Bürger protestieren: Keine Rakete nach 22.30 Uhr

Wiesensteiger beschweren sich über die vielen abgeschossenen Böller unter dem Jahr. Rat  einigt sich auf klare Regeln.

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Ein Feuerwerk krönt so manches Fest – doch nicht alle erfreuen sich an dem nächtlichen Spektakel.  Foto: 

Die Wiesensteiger stöhnen: Immer mehr Feuerwerke erhellen unterm Jahr den Nachthimmel – mit dem üblichen Getöse. Einst gab es einmal im Jahr Feuerwerk: An Silvester freuten und freuen sich die Menschen am bunten Feuerwerk vor dem nachtblauen Himmel und begrüßen das neue Jahr mit lautem Böllern und Knallen.

Der Gesetzgeber erlaubt Feuer­werk insbesondere wegen des damit verbundenen Geräuschpegels nur zu einer festgelegten Zeit und teilt dabei die Feuerwerkskörper in zwei Kategorien ein. Klasse I, die weniger lauten Feuer­werkskörper wie Knallerbsen oder Bodenkreisel dürfen ganzjährig verwendet werden. Alles andere darf nur 24 Stunden im Jahr abgefeuert werden, nämlich vom 31. Dezember um 0 Uhr bis 1. Januar, 24 Uhr. Auch hier hat der Gesetzgeber Einschränkungen erlassen. So ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Klasse II in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Kirchen, Reet- und Fachwerkhäusern grundsätzlich verboten. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, wie der Volksmund sagt.

Und genau so ist es auch in Wiesensteig. In „Sonderfällen“ kann die Kommune eine Ausnahme der Regel gestatten. Zumeist sind das Feiern, etwa Geburtstage, Hochzeiten oder Firmenjubiläen, für welche solche Ausnahmegenehmigungen eingeholt werden.

Das Wiesensteiger Rathaus kennt solche Anfragen ebenfalls. Vier bis fünf genehmigt die Verwaltung, „das werde sehr kulant gehandhabt“, sagte Bürgermeister Gebhard Tritschler in der Ratssitzung. Dass jüngst gleich drei Feuerwerke in kurzen Zeitabständen in den Himmel gejagt worden sind, war den Anwohnern dann doch zu viel – viele beschwerten sich auf dem Rathaus. Grund genug für den Bürgermeister, das Thema am Ratstisch zu diskutieren. Und er fand rege Gesprächsteilnehmer. Da kam der nach Silvester liegen bleibende Müll ebenso aufs Tableau wie die Tatsache, dass solche Feuerwerke unterm Jahr in der Regel von professionellen Pyrotechnikern abgefeuert würden. Die Vorschläge, nur noch Firmen eine Sondergenehmigung zu erteilen oder die Genehmigungen im Jahr zu deckeln, wurden ebenso debattiert, wie die schlechten Aussichten, jene zu ahnden, die ohne behördliche Genehmigung Raketen in die Luft jagen.

Am Ende einigte sich das Gremium auf eine „klare und einheitliche Linie“, wie Sven Gajo es gefordert hatte: Feuerwerksanfragen werden genehmigt mit der Auflage, dass sie kurz nach Einbruch der Dunkelheit abgefeuert werden und das farbenprächtige und lautstarke Spektakel spätestens um 22.30 Uhr beendet ist. Sollten die privaten Freuden an der Pyrotechnik im Jahreslauf doch überhand nehmen, wollen die Räte erneut in die Diskussion einsteigen.

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