Integrative Holzwerkstatt fertigt Schmuckstück für Bad Boller Inklusionsklasse

Die Integrative Holzwerkstatt aus Zell stellte für die Inklusionsklasse der Heinrich-Schickhardt-Schule in Bad Boll einen ganz individuellen Kaufladen her - eine nicht alltägliche Zusammenarbeit.

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16 Schüler der Inklusionsklasse 2b der Heinrich-Schickhardt-Schule in der Integrative Holzwerkstatt in Zell. Dort zeigt ihnen Werkstattleiter Heinrich Götz, wie man Holz richtig einölt.  Foto: 

Eine schöne Geste wenn eine Kirche - in diesem Fall ist es die Neuapostolische Kirche aus Bad Boll - direkt und ganz unbürokratisch der örtlichen Heinrich-Schickhardt-Schule eine finanzielle Spende zukommen lässt. "Nach dem unerwarteten Geldsegen überlegten wir, von welcher sinnvollen Anschaffung möglichst viele Kinder etwas haben. Ein Kaufladen schien uns dafür prima geeignet", verraten die Sonderschullehrerin Elisabeth Neuffer und ihr Kollege, Grundschullehrer Werner Nusser, beide vom Pädagogen-Team der Inklusionsklasse. Eine Kollegin, in deren Förderklasse ein Kaufladen bei mathematischen Aufgaben für unvermittelten Lerneifer und Spaß sorgt, gab schließlich den Ausschlag für den hauseigenen "Mini-Supermarkt". Als kompetenter Lieferant kam für die in Zell lebende Elisabeth Neuffer nur die dort ansässige "Integrative Holzwerkstatt" der Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad Boll in Frage: "Damit schloss sich wieder der Kreis".

Kurzum wurde der Kontakt hergestellt und Heinrich Götz war sofort Feuer und Flamme. "Spezialaufträge sind ja unsere Leidenschaft. Auch unsere Mitarbeiter freuen sich immer sehr darüber, wenn eine Bestellung vom normalen Alltagsgeschäft abweicht", sagt der Schreiner lachend und meint damit all die hübschen Dinge aus Holz, die bereits seit Jahren in der kleinen Zeller Werkstatt hergestellt werden. Nach den rund 500 Schutzengeln für die bekannte Kirchheimer Ski-Firma Leki, ist das ganze Team nun auf dieses integrative Gemeinschaftsprojekt zwischen Schule und Holzwerkstatt richtig stolz.

Rein optisch gesehen ist freilich alles eine Nummer größer. Dem ganz besonderen, nach individuellen Kundenwünschen angefertigten Kaufladen mit massiver Theke nebst Rückwand, in deren Fächern mehrere farbige Boxen stehen, fehlt nur noch die "letzte Ölung". "Es ist eben ein Unikat, das in 100 Jahren noch Bestand hat. Sogar an eine Geldschale aus Holz haben wir gedacht", verrät der Werkstattleiter.

Auch die 16 Jungen und Mädchen aus der 2b sind von dem fast fertigen Ergebnis ganz begeistert. "Wer ist eigentlich hier der Chef", will die achtjährige Lea plötzlich während der Werkstattführung wissen? "Des sagt mr meischt zu mir", antwortet Heinrich Götz lachend und darf insofern Absauganlage oder verschiedene Arbeitsgänge erklären.

Nach einem Blick ins Lager und über die Schulter der fleißig schaffenden Handwerker dürfen die kleinen Besucher endlich selbst Hand anlegen. Königsdisziplin: das Einölen. "Ihr müsst das Nussbaumöl schnell und gleichmäßig verteilen, damit es beim Einziehen keine Flecken gibt", erklärt der Fachmann geduldig und die Kinder warten brav bis sie drankommen. Und dann ölen alle den Kaufladen mit großer Begeisterung.

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