Kartendrucker steht gleich neben dem Laptop

In einer Porträtserie stellen wir Menschen vor, die seit Jahren zum Erfolg des Sommerfestivals auf Schloss Filseck beitragen. Heute: Gerhard Frey und Hildegard Mayer.

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Wer sich Karten für das Sommerfestival auf Schloss Filseck besorgt, hat mehr oder weniger direkt mit Gerhard Frey und Hildegard Mayer zu tun. Sie kümmern sich um den Kartenvorverkauf und besetzen die Abendkasse.

"Das sind die Plätze, die noch frei sind", sagt Gerhard Frey und zeigt auf rosa und blaue Punkte auf seinem Bildschirm. Der 64-Jährige sitzt in seinem Wohnzimmer an einem kleinen Laptop. Auf dem Teppich daneben steht ein Drucker für Eintrittskarten. "880 Plätze sind im Schlosshof für die Zuschauer der Berlin Comedian Harmonists eingeplant", erklärt Frey und deutet auf das bunte Punkte-Raster, "200 Karten sind noch übrig". Der Vorverkauf für die elf Konzerte des Sommerfestivals verlaufe normal, sprich: gut. Denn für die meisten Veranstaltungen sind zwei Wochen vor Beginn lediglich Plätze im hinteren Bereich vorrätig. "Das freut unsere Vorstände", sagt Hildegard Mayer lächelnd, "die fragen ja auch oft, wie der Vorverkauf läuft."

Dafür, dass er läuft, sorgen Gerhard Frey und Hildegard Mayer. Dreimal die Woche besetzen die beiden Ruheständler abwechselnd das Kartentelefon auf Schloss Filseck. Außerdem werten sie die eingehenden Bestellungen per Postkarte und die E-Mail-Anfragen aus. Als Hildegard Mayer vor zehn Jahren das Amt übernahm, gestaltete sich der Ablauf noch ganz anders. "Damals wurden die Karten ausgedruckt und an sechs verschiedene Vorverkaufsstellen im ganzen Kreis verteilt", erinnert sie sich. Ihre Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass überall genug Karten vorrätig waren. "Sicherlich einfacher, aber nicht mehr zeitgemäß", sagt die 66-Jährige. Heute müsse man auch Bestellungen per Internet anbieten und flexibler sein.

Allerdings hätten die E-Mails ihre ganz eigenen Tücken. "Oft genug wird dabei nett angefragt, aber leider die Hälfte vergessen", erzählt Gerhard Frey. Meistens fehle die Kontonummer, und ohne die gibt es keine Karten. Allerdings würden die meisten Bestellungen immer noch per Post oder Telefon eingehen.

Frey hat das Ehrenamt seit fünf Jahren inne und übernimmt heute die meisten Aufgaben in Sachen Vorverkauf. Bei ihm steht der Computer, um auch von zu Hause die Eingänge zu bearbeiten. Außerdem kümmert in erster Linie er sich darum, die Postkarten zu beantworten. Damit nicht genug: Der frühere Vermessungsingenieur ist auch noch Kassier im Verein "Kirchenmusik kreativ" und singt Bass im Chor Cantamus. Ein Vereinsmensch sei er, sicherlich, aber in erster Linie wolle er die Sache handfest unterstützen, sagt der 64-Jährige. "Alle Arbeit für das Sommerfestival geschieht ehrenamtlich", betont Hildegard Mayer. Und Gerhard Frey ergänzt: "Wenn sich dafür keine Leute mehr finden, stirbt das Festival, und wir stünden kulturell deutlich ärmer da."

Nicht vermissen würden die beiden wohl die Diskussionen mit unzufriedenen Kartenbesitzern. "Bei schlechtem Wetter werden die Konzerte traditionell vom Schloss Filseck in die Wäschenbeurer Bürenhalle verlegt", sagt Hildegard Mayer. Manchmal kämen dann enttäuschte Open-Air-Fans an die Kasse und würden ihre Karten zurückgeben wollen. "Das ist aber leider nicht möglich, was aber auch überall zu lesen ist", erklärt Gerhard Frey. Letztendlich würden die Leute aber doch das Konzert besuchen.

Eine Position im Vorstand oder ein anderes Amt käme für Hildegard Mayer nicht in Frage. "Mir gefällt, dass meine Aufgabe zeitlich begrenzt ist." Der Vorverkauf beginnt Anfang Mai. Während der Festivalwoche sitzen Mayer und Frey an der Abendkasse, danach wird abgebaut und aufgeräumt. "Das restliche Jahr über ist dann Ruhe, und wir freuen uns, wenn es wieder losgeht."

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Musik auf Schloss Filseck

Vom 25. Juli bis zum 2. August findet das Sommerfestival auf Schloss Filseck statt.

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