Kirche für die Zukunft rüsten

Evangelische Gläubige aus drei Kirchengemeinden finden im kommenden Jahr unter einem Dach zusammen. Der geplante Zusammenschluss soll die Kirche rüsten für eine schwierige Zukunft.

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"Die Situation gestalten, bevor sie uns überrollt": Pfarrerin Kathinka Korn stimmt Eislinger und Ottenbacher Kirchengemeinden auf die Fusion ein. Foto: Tobias Flegel

Die evangelische Kirche bereitet ihre Mitglieder vor auf die Bildung einer neuen Gesamtkirchengemeinde. "Es geht darum, die Situation zu gestalten, bevor sie uns überrollt", sagte Pfarrerin Kathinka Korn am Mittwochabend im Luthergemeindehaus von Eislingen. Eine zunehmend älter werdende Gesellschaft, die schwindende Anzahl von Mitgliedern und immer weniger Geburten machten die Veränderung notwendig. Unausweichlich ist der Zusammenschluss von Luther- und Christuskirche und die Aufnahme von Gläubigen aus Ottenbach auch für Dekan Rolf Ulmer: "Zwei Gemeinden in einer Kommune macht nicht viel Sinn."

Die geplante Zusammenlegung ist die Anpassung an eine unbequeme Wirklichkeit. "Wir rechnen mit einem Verlust von 20 Prozent unserer Mitglieder in den nächsten 20 Jahren", sagte Ulmer. Einher gehe der Schwund mit einem Rückgang von Personal. "Wir verlieren 40 Prozent unserer Pfarrer", prophezeite der Dekan. Berechnungen der bevorstehenden Entwicklung hatte auch Korn parat: "Wir müssen mit 40 Prozent weniger Mittel auskommen." Das Budget schrumpfe empfindlich durch sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer. "Von derzeit 1800 Pfarrstellen können im Jahr 2030 nur noch 1100 bezahlt werden", sagte Korn. Die Abnahme bedeute einen Verlust von fast 40 Prozent der Geistlichen.

Deren Beistand soll der Zusammenschluss weiterhin sichern. Erhalten wollen die Gemeinden von Christus- und Lutherkirche auch manche ihrer jeweils eigenen Angebote und Veranstaltungen. "Was sich bewährt hat, soll erhalten bleiben", versprach der Eislinger Oberbürgermeister Klaus Heininger. Verändert und zusammengelegt werden solle in den bisher eigenständigen Einheiten nur, was sinnvoll sei. "Wir machen keine Fusion und keine Übernahme", stellte Kathinka Korn klar. Stattdessen spannten die Gemeinden ein gemeinsames Dach über manche Bereiche. Welche davon einheitlich geregelt werden sollen, gelte es in den kommenden Wochen und Monaten zu überlegen.

Gedanken gemacht haben sich die Pfarrerin und ihr Kollege Frieder Dehlinger bereits. Hinzukommen zur Jugendarbeit, Ökumene und Besuchsdienst soll eine gemeinsame Planung des Kirchenjahres sowie der Gottesdienste. "Durch eine bessere Abstimmung wollen wir Doppeltes und Überflüssiges abschaffen", sagte Dehlinger. Wichtigstes Ziel sei, eine gemeinsame Kirchenpflege aufzubauen. Unter deren Überbau solle Verwaltung und Buchhaltung der Gemeinden zusammengeführt werden.

Dritter im Bunde der neuen Allianz ist ein Nachbar. "Zum ersten Januar 2014 wurde Ottenbach von der Kirchengemeinde Hohenstaufen abgetrennt", sagte der Eislinger Kirchengemeinderat Edgar Schmidt. Durch eine Grenzverschiebung gehören rund 500 Evangelische aus dem Ort zu den etwa 6000 Glaubensgenossen der neuen Gesamtkirchengemeinde. "Ottenbach kann sich gut Richtung Eislingen bewegen", glaubt der Dekan. Wegen der Verkehrswege tendierten die Menschen sowieso mehr zu der Stadt hin als zu Hohenstaufen.

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