Jung und Alt sollen voneinander profitieren

Es ist zwar schon die vierte, dafür ist die neue Bildungspartnerschaft der Gemeinschaftsschule Lonetal eine besondere. Erstmals kooperiert die Schule mit einer sozialen Einrichtung: der Altenpflege der AWO.

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AWO-Heimleiter Ulf Haß, Rektorin Claudia Boß und IHK-Projektleiter Thomas Weise (von links) besiegeln mit ihrer Unterschrift die Bildungspartnerschaft zwischen der Gemeinschaftsschule Lonetal und der AWO. Lonsees Bürgermeister Jochen Ogger und Heinrich Schmohl (Amstetten) freuen sich als Vertreter der beiden Schulträger. Foto: Thomas Hehn

Früher war es normal, dass mehrere Generationen unter einem Dach lebten. Heute ist das die Ausnahme. Die Folge sind "eine zunehmende Entfremdung von Jung und Alt", stellt Claudia Boß fest. Die daraus erwachsenden Berührungsängste abzubauen, sieht die Rektorin der Gemeinschaftsschule Lonetal auch als "eine große Aufgabe der Schule". Und so haben die Schulleiterin und ihr Kollege Werner Meyer gerne zugegriffen, als sich die Chance bot, eine "Bildungspartnerschaft" mit der AWO zu schließen, die in Amstetten und Lonsee jeweils Altenpflegeheime betreibt. Gestern wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und der Arbeiterwohlfahrt im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Aula der Amstetter Schule unterzeichnet.

Nicht nur Claudia Boß sieht in der Partnerschaft eine "Win-win-Situation für Schule und Betrieb". Auch Ulf Haß, Leiter der beiden Heime in Lonsee und Amstetten, hofft, dass beide Seiten profitieren. Neben den bereits 15 Auszubildenden im Bereich Altenpflege wolle die AWO künftig noch mehr Köche und Hauswirtschafterinnen ausbilden. "Wir bieten vielen jungen Menschen eine berufliche Zukunft", betonte Haß. Der Heimleiter sieht die Kooperation zwischen Jung und Alt aber auch als eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: "Wir wollen kein Ghetto, sondern Brücken bauen." Wenn die jungen Leute in die Heime gingen, würden sie den Alten nicht nur Abwechslung und Anregungen verschaffen, sondern "insgesamt Leben in die Bude bringen". In diese Richtung ziele die Initiative "Pflege mit ganz neuen Augen sehen", mit der die AWO über Ausbildungsmöglichkeiten, freiwilliges soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst und Praktika in der Altenpflege informiert.

Froh über die Bildungspartnerschaft ist auch Gemeinderat Heinrich Schmohl, der für den verhinderten Bürgermeister Jochen Grothe die Glückwünsche der Gemeinde Amstetten überbrachte. Das Pflegeheim sei ein großer Wunsch der Gemeinde gewesen, um eine wohnortnahe Versorgung der älteren Bürger zu ermöglichen. Nachdem die Arbeiterwohlfahrt ihr Haus in Amstetten bereits mit großem Engagement führe, biete die Kooperation zwischen Schule und AWO eine gute Möglichkeit, das Heim "noch mehr mit der Gemeinde zu vernetzen".

"Nach Industrie und Handwerk gibt es jetzt auch eine Verbindung zu sozialen Berufen", freute sich zum Schluss Thomas Weise. Der Projektleiter für Bildungspartnerschaften bei der IHK Ulm ist überzeugt, dass die vereinbarten sechs Begegnungen pro Jahr zwischen Schülern und Pflegebedürftigen für beide Seiten fruchtbar sind. "Das ist eine gute Investition", lobte der IHK-Vertreter - zumal die neue Partnerschaft zeige, dass es "außer Mechatroniker noch andere spannende Berufe gibt".

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