Kindgerechte Oper kommt an

Mit "Der kleine Prinz" hat die Tournee Oper Mannheim die Kindertheaterwoche im Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen eröffnet. Rund 150 kleine und große Gäste erlebten eine tolle Reise ins Universum.

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Tanja Hamleh von der Tournee Oper als kleiner Prinz mit seiner besten Freundin, einer Rose.  Foto: 

Die Tournee Oper Mannheim hat am Sonntag Antoine de Saint-Exupérys berühmte Erzählung kindgerecht und mit zahlreichen liebevollen Details präsentiert: Die Geschichte des kleinen Prinzen, der von einem anderen Stern stammt und eines Tages an der Liebe seiner besten Freundin, einer Rose, zweifelt.

Wie das Buch begann die Oper mit der Erzählung des Fliegers, der als Kind seltsame, für die Großen unverständliche Bilder malte. Doch der kleine Prinz verstand sie und sah, dass das Schaf in der Kiste saß. Und auf seiner musikalischen Reise durch das Weltall lernt er daraufhin jede Menge über Menschen und Tiere, über sich selbst und die Rose.

Nach dem Besuch verschiedener Planeten lehrt ihn schließlich auf der Erde sein Freund, der schlaue Fuchs: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Das Zitat gilt als Kernsatz der Geschichte und scheint den meisten kleinen Gästen, die die einstündige Aufführung mucksmäuschenstill verfolgen, geläufig zu sein.

Tanja Hamleh, die Gründerin der Tournee Oper Mannheim, verkörperte den adligen Hauptdarsteller und brachte dessen geheimnisvolles Naturell auf verständliche Weise näher. Die liebevollen Botschaften des aus dem Nichts erscheinenden Prinzen sind so klug und weise, dass sie auch bei den Jüngsten gut ankommen.

Hamleh, die klassisch ausgebildete Sopranistin, interpretierte die charakteristische Musik von Nikolaus Schapfl recht hingebungsvoll, doch bisweilen waren die Lieder für "junge Ohren" etwas zu hoch angesetzt. Die beiden männlichen Darsteller glichen die ungeahnten Höhen jedoch perfekt wieder aus. Tenor Viktor Wendtner schlüpfte in diverse Rollen und schien sich als Pilot und Fuchs gleichermaßen wohl- zufühlen wie als blasierter, sich schminkender und ständig in Spiegel schauenden Eitler. Ebenso sein Kollege Florian Küppers: Ob als winkender König, verzweifelter Säufer oder listig-zischende Schlange - der Bariton überzeugte in jedem Kostüm.

Im Haug-Erkinger-Saal in Rechberghausen erwartete das Publikum ein zwar schlichtes, aber pfiffiges Bühnenbild. Als Hintergrund eine bläulich-schimmernde Mondlandschaft mit Vulkanen, davor ein demoliertes Flugzeug und je nach Szene eine lebensgroße rote Rose, Sessel oder Koffer. Mit gut ausgewählten Accessoires, pfiffigen Kostümen, nicht allzu viel Schwermut und einem Gleichgewicht von Erzählung und Gesang, zog das frisch und sympathisch aufspielende und singende Trio das Publikum schnell in seinen Bann.

Eine nette Idee war die entspannte Gesprächsrunde am Ende der Vorstellung. Fragen nach dem Alter der Künstler, danach, wer sich hinter der Schlange verberge, wie schwer es sei, den Text zu lernen und wie oft man üben müsse, waren nur einige der Punkte, die alle drei Darsteller dem jungen Publikum gerne beantworteten.

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