Jetzt auch Politiker unter Strom

Die CDU-Politiker im Kreis wollen den kritischen Fragen zur Stromtrasse im Schurwald nachgehen. Dies versicherten sie bei einem Bürgerdialog mit ihrem energiepolitischen Sprecher in Berlin, Thomas Bareiß.

|
Braucht man die geplante Hochspannungstrasse durch den Schurwald? Für den Bürgerprotest ist das eine Kernfrage. Die CDU-Politiker im Kreis wollen ihr nachgehen. Foto: Giacinto Carlucci

Vor dem Bürgerdialog in Börtlingen, zu dem 50 Interessierte kamen, ging es erst mal hoch hinauf: Vom Reinhold-Maier Turm aus erläuterte der Göppinger CDU-Landtagsabgeordnete Dietrich Birk die Einschränkungen, die die geplante 380-KV-Überlandleitung den den umliegenden Gemeinden bringen würde. "Sie würden weiter in ihren innerörtlichen Entwicklungen eingeschränkt, wenn man die bereits vorhandenen Belastungen in dem sehr dichten Siedlungsraum berücksichtigt, wie die derzeitige Trasse einer NATO-Pipeline."

Vor 50 Interessierten äußerte Birk den Eindruck, dass der Bürgerdialog seitens der Transnet zu schnell und ohne wichtige Details geklärt zu haben erfolgt sei und stellte die für ihn wesentlichen Frage in den Raum. "Brauchen wir diese Leitung?" Wichtig sei, dass Politik und Betroffene im Dialog sind sowie Einwände und Sorgen der Betroffenen ernst genommen werde. "Ich hoffe, dass erste Zwischenergebnisse mit nach Berlin genommen werden und Beachtung - auch nach der Bundestagswahl- finden."

Diesen Spielball nahm der Bundestagskandidat Hermann Färber auf und bot sich an, ein Bindeglied zwischen Politik und Transnet zu sein, denn für ihn sei eine frühzeitige Bürgerbeteiligung notwendig. "Der Dialog darf nicht erst erfolgen, wenn die Entscheidungen bereits getroffen sind."

Einen schwierigeren Start hatte hingegen der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß. Sein angedachter Vortrag zu den Herausforderungen der Energiewende wurde durch zahlreiche Zwischenrufe und Fragen immer wieder unterbrochen, sodass Bürgermeister Franz Wenka ihn bat, sich auf die Fragen der Bürger zu konzentrieren.

Wie schwierig die Thematik rund um die 380 KV Leitung ist, zeigten die Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen aus dem ganzen Landkreis, die mit unterschiedlichen und nicht immer zur Thematik der 380 KV Leitung passenden Fragen, aber auch mit Fachwissen im Gepäck kamen und Antworten forderten. Da ging es von Power to gas, über Windkraft, die fehlende Entwicklung von Speichermöglichkeiten bis hin zum Erhalt der Atomkraftwerke.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass sie nicht gegen die Energiewende seien, sie aber massive Probleme bei der Umsetzung und Gestaltung sehen: Es seien noch viele Fragen offen, das Konzept zur Energiewende sei nicht durchdacht, die Bundesländer seien nicht aufeinander abgestimmt und vieles mehr standen im Fokus der hitzigen Diskussion.

Bareiß zeigte sich selbstkritisch: "Die Energiewende darf nicht gegen die Bürger gehen, sondern mit ihnen, man muss diskutieren, ob man die Energiewende nicht weiter herausschiebt", wenn man die Bürger nicht an Bord habe, vor allem müsse sie für alle bezahlbar bleiben.

Der Wangener Altbürgermeister Werner Stöckle stellte die Frage, die viele interessierte: "Warum gibt es niemanden, der erklären kann, warum man diese 380 KV-Leitung braucht. Laut vorliegendem Gutachten der BI brauchen wir diese nicht, sondern es geht nur um den europäischen Stromhandel." Ein weiterer Appell ging an die CDU-Politiker: "Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass in unserer Raumschaft keine frühzeitigen Tatsachen geschaffen werden, die wir in hundert Jahren noch ausbaden müssen. Wichtig wäre es auch, dass die technologischen Entwicklungen mit in den geplanten Trassenverlauf berücksichtigt werden. Wir brauchen jemanden, der uns unterstützt, dass das Raumordnungsverfahren nicht begonnen wird."

Die CDU-Politiker nahmen diese Fragen mit und wollen mit den Verantwortlichen weitere Termine und Diskussionsrunden initiieren.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Prozess: IS-Sympathisant will Kalaschnikow kaufen

24-Jähriger will Sturmgewehr im Darknet kaufen und gerät an einen BKA-Beamten. Er hat Sympathien für Reichsbürger, den IS und die Black Jackets. weiter lesen