Juhn überholt Ansorge bei der Bürgermeisterwahl

Herbert Juhn wird neuer Bürgermeister von Bad Ditzenbach. Juhn erhielt 1006 Stimmen und damit 300 Stimmen mehr als Favorit Frank Ansorge. Die Wahlbeteiligung war mit 57,9 Prozent erneut schlecht.

|
Es ist die Überraschung, die rechnerisch möglich war, mit der man aber nicht rechnen musste: Im zweiten Wahlgang hat der 52-jährige Diplom-Verwaltungswirt Herbert Juhn aus Laichingen seinen Kontrahenten Frank Ansorge überholt und mit einem deutlichen Vorsprung von 309 Stimmen hinter sich gelassen. „Ich bin stolz, Ihr Bürgermeister zu sein“, sagte er sichtlich strahlend, nachdem der Noch-Bürgermeister und Wahlleiter Gerd Ueding im Sitzungssaal des Ditzenbacher Rathauses das Ergebnis bekannt gegeben hatte. Juhn erhielt 58,42 Prozent der Stimmen. Frank Ansorge vereinte 40,48 Prozent der Stimmen auf sich. Keine Rolle spielte der dritte Kandidat, Andreas Fischer aus Berlin von der „Nein-Idee“. Er erhielt nur 17 Stimmen (0,9 Prozent). Beim ersten Wahlgang waren noch sieben Kandidaten im Ring. Aufsehen erregte der plötzliche Rückzug der Drittplatzierten, der gebürtigen Aufhausenerin Manuela Raichle. Die 39-jährige Diplom-Verwaltungswirtin hatte kurz vor Ablauf der zweiten Bewerbungsfrist ihre Kandidatur zurückgezogen – offensichtlich um die Chancen für Juhn zu verbessern.

Denn als Bürgermeister von Birenbach galt der gelernte Polizist Frank Ansorge nach viereinhalb Jahren Amtserfahrung als klarer Favorit. Der 48-jährige Aufhausener hatte den ersten Wahlgang mit 38 Prozent der Stimmen für sich entschieden und lag damit weit vor den beiden ernsthaften Konkurrenten Herbert Juhn (24,8 Prozent) und Manuela Raichle (20,9 Prozent).

Ein Raunen ging durchs Publikum, als Bürgermeister Ueding vor der Bekanntgabe des Ergebnisses die Wahlbeteiligung erwähnte: Von insgesamt 2996 wahlberechtigten Ditzenbachern, Gosbachern und Auendorfern waren nur 1734 zur Wahl gegangen. Besonders wahlfreudig waren die Gosbacher, am schlechtesten war die Wahlbeteiligung im Hauptort Ditzenbach.

Nachdem Gerd Ueding nicht wieder antrat, hatten die Ditzenbacher nach 24 Jahren wieder die Chance, einen neuen Bürgermeister zu wählen – und dabei mit sieben Kandidaten auch eine große Auswahl. Dennoch war die Wahlbeteiligung schon im ersten Wahlgang mit 59,7 Prozent erstaunlich niedrig. Als es nun darum ging, zwischen zwei verbliebenen Kandidaten zu entscheiden, war die Wahlbeteiligung noch schlechter. Als „Katastrophe“ bezeichnete dies so mancher Ditzenbacher am Rande des Wahlabends.

„Der Beste hat es sollen sein, die andern sind schon weg“, sang Hans-Rainer Spieß mit seiner Hüttenmusi vom Albverein bei der anschließenden Wahlparty im Haus des Gastes. Nach einer eigens komponierten Melodie durfte das Publikum zum Refrain mitsingen: „Schultes, wir gratulieren Dir – es ist so schön im Goißatal.“ Applaus erntete Herbert Juhn, als er bei der anschließenden Wahlparty im Haus des Gastes den Ditzenbachern eine Runde schmiss. Das Wahlergebnis sei eine gute Basis, um gute Arbeit leisten zu können. „Ich freue mich ganz arg darauf“, sagte er.

Herbe Enttäuschung dagegen bei Frank Ansorge. „Ich wäre ein Bürgermeister gewesen, der die Strukturen kennt und der am Schreibtisch direkt loslegen kann. Ich habe es aber nicht geschafft, dies den Bürgern zu vermitteln“, sagte er selbstkritisch. Er wolle nun Birenbachs Bürgermeister bleiben und sich nicht mehr anderswo bewerben.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Bürgermeisterwahl

Herbert Juhn hat sich gegen seine Konkurrenten durchgesetzt. Er wurde am 22. Februar zum neuen Bürgermeister von Bad Ditzenbach gewählt. Er erhielt 58,4 Prozent der Stimmen und ließ seinen stärksten Kontrahenten Frank Ansorge (40,5 Prozent) weit hinter sich.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Schuler Turm zieht Besucher magnetisch an

Im Stundentakt führten Schuler-Mitarbeiter am Wochenende Besucher durch den neu eröffneten Innovation Tower in Göppingen. weiter lesen