Jugend sorgt für Ärger

Gelegenheit zum Mitdiskutieren bot am Mittwochabend der Rechberghäuser Bürgermeister Reiner Ruf bei der Bürgerversammlung. Gut 50 Interessierte waren seiner Einladung gefolgt.

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Als Reizthema empfinden viele Rechberghäuser die Situation der Jugendlichen im Ort. Das machten sie bei der Bürgerversammlung im Haug-Erkinger-Saal deutlich. Einerseits werde das neue Jugendhaus in der Boßlerstraße nicht angenommen, andererseits würden sich die Jugendlichen dann auf dem nahe gelegenen Kinderspielplatz treffen, der regelmäßig verschmutzt und beschädigt werde. Es wurde sogar schon beobachtet, wie junge Männer von oben auf die Kinderrutsche uriniert hätten. "Die Polizei", so eine Bürgerin, "fährt um 16 Uhr Streife, wenn keiner da ist. Abends und nachts dagegen schaut keine Polizei vorbei, auch nicht, wenn man anruft". Um das Thema entstand eine hitzige Debatte über Erziehung und Respekt. Bürgermeister Reiner Ruf versuchte zu beruhigen, indem er warnte, alle über einen Kamm zu scheren. "Es gibt durchaus hoffnungsvolle Fälle unter den Jugendlichen."

Baustellen, Raser und Falschparker sind weitere Ärgernisse, mit denen sich die Diskussionsteilnehmer beschäftigten. Auch die Verkehrssituation brannte vielen unter den Nägeln. Verschiedene Kritikpunkte wurden angeführt. Einer der Redner forderte an der Baustellenzufahrt in der unteren Graf-Degenfeld-Straße eine Baustellenampel, da die teils rückwärts ausfahrenden Lastwagen bereits einen Verkehrsunfall provoziert hätten. Etwas weiter oben gebe es wiederum zu wenige Ausweichstellen für Begegnungsverkehr, klagte ein anderer. Die alte Rechts-vor-Links-Regelung in der Göppinger Straße wurde von mehreren Anwohnern zurückgewünscht, vor allem, weil viele Raser die Vorfahrtsstraße bis zum Schulzentrum als Rennstrecke nutzen würden. Rathauschef Ruf möchte die Bartenbacher Planungen abwarten, bevor eine Entscheidung getroffen werde. Der Schultes gab zu bedenken, dass die neue Regelung wieder mit einer Lärmbelästigung verbunden wäre.

Begleitend zur Veranstaltung hatten Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Schautafeln aufgestellt, an denen sich Interessierte über die laufenden Projekte von Kultur bis Bau informieren konnten. Mit einem Überblick über die Bauvorhaben der vergangenen drei Jahre, über die aktuelle Situation sowie die Planungen der nahen Zukunft hatte Ruf die Bürgerversammlung eröffnet. Er beleuchtete die Verhältnisse rund ums Gartenschaugelände und griff die Problematik der Parkverunreinigung auf. Mit der nächtlichen Schließung von drei Nebentoren wolle man nun sehen, was sich ändern wird. Dann erläuterte Ruf Statistiken zum Schwerlastverkehr und diversen Geschwindigkeitsmessungen, auch die Jugendarbeit und die schulische Umstrukturierung waren Thema. Ausführlich erklärte und bebilderte der Bürgermeister die Baumaßnahmen rund ums Rathaus. Zum Durchfahrts- und Parkproblem in der Amtsgasse verspricht Ruf: "Wir werden eine Lösung finden."

Auch die in Rechberghausen mangelnden Parkplätze waren ein Thema. Doch Abhilfe ist in Sicht: Neben dem neuen Lidl-Markt entsteht eine öffentliche Parkfläche. Zusammen mit der bereits eröffneten Schlossgarage werden den Bürgern weit über 100 kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen, und die Parksituation im Umkreis, wo "geparkt wird wie im wilden Westen", wie ein Zuhörer angemerkt hatte, werde entschärft. Da die Tiefgarage nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, wird von den Bürgern ein Hinweisschild gefordert. Im unteren Bereich der Graf-Degenfeld-Straße gibt es Überlegungen, Parkbuchten zwischen den Bäumen zu schaffen.

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