Inklusion als Bereicherung

In Adelberg läuft ein Modellprojekt. Gleichauf mit Göppingen, Ebersbach und Geislingen gehört die Kommunen zu denen, die die nächsten zwei Jahre das Inklusionsprojekt "Eine Kita für alle" erproben.

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Michael Tränkle, Claudia Bürkert und Carolin Schumacher (v. l.): In Adelberg wird Inklusion geprobt.  Foto: 

Das Modellprojekt "Eine Kita für alle" rückt nicht nur Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen in den Fokus, sondern richtet sich an diejenigen mit Entwicklungsverzögerungen, erhöhtem Förderbedarf oder Krankheiten, auf die im Kindergarten besondere Rücksicht genommen werden muss. "Wir haben zum Beispiel ein Kind mit Diabetes", sagte die Leiterin des Adelberger Kindergartens "Pusteblume", Claudia Bürkert.

Für Bürgermeisterin Carmen Marquardt ist die Teilnahme am Modellprojekt "eine Chance für die Gemeinde", die dadurch für Neubürger mit benachteiligten Kindern attraktiv werde. Im Kindergarten sei das Thema Inklusion kein Thema. Alle Erzieherinnen seien offen dafür gewesen: "Auch das ist keine Selbstverständlichkeit", stellte Bürkert fest. Für die Kindergarten-Kinder ist es Chance, das vermeintlich Anormale kennenzulernen: "Für die Kinder war es nie ein Problem", berichtete Bürkert. Die Eltern seien es anfänglich gewesen, die den Beginn des Projekts kritisch betrachteten: "Der Schlüssel ist oft nur die Bereitschaft, im Kopf umzudenken." Allerdings unterstützte der Elternbeirat das Projekt von Beginn an, betonte Bürkert. Dabei sei es für die Kinder nie ein Problem gewesen, die seien unbedarft: "Die Schranken im Kopf haben immer nur die Erwachsenen."

Gefördert wird Adelberg dabei von der Lebenshilfe in Heiningen, die Carolin Schumacher als zusätzliche Betreuerin für die Inklusionskinder stellt. Sie ist während des Modellprojekts täglich in der Kita und nicht nur die Erzieherinnen profitieren von ihrem Fachwissen, sie ist auch Ansprechpartnerin für die Eltern. Michael Tränkle, Leiter der ambulanten Hilfe bei der Lebenshilfe, sieht es als große Chance für die Familien, denen sich nun durch Carolin Schumacher ganz neue Wege erschlössen, um für ihre benachteiligten Kinder etwas zu erreichen.

"Andersartigkeit kann auch eine Bereicherung sein." Und die "normalen" Kinder seien den Inklusionskindern gegenüber sehr aufgeschlossen: "Wichtig ist, dass die Kinder fragen dürfen - und dass sie Antworten erhalten, was mit dem anderen Kind los ist."

Carolin Schumacher sieht ihre Aufgabe nicht nur in der Betreuung und Förderung der Inklusionskinder, sondern auch darin, den Eltern mit behinderten Kindern Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei nimmt sie das Wort behindert ungern in den Mund, denn es handele sich häufig um Kinder mit seelischen Problemen, Entwicklungsdefiziten oder Verhaltensauffälligkeiten. Aber diese Probleme und Entwicklungsstörungen könnten zur Behinderung führen. Daher sei es wichtig, diese frühzeitig zu erkennen und gezielt gemeinsam mit den Eltern dagegen zu arbeiten.

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