Neuer Damm zur Hälfte fertig

In Bad Überkingen ist der neue Damm zur Hälfte fertig. Die Bauarbeiten müssen bis Ende September beendet sein, weil dann die Laichzeit der Fische beginnt.

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  • Innerhalb von vier Wochen sind die Arbeiten für den neuen Damm in Bad Überkingen weit vorangekommen. Das rechte Bild zeigt, wie eines der Beton-Elemente gesetzt wird.  Gut zu erkennen ist die Bewehrung, die später ausbetoniert wird.  1/3
    Innerhalb von vier Wochen sind die Arbeiten für den neuen Damm in Bad Überkingen weit vorangekommen. Das rechte Bild zeigt, wie eines der Beton-Elemente gesetzt wird. Gut zu erkennen ist die Bewehrung, die später ausbetoniert wird. Foto: 
  • Bau Hochwasserschutzmaßnahmen in Bad Überkingen. 2/3
    Bau Hochwasserschutzmaßnahmen in Bad Überkingen. Foto: 
  • Bau Hochwasserschutzmaßnahmen in Bad Überkingen                            3/3
    Bau Hochwasserschutzmaßnahmen in Bad Überkingen Foto: 
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Beim letzten großen Hochwasser in Bad Überkingen im Juni 2013 war der 230 Meter lange, aufgeschüttete Damm entlang der Hausener Straße die Achillesferse: 200 Hilfskräfte stabilisierten damals in einem dramatischen Nachteinsatz mit 25.000 Sandsäcken den aufgeweichten Damm. Im Rahmen der jetzt angelaufenen Hochwasserschutzmaßnahme wird er nun abgetragen und durch eine Mauer ersetzt. Das hört sich einfach an, ist es aber nicht – neben der reinen Baumaßnahme müssen auch ökologische Punkte beachtet werden.

Seit Anfang Juli sind die Mitarbeiter der Reichenbacher Firma Gansloser mit dem Projekt beschäftigt. Zunächst wurden die Fische  – vor allem Forellen – abgefischt und  flussaufwärts wieder in die Fils gesetzt. Ende September muss der neue Damm fertig sein, weil dann die Laichzeit der Fische beginnt. Die Bauarbeiter sind gut im Rennen, auch wenn die Arbeiten wegen Dauerregens ein paar Tage unterbrochen werden mussten.  Rund die Hälfte ist jetzt geschafft.

Der neue Damm besteht aus sechs Meter breiten und drei Meter hohen Beton-Fertigelementen. Dadurch wird der Damm später etwas höher liegen als die ebenfalls neu angelegte Retentionsfläche auf der anderen Filsseite. Im Gefahrenfall sollen sich die Wassermassen dort ausbreiten und nicht über den Damm auf die Hausener Straße schwappen.

Zwei dieser Beton-Elemente setzen die Arbeiter täglich und kommen damit zwölf Meter voran. Hierfür ist schweres Gerät vonnöten, deshalb ist auch die Hausener Straße im Bereich des Dammes derzeit gesperrt.  Um die tonnenschweren Elemente an ihre Positionen zu bringen, muss zuvor das  Flussbett vorbereitet werden. Zunächst wird zur Flussmitte hin eine Barriere aus Flusssteinen und  Lehm  (anfangs auch mittels Kanalverbauteilen) geschaffen. Dadurch wird ein zwei Meter breiter Korridor an der Baustelle trockengelegt, auch weil zusätzlich das Grundwasser abgepumpt wird. Das Ganze hat zwei Vorteile: Die Arbeiter stehen nicht im Wasser und zudem kann kein für die Tiere gefährlicher Zement in die Fils gelangen. Die Beton-Elemente werden nämlich nicht nur einfach gesetzt – sie haben an der unteren Rückseite eine Bewehrung aus Stahl, die ausbetoniert wird. Dadurch entsteht quasi ein L, das später zur Straße hin mit Erde aufgefüllt wird. Das sorgt für Stabilität. Auf der Bachseite müssen die Bauarbeiter noch ausgebaggerte Flussbausteine aufschichten. Sie verhindern, dass die Fundamente des Damms nicht unterspült werden.

Die Erneuerung des Damms kostet rund eine Million Euro und macht den Hauptbatzen des ersten Abschnitts der Hochwasserschutzmaßnahme aus. Insgesamt sind hierfür 1,8 Millionen Euro vorgesehen.  Das Land beteiligt sich mit einem Zuschuss von 1,25 Millionen Euro an dem Projekt. Zum ersten Bauabschnitt gehört neben der Verbreiterung der Fils hin zum TSV-Gelände auch der Mühlkanal, der durch eine Wehranlage regulierbar gemacht wird. In den vergangenen Hochwassern hat sich gezeigt, dass sich die Fils auch über den Kanal ihren Weg in den Ort bahnt und dann die Autalhalle, die Landesberufsschule und das Internat der Dehoga überflutet. In einem zweiten Bauabschnitt (geplant im nächsten Jahr) soll die Fils vom Ortseingang Geislingen bis zum Kurpark verbreitert und vertieft werden. 2019 und 2020 ist dann in einem dritten Abschnitt der Neubau der Brücke an der Bahnhofstraße vorgesehen. Das 100 Jahre alte Bauwerk mit Mittelpfeiler kann nicht genügend Hochwasser abführen. Für Hausen sind eigene Hochwasserschutzmaßnahmen am Rohrbach und an der Fils geplant. Für die beiden letzten Abschnitte sowie für Hausen sind allerdings noch keine Fördermittel zugesagt.

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