Karin Lindner ist Interimspfarrerin in Eschenbach

Für die vakante Pfarrstelle in Eschenbach wurde eine Interimslösung gefunden. Karin Lindner betreut die evangelische Kirchengemeinde vorübergehend im Rahmen eines"Übergangsdienstauftrags".

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Läutet eine neue Zeit für die evangelische Kirchengemeinde Eschenbach ein: Karin Lindner, Interimspfarrerin in Teilzeit. Foto: Inge Czemmel

Der Weggang von Pfarrer Johannes Stahl stellte die evangelische Kirchengemeinde im April vor ein Problem. Der Oberkirchenrat teilte mit, dass der Pfarrplan 2018 in Eschenbach sofort umgesetzt werde. Das bedeutete für die Eschenbacher nicht nur, dass die Pfarrstelle auf 50 Prozent gekürzt wird. Die Ausschreibung der Pfarrstelle wurde zudem bis zum Beschluss der Landessynode, die voraussichtlich im Frühjahr 2013 stattfindet, auf Eis gelegt.

Die Befürchtung, bis dahin"pfarrerlos" zu bleiben, ist nun vom Tisch. Karin Lindner wirdübergangsweise die evangelische Kirchengemeinde betreuen. Die Pfarrerin, die mit ihrem Mann und ihren drei Kindern seit elf Jahren in Bad Boll lebt, hat bereits begonnen, die Gemeindeglieder kennen zu lernen und hat die ersten Gottesdienste und Trauerfeiern gehalten. Umbrüche und Veränderungsprozesse sind für die 49-Jährige, die schon Pfarrerin in Heilbronn, Weil der Stadt und Reutlingen war, nichts Neues. In den letzten acht Jahren leitete Karin Lindner in Stuttgart eine Sonderstelle für Frauenarbeit.

Ihre Interimstätigkeit in Eschenbach sieht sie als Herausforderung und als spannende Aufgabe. Natürlich treibe die Leute die Frage um, wer längerfristig ihre Kontaktperson sein werde, aber jetzt gelte es"den Moment zu leben" und zu tun, was möglich und wichtig sei. Dazu gehöre auch, gemeinsam kreative Wege zu finden und erste Schritte in Richtung einer reduzierten Kapazität der Eschenbacher Pfarrstelle zu gehen. Da die Idee des Fahrplans eine 150 Prozent-Besetzung für Heiningen und Eschenbach zusammen sei, gelte es schon jetzt, dieKooperation der beiden Kirchengemeinden anzugehen.

"Erste Gespräche haben schon stattgefunden", berichtet Karin Lindner."Dass es ja bereits viele gelebte Bezüge im Alltag gibt, macht die Prozesse, die nun gut überlegt, konkretisiert und kommuniziert werden müssen, einfacher. Wichtig ist, den Eschenbachern das Gefühl zu vermitteln, dass die seelsorgerische Präsenz im Ort auch bei reduzierter Kapazität gewährleistet ist."

Da Karin Lindner nicht ins Eschenbacher Pfarrhaus einziehen wird, bekommen die Eschenbacher während der Übergangszeit schon einen Vorgeschmack darauf, wie es künftig sein könnte. Bei einer 50-Prozent-Stelle gibt es für den künftigen Stelleninhaber nämlich keine Residenzpflicht. Die Gründe für die langfristige Personalplanung der Landeskirche, die vielerorts eine Stundenreduzierungvorsieht sieht Karin Lindner im demografischen Wandel, sinkenden Gemeindegliederzahlen und dem damit verbundenen verminderten Kirchensteueraufkommen.

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