Kämmerer Manfred Epping geht in Ruhestand

Mehr als drei Jahrzehnte war Manfred Epping Hüter der Uhinger Finanzen. Nun geht er in den Ruhestand - "mit einem guten Gefühl", wie er sagt.

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Manfred Epping geht in den Ruhestand. Der Kämmerer von Uhingen sagt sich zum Abschied: "Die Stadt steht super da."  Foto: 

Es soll Menschen geben, für die ist ein Haushaltsplan eine spannende Lektüre. Manfred Epping gehört zweifellos dazu. 350 Seiten, voll mit Zahlen, "hinter jeder Zahl steht eine Geschichte oder eine Person, die ganze Stadt bildet sich da ab". Er habe eine der interessantesten Tätigkeiten innerhalb der Stadtverwaltung, ist der 63-Jährige überzeugt, "weil man als Kämmerer mit allen Problemen der Stadt in Berührung kommt".

Wer das Dienstzimmer betritt, dem fallen sofort die Drucke nach Bildern des niederländischen Malers Piet Mondrian ins Auge: strenge geometrische Formen mit klaren Strukturen. "Da könnte ich stundenlang hinschauen, das passt zu mir", meint Epping und fügt hinzu: "Ich bin ein sachlich orientierter Mensch, der versucht, eine klare Linie zu halten." Streng konnte der städtische Finanzhüter bisweilen schon dreinschauen. Zum Beispiel, wenn Stadträte Fakten zugunsten politischer Entscheidungen ignorierten. Damit habe er schon seine Probleme, räumt er ein, "aber das ist in der Demokratie eben so, das muss man akzeptieren".

"Der hat das Jammern vor dem Laufen gelernt", hat der frühere Stadtrat August Zimmermann den Kämmerer einst charakterisiert. In der Erinnerung daran muss Epping schmunzeln. Kernige Diskussionen seien das früher im Gemeinderat gewesen, wenn der Finanzchef versuchte das Geld zusammenzuhalten, das die Bürgervertreter gerne ausgegeben hätten. Oft sehr anstrengend sei das gewesen, aber er habe die habhaften Debatten sehr geschätzt, sagt er rückblickend.

Auf dem Tisch liegt das Planwerk für dieses Jahr, es ist das letzte, das unter Eppings Regie erstellt wurde. Am 1. September übernimmt offiziell die bisherige Stellvertreterin Kathrin Strobel das Ruder in der Kämmerei. Seinen Schreibtisch räumt der 63-Jährige bereits in der kommenden Woche. Jede Menge Resturlaub hat sich angesammelt, "die vergangenen Jahre waren herb". Für die Vorbereitung auf den Ruhestand habe schlicht die Zeit gefehlt, sagt der Vater von drei erwachsenen Söhnen. "Aber immerhin habe ich mir neue Wanderschuhe gekauft", sagt Epping lachend. Wandern, vorzugsweise in den Dolomiten sei seine Leidenschaft.

"Ich gehe mit einem guten Gefühl." Epping wäre kein Kämmerer, würde er dies nicht mit Zahlen untermauern. Bei seinem Amtsantritt 1981 habe die Pro-Kopf-Verschuldung in Uhingen umgerechnet 414 Euro betragen. 2013 seien es 481 Euro gewesen, angesichts der gewaltigen Investitionen in Stadtentwicklung, Schulen und Infrastruktur sei die Verschuldung so gar noch geringer als vor 33 Jahren. Auch künftigen Generationen noch finanziellen Spielraum zu lassen, sei sein großes Ziel gewesen. "Uhingen steht super da, das ist ein guter Abschluss", findet der Finanzchef. Der Stadt, in der er aufgewachsen ist, fühle er sich weiter verbunden. Ganz loslassen will der langjährige Kämmerer noch nicht. Es ist ein schrittweiser Ausstieg. Als Geschäftsführer der Uhinger Wasserversorgungsgruppe wird er vorerst immer wieder im Rathaus sein.

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