klassenräume jetzt zweimal wöchentlich gereinigt werden." Und Jürgen Volz fügte an:"Das bisher wöchentliche Reinigungsintervall war ein negatives Ulmer Modell. Die Erhöhung ist dringend nötig."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Täter von Eislingen entschuldigt sich in Abschiedsbrief

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. Er entschuldigt sich für die Tat in einem Abschiedsbrief. weiter lesen