Kinder pflanzen 600 Bäume

Schüleraktionen der Akademie "Plant for the Planet" gab es in Adelberg und in Rechberghausen. In Adelberg wurden 600 Bäume gepflanzt und in Rechberghausen stellten Schüler ihre Ergebnisse den Eltern vor.

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In Adelberg planzten die Kinder 500 Eichen als dominante Baumart und 100 Hainbuchen als dienende Baumart im Abstand von eineinhalb Metern.  Foto: 

"Bei einem schönen Sonntagsausflug könnt ihr dann ja schauen, ob euer Baum noch da ist", sagte Jochen Heinz, Stellvertreter des Göppinger Landrats, bei der Pflanzaktion in Adelberg, bei der 37 Kinder in Gummistiefeln und mit Spaten ungeduldig auf den Beginn der Tat warteten. Schließlich kannten sie das Motto: "Stop Talking, Start Planting" der Schülerinitiative "Plant for the Planet", die 2007 vom damals neunjährigen Felix Finkbeiner ins Leben gerufen wurde.

In den Folgejahren hat sich die Aktion zu einer weltweiten Bewegung entwickelt mit dem Ziel, etwas für die Umwelt und für die Klima-Gerechtigkeit zu tun, denn jeder Baum entziehe der Atmosphäre pro Jahr circa zehn Kilogramm CO2.

In Adelberg wurden 500 Eichen als dominante Baumart und 100 Hainbuchen als dienende Baumart im Abstand von eineinhalb Metern gepflanzt, wie Martin Mönich, Forst-Revierleiter im östlichen Schurwald, den kleinen Forstleuten erklärte. Nachdem er den Kindern 25-jährige Eichen im Wald gezeigt hatte, waren einige doch sehr überrascht, dass eine Eiche 160 bis 180 Jahre brauche, um 70 Zentimeter Durchmesser und eine Höhe von 40 Metern zu erreichen.

Die Forstwirtschaftsmeister Johannes Henninger und Rolf Wahl zeigten, wie es geht, einen Baum zu pflanzen. Nachdem im Ziegelhau der Boden lehmig ist, hatten die Helfer die Pflanzlöcher vorgebohrt und erklärt, wie man mit einem Holzspaten ein Loch macht, den Baum reinsetzt und dann mit Fingern den Boden reinkrümelt und ihn andrückt, ohne dass angegossen werden muss. In kleinen Gruppen mit je einem Helfer wird gepflanzt und die neunjährige Nora aus Göppingen erzählt, dass sie mit ihrer Mama beim Vortrag von Felix gewesen sei, während der neunjährige Silas aus Bad Überkingen ruft: "Ich hab´ schon angedrückt". Laura aus Steinheim und Jana aus Bünzwangen wollen jedoch noch mehr Erde reinkrümeln. Die Kinder arbeiten meist kniend und hochkonzentriert.

Der 16-jährige Betreuer und Klimabotschafter Louis aus Stuttgart berichtet, dass die Kinder bei der Akademie, die schon am Vormittag begonnen hatte, bereits außerordentlich gut informiert gewesen seien.

Am Ende des Akademietages stellten die Teilnehmer in der Schurwald-Schule in Rechberghausen ihre Ergebnisse den Eltern vor und beschrieben ihre Eindrücke. Als frisch gebackene Klimabotschafter bekamen die teilnehmenden Kinder am Ende der Akademie eine Urkunde und eine Klima-Botschafter-Tasche mit verschiedenen Büchern sowie ein T-Shirt samt Waschanleitung, das aus Holzfasern hergestellt wurde, ausgehändigt. Ein Buch von Felix Finkbeiner über die Pflanzaktion und Frauenrechte in Afrika, ein Buch des US-amerikanischen Politikers Al Gore, ein Roman mit dem Titel "Euer schönes Leben kotzt mich an" und Fotos der Teilnehmer konnten die Kinder in Empfang nehmen.

37 Kinder aus 22 Grundschulen haben bei dem Projekt mitgemacht. Presseveröffentlichungen im Mitteilungsblatt - die Kinder hatten auch gelernt, wie man vorträgt und was man bei einem Referat berücksichtigen muss - bis zur Frage an den Bürgermeister, ob er Bäume pflanzen könne, war eine Vielzahl an Einfällen vorhanden.

Zuvor hatten die Kinder einzeln über Umweltthemen und Klimaveränderung berichtet. Leonie sagte: "Wir wollen erreichen, dass 1000 Milliarden Bäume gepflanzt werden, das sind 150 Bäume pro Mensch auf der Erde." Emma sprach über Überflutungen und Dürren in China, Russland und deren Auswirkungen auf die Menschen. Aaron und Noah erklärten den Treibhauseffekt und Amos und Friso beschrieben, was es mit dem CO2 auf sich habe. Franziska und Lara erklärten, dass jeder eigentlich nur 1,5 Tonnen CO2 ausstoßen dürfe, während 20 Tonnen pro Jahr in Nordamerika, zehn Tonnen in Deutschland, sechs in China und nur 0,5 in Afrika ausgestoßen würden.

Lennart ging auf das Schmelzen des Grönlandeises und des arktischen Eises durch den Klimawandel ein, während Madita Informationen über Felix Finkbeiner wusste. Louis beschrieb den Drei-Punkte-Plan, der sich mit Armut und Ungerechtigkeit sowie den fossilen Energieträgern beschäftigte, während Max und Aaron das Ziel Klima-Gerechtigkeit erläuterten. Und Sofia fasste alles zusammen in ihrem kleinen Vortrag: "Stop Talking, Start Planting." Die Zuhörer waren beeindruckt von so viel Fachwissen der neuen kleinen Klimabotschafter.

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